22. Dezember 2007

Wie werden Corporate Podcasts bekannt gemacht?

Teil sechs der Ergebnisse der Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» dreht sich um die Fragen:
  • wie Corporate Podcaster ihre Podcasts bekannt machen
  • und welche Wege der Werbung für Podcasts noch wenig genutzt werden.
Der beste Corporate Podcast bringt nichts, wenn ihn niemand kennt. Verschiedene Wege setzten Corporate Podcaster ein, um auf ihre Podcasts hinzuweisen.

Am naheliegendsten ist die prominente Platzierung auf der firmeneigenen Website: BASF macht dies gut sichtbar im Hauptbereich der Home-Seite ihrer Website, bei Bayer erhalten die Podcasts immerhin einen Platz in der Meta-Navigation unter «Web Specials».

Werbung für den Podcast
Corporate-Podcast-Umfrage: Zeitaufwand pro Episode
Am häufigsten werden Corporate Podcasts via die firmeneigene Webseite und Newsletter bekannt gemachet. Online-Werbung, Suchwort-Werbung und Werbung in Podcasts von Dritten werden hingegen kaum oder gar nicht eingesetzt (Mehrfachnennung möglich).


Obwohl praktisch alle Unternehmen sagen, dass sie auf der firmeneigenen Website Hinweise auf ihren Podcast setzten, bin ich bei den Recherchen zwischendurch fast verzweifelt: Zum Teil fand ich die Podcasts nur nach langwieriger Suche - sogar die interne Suchefunktion half nicht immer weiter.

Die Onlinebank Comdirect mit ihrem täglichen Börsen-Podcast habe ich in meiner Arbeit noch als schlechtes Beispiel aufgeführt, denn der Podcast war nicht einmal mit der Suchmaschine zu finden. Mittlerweile hat Comdirect das verbessert: Der Podcast ist in der Navigation auf der rechten Seite der Home-Seite angegeben und auch die Suchmaschine führt dorthin.

Da die Werbung für einen Corporate Podcast auf der firmeneigenen Podcast nichts kostet, ist es schwer verständlich, warum diese Möglichkeit nicht konsequenter genutzt wird. Rainer Müller-Müffelmann, der Pressesprecher für Innovationskommunikation von BASF, bringt es auf den Punkt: «Wenn man sich schon die Mühe macht, einen Podcast zu produzieren, sollte man ihn auch so prominent platzieren, dass die Leute ihn nutzen können. Wir signalisieren so, dass wir den Dialog suchen» (PodTalk Nr. 3 [09:32]).

Besonders wirkungsvoll ist ein Link zwischen Podcasts und Produkten und Dienstleistungen auf die sie einen inhaltlichen Bezug nehmen. Ein gelungenes Beispiel zeigen die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB: Wer im Online-Fahrplan eine Verbindung sucht, findet bei seinem Ankunftsort einen Link zum entsprechenden Städte-Podcast.

Verlinkung aus Unternehmensangeboten auf den Podcast
Corporate-Podcast-Umfrage: Verlinkung zum Podcast bei OEBB
Mit einem einzigen Klick gelangt der ÖBB-Kunde vom Online-Fahrplan zum Städteporträt-Podcast seines Reiseziels.


iTunes als meistgenutztes Podcast-Verzeichnis
Bei den Verzeichnissen nutzen drei Viertel der Corporate Podcaster iTunes – das deckt sich mit dem Verhalten der Podcast-Hörer, die als Podcatcher mit Abstand am häufigsten iTunes einsetzen. Fast zwei Drittel der Corporate Podcaster veröffentlichen ihre Podcasts zusätzlich Online-Portale wie podcast.de oder podster.de.

Diese Portale erschliessen zusätzliche Nutzerkreise, die den Weg auf die firmeneigene Website sonst vielleicht nie gefunden hätten. Wie gross der Anteil extern Besucher sein kann, zeigt, das Beispiel der Podcasts von BMW zur Autoshow IAA 2006: 75% der Nutzer kamen nicht über die offizielle BMW-Website zu den Beiträgen: Rund 30% erreichten die Plattform über Podcast-Verzeichnisse, 11% über iTunes und rund 15% über Blogs, die über die BMW-Podcasts berichteten.

Noch selten seitzen Corporate Podcaster in Deutschland, Österreich und der Schweiz Online-Werbung wie Banner, Suchwort-Werbung oder Werbung in Podcasts von Dritten ein. Der Grund mag darin liegen, dass die Podcasts nicht zum Kerngeschäft der Unternehmen gehören. Man bewirbt wohl lieber direkt seine eigentlichen Produkte und Dienstleistungen als einen Podcast, der «nur» ein Kommunikationsmittel ist.

Trotzdem: Als digitales Produkt sollten Podcasts auch über diese Wege bekannt gemacht werden: Suchwort-Werbung ist zum Beispiel eine Möglichkeit, die Inhalte von Corporate Podcasts via Google und Co. auffindbar zu machen, denn die Audio- und Video-Inhalte werden von den Suchmaschinen ja nicht indiziert. Werbung in Podcast von Dritten - auch bekannt als Podvertizing - ist im deutschsprachigen Raum noch wenig entwickelt. Doch gibt es ein affineres Publikum als jenes, das bereits Podcasts hört?

Corporate Podcaster müssen weiter denken, als bis zu Online-Schaltung einer Episode. In der Werbung für Podcasts zeigen auch unkonventionelle Wege Wirkung. Die Helmholz Gemeinschaft deutscher Wissenschafter etwa integriert ihren Podcast «Schon gewusst?» in das Podcast-Angebot von Welt-Online. Dort erscheint der Podcast mit der Ansage: «Ein Service von Welt Online in Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft» aber inhaltlich unverändert. Klassisches Co-Branding.

Weitere Wege, die die Teilnehmende der Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» einsetzen sind physische Verteilung per CD oder USB-Stick oder Tell-a-friend-Funktionen. Einfach auf virale Effekte zu hoffen genügt definitiv nicht.


Im siebten Teil der Resultate der Online-Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» zeige ich auf, wie wie man auf Corporate Podcasts Feedback erhält und welche Reaktionen die Podcast-Macher erhalten.

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