12. August 2007

Podcast oder Video-/Audio-Streaming?

Rund 50 Prozent aller Internet-Nutzer haben in den letzten sechs Monaten einen Video- oder Audio-Podcast heruntergeladen - knapp 70 Prozent haben online Streaming-Audio und gar 80 Prozent Video konsumiert. Das sind beeindruckende Zahlen - und es sind die Zahlen für China laut der Studie «Power to the People - Tracking teh impact of social media» von Universal McCann (Danke an styropor.digital für den Hinweis).

Für den deutschsprachigen Raum sind die Zahlen deutlich bescheidener - auch wenn nur Deutschland in der Studie erfasst ist: Deutlich unter 10 Prozent haben in den letzten sechs Monaten einen Video- oder Audiopodcast heruntergeladen - immerhin knapp 50 Prozent haben Video oder Audio als Streaming konsumiert.

Heisst das nun, dass man Audio- oder Video-Inhalte besser in einem Streaming-Format anbietet als in Form eines Podcasts?

Meiner Meinung ist die erfolgreiche Strategie nicht ein Entweder-oder sondern ein Sowohl-als-auch.

Podcasts haben nämlich einen dualen Charakter: Sie sind sowohl ein eigenständiges Medium wie auch ein Kanal, um bestehende Inhalte zu verbreiten. Was Podcasting als Kanal bringt, zeigen vor allem Radio- und Fernsehstationen, die so ihre normalen Sendungen verbreiten: Zum zeitunabhängigen Konsum auf mobilen Endgeräten.

Auch in der Unternehmenskommunikation gibt es viele Streaming-Inhalte, die zusätzlich als Podcast verbreitet werden können. Vor alem Inhalte, die einen seriellen Charakter haben. Zu hoffen, dass der User immer wieder zurückkommt und die nächste Folge abholt, ist Wunschdenken - wer ihm einen RSS-Feed für iTunes und andere Podcatcher offeriert, hat die Chancen, den Kunden zu binden.

Nur zwei Beispiele von Streaming-Inhalten, die perfekte Podcasts wären:
  • m-cooking: Ein Fernseh-Kochstudio im klassischen Sinn. Ich hätte gern ein Abo, denn brauche ja auch nächste Woche wieder eine Idee zum Kochen. Und: Der iPod passt viel besser in meine Küche als mein Computer.
  • WillItBLend.com: Was schmeissen die Typen von Blendtec als nächstes in Ihren Mixer? Bic-Feuerzeuge, ein iPhone, die Spielzeugautos der Grosskinder des FIrmenbesitzers...? Ich möchte es nicht verpassen - und auf dem iPod gerne meinen Kollegen zeigen.
Statt sich den Kopf zu zerbrechen, ob sie audiovisuelle Inhalte nun als Podcast oder Streaming Media verbreiten sollen, sollten sich Unternehmenskommunikatoren vielmehr überlegen, ob sie die verschiedenen Verbreitungsmöglichkeiten wirklich optimal ausnutzen.

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