29. August 2006

Willkommen im Club, liebe Swisscom

Dass die traditionellen Medien über das Bloggen berichten, ist nichts neues. Heute tut es der Tagesanzeiger.

Das Interessante an der Geschichte: Swisscom soll im Anfang September einen Blog lancieren. Thema: «Telekommunikation und Umwelt».

Das wäre eine Premiere unter den 26 SMI-Unternehmen. Auch wenn die Kommunikationsabteilungen dieser Unternehmen Millionen ausgeben - Blogs scheinen ihnen zu suspekt zu sein.

Erweitert man den Blick über den engen Kreis der SMI-ler, so sieht die Welt etwas anders aus:
  • Boeings Marketingdirektor Randy Baseler tut es
  • die SAP-Oberen tun es (wenn auch nur hinter dem ärgerlichen Schutz eines Logins)
  • IBM tut es im grossen Stil: über 11'000 öffentliche Blogs sollen die IBM-Mitarbeiter führen. Mit Segen der Unternehmensleitung. Damit hat das Unternehmen umgesetzt, es vor über einem Jahr gross angekündigt hatte.
Und auch zoll-kommunikation tut es. (Sorry, ein bisschen Eigenwerbung muss manchmal sein ;-) )

Da kann ich nur sagen: Willkommen im Club, liebe Swisscom. Ich bin sehr gespannt, auf euren Blog.

Nicht zuletzt, weil ich schon mehrmals für Swisscom-Mobile arbeiten durfte.

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28. August 2006

Texte in Form bringen - mit welcher Textform?

Immer wieder lautet mein Auftrag: «Bringen Sie diesen Text in Form». Mit anderen Worten, ich schreibe einen Text nicht neu, sondern ich redigiere ihn. Obwohl: Die Grenzen, wo das Redigieren aufhört und das Neuschreiben beginnt, sind fliessend.

Einen gewichtigen Anteil an der Wirkung eines Textes hat die Textform.

Zu den journalistischen Textformen (auch journalistische Darstellungsformen genannt) gehören Nachricht, Bericht, Reportage, Feature, Kommentar usw.

Eine besondere Stellung nimmt das Interview ein. Es ist zugleich ein Rechercheinstrument und eine Textform. Lange nicht jede Recherche, die auf einem Interview basiert, wird auch in Interviewform wiedergegeben.

Heute bat mich eine Texterkollegin, vier ihrer Texte zu lesen und kommentieren.

Ursprünglich waren geplant, die die Expertengespräche als Interviews wiederzugeben - nun erscheinen sie als umgeschriebene Lauftexte.

Bloss: Einer der Texte ist bereits als Abschrift des Recherchegesprächs ein hervorragendes Interview. Zugegeben, etwas Kürzen und Kondensieren wäre nötig - doch dann wäre der Text flüssig, spannend, knackig. Kurz: Ein Lesevergnügen.

Doch der Kunde besteht darauf, dass alle Texte die selbe Form haben.
Leider wird
  1. dadurch der Text nicht besser
  2. die Dramaturgie des Magazin nicht spannender.
Bei allen Argumente - der Wunsch des Kunden zählt.

Es tut weh, einen guten Text kaputtredigieren zu müssen.

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24. August 2006

Marketing = Give aways?


Heute war ich an der X'06, der Marketingmesse im Messezentrum Zürich. Obwohl ich den Namen ziemlich unmmöglich finde, wollte ich mir das mal anschauen. Ist ja meine Branche.

Bloss: Mein Besuch dauerte etwa so lange, wie die Mehrheit der Menschheit zum Ausmisten ungewollter Werbung braucht.

Kurz. Sehr kurz.

Warum? Weil Marketing à la X'06 praktisch nur aus Give Aways besteht: Baslerläckerli, Feuerzeuge, Computermäuse (grau, farbig, mit Nippel...), Sackmesser (mit oder ohne Memorystick, MP3-Player), Bademäntel, Tassen...

Zum Glück ist das nicht die ganz Wahrzeit. Sonst wäre ich nicht mehr Texter. Sondern Läckerlibäcker, Feuerzeuggasabfüller, Computermäusebemaler, Sackmesserschleifer, Bademäntelschneider oder Tassenbauer.

Oder Messeveranstalter.

20. August 2006

Herzlich willkommen beim Texterblog

Dies ist das Texter-Blog von Patrick Zoll, zoll-kommunikation.

Seit 2001 arbeite ich als selbstständiger Texter. Mit gutem Erfolg, denn ich kann seit dem ersten Tag von meiner Arbeit leben.

In diesem Blog möchte ich:
- mein Wissen und meine Beobachtungen mit Ihnen/euch teilen
- das Texten - aber auch Marketing, PR und Corporate Publishing - hinterfragen und diskutieren
- über schräge, komische Situationen des Texterdaseins lachen.

Ich freue mich auf lebhafte und spannende Diskussionen.

Patrick Zoll