Alte Medien auf neuen Kanälen
Gleich beide grossen Zürcher Tageszeitungen stellen Überlegungen dazu an, wie das Internet die traditionellen Medien - vor allem die Printmedien - verändert.
Die NZZ analysiert in Schreib's doch gleich fürs Internet die Online-Strategien der deutschen Presse, der Tagesanzeiger lässt den Professor für Medienwissenschaften Norbert Bolz über «Die neue Funktion der alten Medien» nachdenken (Tagi vom Montag 19. März 2007, S. 45, Artikel nicht online verfügbar).
Heribert Seifert ist in der NZZ unterschiedlich beeindruckt von den Online-Portalen der deutschen Printmedien:
Die grossen im Markt sind aber SPIEGEL ONLINE und FOCUS ONLINE. Mit 60 respektive 50 Redaktoren und Reportern liegen ihre Ressourcen weit über dem, was irgendein Schweizer Medienhaus für seine Online-Aktivitäten einsetzen kann. Das Impressum von NZZ Online führt 12 redaktionelle Mitarbeiter auf, Tagi Online 10 und Blick Online 21.
Norbert Bolz beschäftigt sich im Tagi mehr mit den Funktionen, die der alten Medien mit dem Aufkommen der Online-Medien zukommen. Betreffend Individualisierung des Nachrichtenagebots meint Bolz, dass ein massgeschneidertes Nachrichtenangebot problematisch sei, weil es den Leser in einen Informationskokon einspinne, in dem die Erfahrung des Neuen, die an den Dissens gebunden ist, kaum mehr möglich sei. Das Lesen einer traditionellen Zeitung sei nur in seltenen Fällen eine Suche nach Information, fast immer aber ein lustvolles Blätter. Der Leser lasse sich von den Neuigkeiten aus aller Welt berieseln.
Sicher stimmen die Argumente von Bolz - nicht nachvollziehbar ist hingegen, warum nur Print-Medien dazu fähig sein sollen.
Vielleicht ist Bolz' Argumentation vor allem als Beruhigung für die Zeitungsredaktion gedacht - auch der Schluss von Seiferts NZZ-Artikel lässt diese Vermutung aufkommen. Die Zeitung, so Seifert, sei vor allem für die älteren Leser das Medium der Wahl. Und davon werde es ja, nach allen Ansagen der Demographen, in der überschaubaren Zukunft noch eine ganze Menge geben.
Die NZZ analysiert in Schreib's doch gleich fürs Internet die Online-Strategien der deutschen Presse, der Tagesanzeiger lässt den Professor für Medienwissenschaften Norbert Bolz über «Die neue Funktion der alten Medien» nachdenken (Tagi vom Montag 19. März 2007, S. 45, Artikel nicht online verfügbar).
Heribert Seifert ist in der NZZ unterschiedlich beeindruckt von den Online-Portalen der deutschen Printmedien:
- WELTONLINE - neu umgestaltet - wirke weniger wie ein auf die Interessen eines durchschnittlichen Medienkonsumenten abgestimmtes Angebot als vielmehr wie ein Schaufenster moderner Online-Möglichkeiten.
- sueddeutsche.de wirke urban, politisch aufgelklärt, modern und verbreite Lust am Konsum. Sie biete neben und hinter dem traditionellen Nachrichtenangebot schnell viele Nutzwert-Beiträge, E-Commerce-Marktplätze und Spielwiesen fürs netzspeziefische «community building».
- FAZ.NET sei im Kreis der drei Konkurennten das zurückhaltendste und traditionellste Netzangebot. Besonders spannend: die FAZ stellt gewisse Beiträge für die Druckausgabe vorher im Netz zur Diskussion und lässt die Resultate in die Endfassung einfliessen.
Die grossen im Markt sind aber SPIEGEL ONLINE und FOCUS ONLINE. Mit 60 respektive 50 Redaktoren und Reportern liegen ihre Ressourcen weit über dem, was irgendein Schweizer Medienhaus für seine Online-Aktivitäten einsetzen kann. Das Impressum von NZZ Online führt 12 redaktionelle Mitarbeiter auf, Tagi Online 10 und Blick Online 21.
Norbert Bolz beschäftigt sich im Tagi mehr mit den Funktionen, die der alten Medien mit dem Aufkommen der Online-Medien zukommen. Betreffend Individualisierung des Nachrichtenagebots meint Bolz, dass ein massgeschneidertes Nachrichtenangebot problematisch sei, weil es den Leser in einen Informationskokon einspinne, in dem die Erfahrung des Neuen, die an den Dissens gebunden ist, kaum mehr möglich sei. Das Lesen einer traditionellen Zeitung sei nur in seltenen Fällen eine Suche nach Information, fast immer aber ein lustvolles Blätter. Der Leser lasse sich von den Neuigkeiten aus aller Welt berieseln.
Sicher stimmen die Argumente von Bolz - nicht nachvollziehbar ist hingegen, warum nur Print-Medien dazu fähig sein sollen.
Vielleicht ist Bolz' Argumentation vor allem als Beruhigung für die Zeitungsredaktion gedacht - auch der Schluss von Seiferts NZZ-Artikel lässt diese Vermutung aufkommen. Die Zeitung, so Seifert, sei vor allem für die älteren Leser das Medium der Wahl. Und davon werde es ja, nach allen Ansagen der Demographen, in der überschaubaren Zukunft noch eine ganze Menge geben.

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