4. Februar 2008

Tipps Nr. 1 bis 5 für erfolgreiches Corporate Podcasting

Abgeleitet aus den Umfrageergebnissen und der Fachliteratur drehen sich die letzten beiden Posts um die wichtigsten Handlungsempfehlungen für erfolgreiches Podcasting.

1. Wissen warum man es tut
Einfach so mit einem Podcast loszulegen, können sich Unternehmen im Gegensatz zu Privaten nicht leisten. «Warum wollen wir podcasten?» ist die Frage, die am Ausgangspunkt konzeptueller Arbeit zu stehen hat. Ein Unternehmen ist dann für Podcasts bereit, wenn es auf diese Frage in etwa antwortet:
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marke spannende Geschichten zu erzählen hat.
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marken den Hörern Inhalte mit Mehrwert bieten kann.
  • Weil wir mit diesen Inhalten die Hörer auch über längere Zeit fesseln können.
  • Podcasts in der integrierten Unternehmenskommunikation
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marke dialogfähig ist.
(Adaptiert nach Wunschel, A.: Ein Blick auf Podcasting in Deutschland, in: Schwarz, T. (Hrsg.): Leitfaden Online Marketing, Waghäusel 2007.)

2. Vernetzt denken
Ein Podcast kommt selten allein, denn ein Unternehmen kommuniziert über verschiedene Kanäle. Der Podcast muss in diesem Kommunikationsmix seinen Platz finden. Was wird wie in den bestehenden Kommunikationskanälen kommuniziert? Zum Beispiel im Kundenmagazin, im Newsletter, auf der Website? Welche Inhalte kommen da ungenügend zur Geltung und könnten in einem Podcast besser transportiert werden? Wie verstärken sich die verschiedenen Kanäle?

Vor allem bestehende, multimediale Elemente sollten darauf untersucht werden, wie sie mit Podcasts zusammenspielen. Streaming-Medien und Podcasts schliessen sich nicht gegenseitig aus, nein, sie ergänzen sich.

3. Das Feuer entwickeln – und es spüren lassen
Audio ist Emotion – und diese müssen die Hörer spüren. Wer keine Leidenschaft für das Medium Podcast entwickelt, kann seiner Zielgruppe auch keine Leidenschaft vermitteln. Vorgegaukelte Begeisterung wird entlarvt – die Authentizität, die Glaubwürdigkeit fehlt. Und ohne diese werden sich die Hörer rasch vom Podcast abwenden.

4. Geschichten erzählen statt werben
Unternehmen greifen vor allem zu Podcasts, um Know-how zu vermitteln. Doch Podcast-Hörer wünschen sich Unterhaltung ebenso stark wie Informationen. Selbst trockene Themen können unterhaltsam präsentiert werden – Podcasts fordern dies geradezu. «Sex auch im Einzelbett möglich», «Fax verletzt Katze», «Unfallgegner muss Muckibude zahlen». Das sind nicht Schlagzeilen der Boulevard-Presse, sondern die Titel von Podcast-Episoden eines Versicherers. ARAG macht in seinem Rechtspodcast keine Werbung für seine Versicherungsprodukte – wer wollte sich das schon anhören? ARAG kommentiert mit einem Augenzwinkern aktuelle Rechtsfälle. Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten – und Geschichten machen sogar trockene Rechtsfälle interessant. Und damit einen guten Podcast.

5. Mut haben zum Experiment
Die Formate von Podcasts sind nicht vorgegeben. Sicher können Formate aus Radio und TV auch als Podcasts funktionieren, für die Informationsvermittlung kommen zum Beispiel klassische Magazinformate oder Talks in Frage. Doch wer sagt, dass nur diese Formate Bestand haben können? Die Podcast-Nutzer suchen nicht zuletzt Unterhaltung – und da bieten sich Chancen für aussergewöhnliche Experimente. Wie zum Beispiel das Horst Schlämmer Blog oder die «Bruno Bondi Show». Gerade auch die Agenturen sollten diesen Raum für kreative Formate nutzen.

Weiter zu Tipps Nr. 6 bis 10.

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