Mulitimedia für Nachwuchsjournalisten
Gestern habe ich zum ersten Mal an der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern unterrichtet. Kurzfristig habe ich den ersten Tag des zweitägigen Kurses «Multimedia I - Produzieren fürs Web» übernommen.
Der Film EPIC zeichnete zum Einstieg die grossen Veränderungen nach, die der klassische Journalismus duch das Internet erfährt und noch erfahren wird. Als Grundinformationsquelle zeigte ich anschliessend Onlinejournalismus.de.
Welches multimediale Angebot zeigen Medienwebsites?
Eine grosse Surftour zeigte gelungene und weniger gelungene Beispiele - und bot damit Stoff für Diskussionen:
Alles klar?
Texten für den Leser, der nicht liest
Unser anschliessender Schwerpunkt war das Texten fürs Web. Ausgehend von Jakob Nielsens Klassiker «How Users Read on the Web - They don't» legten wir die wichtigsten Regeln fest:
Hier noch zwei Lesetipps fürs Texten im Web:
Mach dir ein Bild zum Text
Der Nachmittag galt dem Bild und seiner Verbindung mit dem Text.
Ein wenig Handwerk im Umgang mit Bildern ist für Webjournalisten unumgänglich. Als Alternative für die Bildbearbeitung bietet sich zum Standartwerkzeug Photoshop das viel billigere und einfachere Photoshop Elements an. Kostenlose Werkzeuge sind Photoshop Express, Picasa oder Picnik.
Eine spannende Form von Bildstrecken im Web sind Diashows mit einer Tonspur. Diese lassen sich einfach mit Soundslides herstellen. Praktisch: Die Testversion ist kostenlos und voll funktionsfähig.
Wer sucht, der findet eine Reihe von Slideshows als Anschauungsbeispiele:
Alles in allem war es für mich ein spannender Tag. Hoffentlich konnte ich die jungen Journalistinnen und Journalisten zum Experimentieren inspirieren. Um Texte im Web interessanter zu machen, braucht es manchmal nämlich nicht viel, wie dieses letzte Beispiel von Blick zeigt.
Ein grosser Dank geht an Jodok Kobelt, der mir diesen Tag am MAZ vermittelt hat. Ein grosser Teil des verwendeten Materials stammt von ihm.
Der Film EPIC zeichnete zum Einstieg die grossen Veränderungen nach, die der klassische Journalismus duch das Internet erfährt und noch erfahren wird. Als Grundinformationsquelle zeigte ich anschliessend Onlinejournalismus.de.
Welches multimediale Angebot zeigen Medienwebsites?
Eine grosse Surftour zeigte gelungene und weniger gelungene Beispiele - und bot damit Stoff für Diskussionen:
- Cash Daily bringt die Gratsizeitung per E-Paper sehr direkt ins Netz - angereichtert mit Videos und Audios. Störend erschien uns zum Teil der Sprachenmix zwischen Hochdeutsch und Schweizerdeutsch. Besonders die Radiojournalisten unter uns waren auch von der Tonqualität der Interviews nicht begeistert. Als Seitenblick zeigte ich, wie man zum Beispiel mit issuu einfach aus PDFs E-Papers erstellen kann - wie es zum Beispiel NZZ campus tut.
- Bei der Zeit beobachteten wir die Kombination von Musik und Text in den Kritiken. Auch hier ist die Umsetzung nicht immer perfekt. Im einen Fall wurde der Text zwar gut in leicht lesbare Stücke aufgeteilt, doch die Musik brach ab, wenn man weiterklickte. An einem anderen Ort war der Musiklink schlecht zu finden. Doch wir merkten: Musik und Text lassen sich gut kombinieren.
- Natürlich durfte Spiegel Online nicht fehlen. Die Erkenntnis hier: Während sich Text und Musik parallel konsumieren lassen, geht das bei Video und Text nicht. Und: Selbst beim grossen Vorbild im deutschen Onlinejournalismus sind die Texte nicht immer sehr webgerecht aufbereitet.
- Bei CNN.com sahen wir die grosse Vielfalt an Videos - zum Teil werden sie als Quotes direkt in Webtexte verlinkt werden. Eine Geschichte über die Vorwahlen in Pennylvania zum Beispiel enthält ein Telefoninterview mit Barak Obama, ein Video-Interview mit Hillary Clinton, eine Fotostrecke und mehr. Auch die Texte sind sehr webgerecht.
- Youtube und MySpace zeigten, wie die Inhalte von renommierten Medienunternehmen Auge in Auge mit den nutzergenerierten Inhalten konkurrenzieren. Renommierte Medienunternehmen nutzen die Video-Plattform (BBC / SF) respektive die Online Community (BBC), um ihre Inhalte neuen Nutzergruppen zu erschliessen.
- Schweizer Fernsehen SF und Radio DRS haben beide ausgebaute Podcasting-Bereichte. Hier geht es darum bereits bestehende Sendungen, zeitunabhängig anbieten zu können. Swissinfo verbindet die Angebote der SRG-Kanäle mit eigenen Berichten - etwa hier im Dossier zur Bundesratswahl. Vielfach erzählen hier jedoch Text, Ton und Bild die gleiche Geschichte mehrmals.
Alles klar?
Texten für den Leser, der nicht liest
Unser anschliessender Schwerpunkt war das Texten fürs Web. Ausgehend von Jakob Nielsens Klassiker «How Users Read on the Web - They don't» legten wir die wichtigsten Regeln fest:
- dem Leser das Scannen erleichtern mit kurzen Abschnitten und durch Hervorhebung relevanter Informationen
- die Basisfragen (7 W-Fragen) beantworten
- die umgekehrt Pyramide (= das Wichtigste zuerst, wie in einer Nachricht) gilt nicht bloss für den ganzen Text sondern auch innerhalb eines Absatzes.
Hier noch zwei Lesetipps fürs Texten im Web:
- Texten fürs Web von Stefan Heijnk
- Wie schreibe ich Internet-Texte? Ein Leitfaden für gutes Web-Writing von SEIBERT / MEDIA
Mach dir ein Bild zum Text
Der Nachmittag galt dem Bild und seiner Verbindung mit dem Text.
Ein wenig Handwerk im Umgang mit Bildern ist für Webjournalisten unumgänglich. Als Alternative für die Bildbearbeitung bietet sich zum Standartwerkzeug Photoshop das viel billigere und einfachere Photoshop Elements an. Kostenlose Werkzeuge sind Photoshop Express, Picasa oder Picnik.
Eine spannende Form von Bildstrecken im Web sind Diashows mit einer Tonspur. Diese lassen sich einfach mit Soundslides herstellen. Praktisch: Die Testversion ist kostenlos und voll funktionsfähig.
Wer sucht, der findet eine Reihe von Slideshows als Anschauungsbeispiele:
- Bei 48 Stunden im Leben des Adolf Ogi von Sonntagsblick erkennen wir die grösste Schwierigkeit von Slideshows: Bild und Ton dürfen sich nicht konkurrenzieren.
- Wer wie bei Heritage sport in Silicon Valley nur mit O-Tönen und Atmo arbeiet, hat dieses Problem weniger.
- Obwohl mit hervorragenden Fotos und guten Sprechern produziert, hat auch Slums – hier bin ich zuhause seine Schwächen: Es ist nicht immer klar, wer spricht.
Alles in allem war es für mich ein spannender Tag. Hoffentlich konnte ich die jungen Journalistinnen und Journalisten zum Experimentieren inspirieren. Um Texte im Web interessanter zu machen, braucht es manchmal nämlich nicht viel, wie dieses letzte Beispiel von Blick zeigt.
Ein grosser Dank geht an Jodok Kobelt, der mir diesen Tag am MAZ vermittelt hat. Ein grosser Teil des verwendeten Materials stammt von ihm.
Technorati Tags: MAZ, Schweizer Journalistenschule, Multimedia, Onlinejournalismus

4 Kommentare:
Wow, was für eine tolle Zusammenfassung unseres Kurstages! Vielen Dank auch für die vielen Tipps! Es war spannend in die multimediale Welt einzutauchen.
Diana
Hallo Diana
Gern geschehen. Ich hoffe, dass du möglichst viel davon in deiner Arbeit umsetzen kannst. Wenn nicht jetzt, dann halt später.
Gruss
Patrick
Ciao Patrick!
Besten Dank auch meinerseits für die nützliche Zusammenfassung und herzliche Gratulation für Deine interessanten Reportagen über den Nordkaukasus.
Deine slideshow über die Deza-Koordinatorin finde ich übrigens ein gutes Beispiel für unsere Übung. Schade allerdings, dass auf der Deza-Website in allen Sprachen nur die MP3-Version auf Schweizerdeutsch vorhanden ist...
Liebe Grüsse!
Marco
Hallo Marco
Danke für dein Lob für mein Dossier über den Nordkaukasus.
Die Slideshow über die Koordinatorin war ein Versuch und ich habe dabei einige Schwierigkeiten entdeckt, die es bei dieser Form gibt. Das Interview und die Bilder waren nicht von Beginn an als Slideshow geplant, darum passen sie auch nicht überall zusammen. Wenn du genau hinschaust und hinhörst, merkst du, dass Bild und Ton teilweise auseinander laufen. Es werden quasi zwei verschiedene Geschichten gleichzeitig erzählt, was die meisten Nutzer überfordern dürfte.
Was würde ich nächstes Mal anders machen?
- Wenn möglich besser planen, also von vornherein überlegen welche Geschichte ich erzählen will und dann Bilder und Ton entsprechend produzieren.
- Ausgehend vom bestehenden Material müsste ich die spannendsten Stellen aus dem Interview zusammenschneiden, denn dreieinhalb Minuten sind zu lang. Diese Ausschnitte könnte ich mit kurzen Musikstrecken verbinden - dann kann ich nämlich mit der Geschichte auf die Bildebene wechseln, ohne den Nutzer zu überfordern.
Noch zu den Fremdsprachen im Interview. Das Interview lebt aus meiner Sicht gerade auch von Reginas schönem Bündnerdialekt. Das würde in einem Voice-Over grösstenteils verloren gehen. Da Voice-Overs viel aufwendiger sind als blosse Textübersetzungen, haben wir uns dazu entschlossen, nur eine Zusammenfassung des Gesprächs zu übersetzen.
Beste Grüsse
Patrick
Kommentar veröffentlichen
Links zu diesem Post:
Link erstellen
<< Home