Klartext bitte, liebe NZZ!
Wenn Unangenehmes mitgeteilt werden muss, gilt für Unternehmen: Klartext reden.
Wer versucht, Stellenabbau oder ähnliche Negativschlagzeilen mit PR-Schönschreiberei zu übertünchen, kriegt von den Medien meist Haue.
Zu Recht.
Doch wie teilt ein Medienunternehmen einen Stellenabbau mit?
Man titelt «Die NZZ AG optimiert sein Leistungsangebot», spricht im Untertitel von einer Neulancierung und einer Einstellung (Randbemerkung: es werden keine Menschen eingestellt, sondern eine Publikation), schreibt dann von der verbesserten Zugänglichkeit und dann - dann kommt man zu den «Umdispositionen im Personalbereich». Unter dem letzten Zwischentitel «Weitere Massnahmen».
Kein Wunder tönt das Medienecho dann so:
Wenn sich die Kommunikationsverantwortlichen des Verlags nicht zu Klartext durchringen können, so muss die Redaktion einschreiten. Die NZZ gibt viel auf die Unabhängigkeit ihrer Redaktion. Darum sollte sie es auch wagen, eine Medienmitteilung ihres eigenen Verlags so zu redigieren, wie sie jede andere Medienmitteilung redigiert. Leider war nichts davon zu sehen.
«Mehr Mut zum Risiko, liebe NZZ!» fordert Medienspiegel.ch und bezieht dies auf die angekündigten Änderungen.
Vielleicht sollte der Mut zuerst aber mal im Kleinen versucht werden. Bei der NZZ-eigenen Unternehmenskommunikation.
Wer versucht, Stellenabbau oder ähnliche Negativschlagzeilen mit PR-Schönschreiberei zu übertünchen, kriegt von den Medien meist Haue.
Zu Recht.
Doch wie teilt ein Medienunternehmen einen Stellenabbau mit?
Man titelt «Die NZZ AG optimiert sein Leistungsangebot», spricht im Untertitel von einer Neulancierung und einer Einstellung (Randbemerkung: es werden keine Menschen eingestellt, sondern eine Publikation), schreibt dann von der verbesserten Zugänglichkeit und dann - dann kommt man zu den «Umdispositionen im Personalbereich». Unter dem letzten Zwischentitel «Weitere Massnahmen».
Kein Wunder tönt das Medienecho dann so:
- Stellenabbau bei der NZZ (Tagesanzeiger)
- Stellenabbau bei der NZZ wegen neuer Redaktionsstruktur (Berner Zeitung)
- Neuausrichtung führt zu Entlassungen (persoenlich.com)
Wenn sich die Kommunikationsverantwortlichen des Verlags nicht zu Klartext durchringen können, so muss die Redaktion einschreiten. Die NZZ gibt viel auf die Unabhängigkeit ihrer Redaktion. Darum sollte sie es auch wagen, eine Medienmitteilung ihres eigenen Verlags so zu redigieren, wie sie jede andere Medienmitteilung redigiert. Leider war nichts davon zu sehen.
«Mehr Mut zum Risiko, liebe NZZ!» fordert Medienspiegel.ch und bezieht dies auf die angekündigten Änderungen.
Vielleicht sollte der Mut zuerst aber mal im Kleinen versucht werden. Bei der NZZ-eigenen Unternehmenskommunikation.
Technorati Tags: Medien, PR, Public Relations

2 Kommentare:
Du verlangst ein bisschen viel, Patrick. Aber diesem Irrtum bin ich auch bis vor kurzem unterlegen. Dachte immer, dass Medienhäuser sicher die besseren Kommunikatoren sind als industrielle oder chemische Betriebe oder so. Seit ich jedoch die Personalien-Rubriken des "Schweizer Journalist" betreue, bin ich von diesem Irrglauben geheilt. Du kannst Dir nicht vorstellen, was man da alles erlebt. Haarsträubend!
Die Vorstellung, dass Medienunternehmen auch in der eigenen Unternehmenskommunikation Profis sind, die habe ich schon lange nicht mehr. Es ist ja ein altbekannter Journi-Spruch, dass man am besten die Konkurrenz konsultiert, wenn man wissen will, was im eigenen Haus läuft.
Darum wünsche ich mir nur eins: Dass die Redaktionen mit den Medienmitteilungen ihres eigenen Verlages so umgehen, wie mit jeder Medienmitteilung: Unsinn raus, Sinn rein.
Ich bin sicher, das die NZZ-Redaktion dazu fähig ist. Ob man sie allerdings lässt?
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