29. September 2006

Wie der Intercultural Navigator Podcast entsteht

Heute war wieder Aufnahmetag. Die Gespräche für die zweite Folge des Intercultural Navigator Podcasts sind aufgenommen.


Für die zweite Folge des Intercultural Navigator Podcast interviewte ich Annette Lüthi vom Solarenergy Shop.

Was brauche ich für einen Intercultural Navigator Podcast?

Meine Hardware:
  • 1 Mikrophon Shure SM 58: Unverwüstliches Allroundmikrophon.
  • 1 Mikrophon Red Beat Audio 1000: Eine chinesische Kopie des SM 58, kostet knapp ein Drittel soviel, tönt aber annähernd so gut.
  • 2 Mikrophonständer
  • 2 Popschütze Pro Audio SM PS 1: Sehen zwar wie Fliegenklappen aus, sind dafür stabiler als klassische Popschütze mit dem feinen Stoffnetzchen.
  • 1 M-Audio MobilePre USB: Mikrophon Vorverstärker und D/A-Wandler in einem. Funktioniert prima, dürfte allerdings ein wenig mehr Saft haben, ich muss die Mikrophoneingänge praktisch immer voll aufdrehen.
Damit nehme ich direkt auf mein Apple Powerbook G4 auf. Als Software benutze ich Sound Studio. Ich habe noch Version 2, aktuell scheint Version 3 zu sein. An Sound Studio mag ich besonders, dass ich den Aufnahmepegel genau kontrollieren kann. Auch kann ich die beiden Kanäle separat aussteuern.

Ein Tipp: Damit man nichts hört, falls einmal das Gebläse startet, stelle ich den Mac seitwärts etwa zwei Meter weit weg. Das M-Audio MobilePre kommt mit einem schön langen USB-Kabel. Mit einer Bluetooth-Maus kann ich den Computer trotzdem bequem bedienen.

Meine ganze Ausrüstung passt in eine Einkaufstüte. Einzig der Mac kommt in den Rucksack. Praktisch, wenn ich vor Ort aufnehme, wie heute in Bern bei changels GmbH, der Organisatorin des Intercultural Navigator. Zum Auf- und Abbauen brauche ich je etwa 10 bis 15 Minuten.

Jetzt muss ich noch meine Moderationen texten und aufnehmen. Den Schnitt mache ich dann mit Audacity, am Schluss montiere ich in Garage Band alles zusammen. Garage Band habe ich auch benutzt, um die Jingles zu produzieren.

Allerdings bitte ich um etwas Geduld: Zu hören wird der Podcast Mitte Oktober sein.

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27. September 2006

Traue keinem Zitat, das du nicht selbst gefälscht hast

Suchmaschinen sind etwas Wunderbares. Innert Sekunden finde ich Dinge raus, für die ich früher tagelang in Bibliotheken und Büchern wühlen musste.

Also: Ich will wissen von wem «Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". (Alternativ lautet das Zitat: «Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.»)

Rasch gegoogelt, folgt das Resultat: Winston Churchill. Quellen: hier, hier, hier und hier, als ein paar Beispiele unter vielen.

Nach der guten, alten Journalistenregel - was aus zwei unabhängigen Quellen gleich verlautet, kann als gesichert angenommen werden - schliesse ich: Das Zitat stammt von Churchill.

Bloss: Das Internet ist eine Multiplikationsmaschine. Auch für Fehler.

Und so wurde die Quellenangabe kopiert und kopiert und kopiert.

Bis einer kam, der es genau wissen wollte.

Werner Barke, pensionierter Referent des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, fragte überall nach der Quelle, von der Redaktion des «Das Große Falkenbuch der modernen Zitate» bis zur «Times of London».

Seine Ergebnisse (hier auch als PDF):

  • Niemand kann die exakte Quelle nennen
  • Die Engländer kennen das Zitat gar nicht
  • Wahrscheinlich wurde das Zitat Churchill von der Nazi-Propaganda in den Mund geschoben
Was lerne ich für die Internet-Recherche?

Zwei Websites können nicht als zwei unabhängige Quellen betrachtet werden. Selbst wenn sie nichts miteinander zu tun haben oder irgendwie verlinkt sind.

Und: auch wenn es vielleicht etwas mühsam ist, vergesse ich die anderen Recherche-Quellen als das Internet nicht.


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26. September 2006

Hurra: Das Texter-Blog ist in den Top 1'000'000!

Blogger sind offensichtlich Zahlenfetischisten. Früher oder später kommt fast jeder (und auch jede?) auf seine Blog-Statistiken zu sprechen.

Da will ich nicht Abseits stehen.

Denn ich habe Grund zum Feiern: Das Texter-Blog gehört laut Technorati seit kurzem zu den 1 Millionen populärsten Blogs der ganzen Welt!

Genauer gesagt kommt das Texter-Blog auf Rang 868'334. Der Beweis:


Zu verdanken habe ich das den 6 Links von 3 Blogs.

Bloss: Das sind nicht alle. Weitere Links gibt es zum Beispiel hier oder hier.

Mich wundert nun: Wie zählt Technorati die Links?

Hat jemand eine Antwort, die ich als Nicht-Techniker verstehe?

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23. September 2006

zoll-kommunikation podcasted für den Intercultural Navigator

Es ist soweit: ich habe meinen ersten Podcast produziert. Und zwar für den Intercultural Navigator, den einjährigen berufsbegleitenden Diplomlehrgang für Führung und Projektmanagement.

Hier ist Folge 1:



Zugegeben - der Intercultural Navigator Podcast kann noch verbessert werden. Vor allem was das Technische anbelangt - so fehlt im Moment noch die Möglichkeit, den Podcast in einem Programm wie iTunes zu abonnieren. Und auch in der Aufnahmetechnik lerne ich noch dazu.

Kommt dazu, dass wir es uns nicht einfach gemacht haben: Hochdeutsch liegt mir als Schweizer doch etwas schwerer auf der Zunge als mein Luzerner-Zürcher-Mischmasch-Dialekt.

Doch die Zielgruppe ist ausschlaggebend: Matti Straub, der Ausbildungsleiter, will auch Romands und Deutsche ansprechen.

So ist es manchmal: Selbst wenn man noch nicht alle Details beherrscht - irgendwann muss man einfach anfangen. Und irgendwann will Ding dann auch in die freie Wildbahn des WWW.

Alles in allem bin ich ganz stolz auf die erste Folge des Intercultural Navigator Podcast. Die nächste folgt bereits in ein paar Wochen.

Auf eure Rückmeldungen - und Verbesserungsvorschläge - bin ich sehr gespannt.

PS: Falls das Abspielen in diesem Post direkt nicht klappt, bitte auf der Navigator-Seite anhören.

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18. September 2006

Content is (doch) King

Wo ich mich vor einigen Tagen gefragt habe, ob in der online Investor Relations die Form wichtiger als der Inhalt sei, so höre ich heute: Content is (doch) King.

Mit Freude habe ich festgestellt, dass Neil Patel vom Pro Net Advertising-Blog in seiner Liste «5 ways to building a better blog» Content an erste Stelle setzt.

Was mich besonders freut: Neil ist kein Texter - er ist ein Techie.

Neils Ratschläge betreffend Content:
  1. Schreibe qualitativ hochstehende Posts.
  2. Schreibe regelmässig.
  3. Mische dich in Diskussionen ein.
  4. Schreibe kurz und auf den Punkt gebracht.
Diese Merksätze sollte sich jeder Blogger und jede Bloggerin zu Herzen nehmen. Egal ob er privat oder geschäftlich bloggt. Es braucht dafür keine besonderen Kenntnisse, nur gesunden Menschenverstand.

Der Vollständigkeit halber Tipps Nr. 2 bis 5 von Neil:
  • Usability
  • Visibility
  • Uniqueness
  • Readers.
Tony von Deep Jive Interest hat diese Liste bereits ergänzt. Seine Tipps 6 bis 10:
  • Focus
  • Relevance
  • Freshness
  • Passion
  • Integrity
Danke an PR Blogger fürs Aufspüren des Original-Posts. Klaus Eck, der Herausgeber des PR-Bloggers, hat seine eigenen 10 Tipps zum besseren Bloggen publiziert.

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15. September 2006

Investor Relations: Form vor Text?

Die Aufgabe für uns Studierende des Nachdiplomstudiums in Communication Management an der HSW Luzern: Analysiert den Bereich Investor Relations auf der Website eines kotierten Schweizer Unternehmens.

Unser Analyseraster: Die Bewertungskriterien des Webratings 2004 der Gesellschaft der Investor Relations Agenturen der Schweiz (GIRAS).

Unsere Gruppe schnappt sich - völlig zufällig - die Website von Galenica.

Nach zwanzig Minuten kommen wir zum Schluss: Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Note (wir sind ja in der Schule): eine gute 4.

Interessant ist, dass der Bewertungskatalog Sprache und Lesbarkeit nicht berücksichtigt. Er beschränkt sich vor allem auf technische und inhaltliche Aspekte.

Ich füge also die Bewertungskategorie «Lesbarkeit» an und analysiere die Seite «Die Zukunftsvision von Galenica»:


Mein Urteil über die Website wird deutlich negativer, denn dieser Text ist schlicht unlesbar. Warum?

Zuerst einmal wegen gestalterischen Dummheiten:
  • Die Zeilen sind bis zu 100 Zeichen breit. In Zeitungen sind es meist um die 35.
  • Grossbuchstaben erschweren das Lesen zusätzlich, denn es gibt keine unterschiedlichen Buchstabenhöhen, die dem Auge das Gruppieren erleichtern.
Auch der Schreiberling (ich hoffe, es war kein professioneller Texter) patzte:
  • Der zweite Abschnitt ist ein einziger Bandwurmsatz von über 50 Wörtern
  • Der Text strotzt vor Platitüden: «Mit Weitblick Markttrends antizipieren», «Chancen und Risiken abwägen», «Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen» sind drei Beispiele allein aus dem ersten Absatz.
Insgesamt ist die Aussage des Textes praktisch null.

Wer böse sein will, interpretiert es so: Die Firma hat gar keine Vision und versucht dies wortreich zu kaschieren.

Vielleicht fehlt Galenica auch bloss das Bewusstsein dafür, dass nur Texte, die der Leser versteht, eine Botschaft vermitteln können. Dass die GIRAS - eine Vereinigung von Kommunikationsprofis - Sprache und Lesbarkeit nicht analysiert, unterstreicht diese Interpretation.

Wer etwas weiter in der Galenica-Website grübelt, stellt fest, dass der Text über die Vision einfach aus dem Geschäftsbericht (Seite 7) gecopypastet wurde.

Man merke: Printtexte funktionieren nicht einfach so als Webtexte. Schlechte Printtexte erst recht nicht.

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12. September 2006

Wird Google philosophisch?

Interessant, was Google über das Texter-Blog in seinem Cache hat.



Wieso gerade dies die relevanteste Zeile des ganzen Blogs sein soll, wir mir wohl für immer ein Rätsel bleiben.

Oder wird Google philosophisch? Will er mir was mitteilen? Vielleicht: «Obacht lieber Texter, ausserhalb deiner geschützten Schreibstube ist die Welt brutal.»

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11. September 2006

Zitate - nur ein Notanker für faule Texter?

Böse Zungen behaupten, dass Texter immer dann zu Zitaten greifen, wenn ihnen nichts Gescheites in den Sinn kommt.

Und doch, richtig eingesetzte Zitate erreichen eine aussergewöhnliche Wirkung.

Ein schönes Beispiel habe ich am Samstag in Luzern entdeckt.



Das braucht Mut: Das Zitat nimmt die ganze Seite des Busses ein. Die Marke des Unternehmens ist nicht sichtbar. Ein Graus für jeden Brand Manager.

Trotzdem: Würde ein riesiger Schriftzug mehr Lust aufs Reisen machen?

Oder um es mit einem anderen Zitat auszudrücken:

«Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.» (Antoine de Saint-Exupéry)

Wer ein Zitat sucht, wird vielleicht hier fündig:
Leider ohne Online-Zugriff, aber immerhin elektronisch
  • Duden - Das grosse Buch der Zitate und Redewendungen (direkt erhältlich im Duden-Downloadshop)
  • Das kleine Z (hier gratis herunterladen) und Das Grosse Z (hier bestellen)
Wer weitere empfehlenswerte Zitatsammlungen kennt, füge sie bitte in den Kommentaren an.

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7. September 2006

Schreiben fürs Hören (oder für das Blog)

Ein Text wird geschrieben, damit er gelesen wird.

Logisch. Nicht?

Manchmal wird ein Text aber geschrieben, damit er gehört wird: Radionachrichten, Reden, Vorträge, Fernsehreportagen, Podcasts...

Schreiben fürs Hören unterliegt besonderen Regeln, wie ich an einem Radiokurs von klipp&klang ein weiters Mal erfahren durfte.

Nun habe ich ein Buch zum Thema gefunden, «Schreiben fürs hören» von Stefan Wachtel (ISBN 3-89669-427-8, zu bestellen bei amazon.de oder books.ch).

Hier einige Kernelemente aus dem Kapitel «Regeln und Empfehlungen»:
  • Wichtige Begriffe wiederholen - wenig sprachliche Varianten, keine Synonyme.
  • Verben statt Nomen. Das Verb nach vorn.
  • Für jeden Gedanken einen eigenen Schritt.
  • Gedanken durch Gelenkwörter (also, darum, trotzdem...) am Satzanfang verbinden.
  • Wenig eingeschobene Teilsätze. Wenn, dann nur kurze.
  • Nicht nur Hauptsätze, auch Nebensätze verwenden. Diese müssen aber kurz sein.
  • Keine doppelten Verneinungen.
  • Nur geläufige Fremdwörter verwenden. Wenn es ein gleichwertige deutsches Wort gibt (und das gibt es meist), dann das deutsche Wort verwenden.
  • Abkürzungen mindestens einmal vollständig aussprechen, im Zweifelsfall erklären.
  • Aktiv statt Passiv formulieren.
Nun, ist nichts Revolutionäres. In vielen Stil- und Schreibratgebern finden sich ähnliche Regeln.

Radiomachern wird immer eingebläut, dass die Hörer nicht «zurückhören« können.

Allen Schreibern sei deutlich gesagt: Es ist eine Zumutung, wenn der Leser «zurücklesen» muss.

Übrigens: Die Regeln des Schreibens fürs Hören ergeben auch eine gute Internet-Schreibe. Ganz besonders für schnell zu lesende Blogs.

Wer sich weitergehend für das Thema interessiert, dem sei auch «Schreiben und Redigieren - auf den Punkt gebracht!» von Ivo Hajnal und Franco Item empfohlen (ISBN 3-7193-1337-9, auch erhältlich bei amazon.de oder books.ch). Es ein gut verständliches, an der Praxis orientiertes Schreibtraining für Kommunikationsprofis. Einzige Einschränkung: Wer Ausgabe 1 schon hat, braucht die 2. Ausgabe nicht. Die Aktualisierungen sind minim.

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6. September 2006

Weg mit den Textern!

Uns Texter braucht es bald nicht mehr.

Auf PR-O-MATIC Produktnamen, Unternehmen, Branche, Standort und Geschäftsführer eingeben, einmal klicken und Schwupps: Fertig ist die Medienmitteilung.

Für den Texter-Blog tönt es dann so:

Texter-Blog bald marktreif
Business brutal: Das neue Texter-Blog der zoll-kommunikation steht für Innovationsfähigkeit ...
Zürich, den 06.09.2006 -- Die zoll-kommunikation, einer der ideenreichsten Anbieter im Bereich Kommunikation, kündigte heute erstmalig die Verfügbarkeit von Texter-Blog an. Wieder startet der Marktführer ein vorteilhaft abgestimmtes System, auf das sich viele Businessuser lange gefreut haben. Anlass des neuen Releases ist vor allem die Businessanforderung nach einem wettbewerbsverbessernden, prozessoptimierenden Werkzeug, mit dem sich fast alle Probleme mit Shrinked-Wrapped-Lösungenen preiswert, schnell, plattformunabhängig und performant aus der Welt schaffen lassen, und das mit allen Vorteilen von Voice-over-IP und Multimedia-Anwendungen im Netz. Kenner wissen, was das bedeutet: Mehr Nutzen für noch weniger Geld.

Wenn die Meldung nicht passt, einmal den «Zurück»-Knopf drücken, dann wieder «Eingabe» und schon heisst es:

Texter-Blog verbreitert Anwenderbasis
Team Building mal anders: Das neue Texter-Blog der zoll-kommunikation revolutioniert Lösungsansätze ...
Zürich, den 06.09.2006 -- Die zoll-kommunikation, einer der federführenden Anbieter im Bereich Kommunikation, kündigte heute erstmalig die Verfügbarkeit von Texter-Blog an. Das hier marktführende Unternehmen launcht damit ein innovatives System, auf das sich viele Businessuser lange gefreut haben. Hinter dem Update steckt vor allem der steigene Wunsch nach einem funktionalen, kernkompententen und zugleich plattformattraktiven Business-Werkzeug, preiswert und unkompliziert beseitigen lassen, und das für GSM ebenso wie für UMTS. Venture-Kapitalisten wissen, was das bedeutet: 1000% Rendite bei 0% Risiko.

Solch wunderschöne Texte: ohne Briefing, ohne Gegenlesen, ohne Terminprobleme, ohne Honorar, ohne Ärger...

Bleibt bloss zu hoffen, dass meine Kunden davon nichts erfahren ;-)

Danke an meinen Kollegen Stefan Scherrer für den Hinweis.

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Die Post geht ab - beim Corporate Publishing

Manchmal kann einem die Post ja leid tun. E-Mail, Handy, Chatting, Blogs - wer um Himmels Willen schreibt denn noch Briefe?

Auch im Marketing nehmen die elektronischen Kanäle einen immer wichtigeren Platz ein.

Von einer Entwicklung hingegen profitieren die Pöstler - dem Corporate Publishing. Kundenmagazine, Geschäftsberichte, Mitarbeitermagazine, Newsletter, Corporate Books... da gibt es Arbeit für die Post (und selbstverständlich auch für Kurierunternehmen).

Die deutsche Post hat dies schon vor einiger Zeit gemerkt und auf ihrer Website einen grossen Bereich zu Corporate Publishing eingerichtet. Eine gute Zusammenfassung ist der CP Ratgeber, eine umfassende Broschüre, die hier gratis herunter geladen werden kann.

Auch in der Schweiz will die Post einen Teil vom Geschäft. Ihr neuster Online-Kurs beschäftigt sich mit Corporate Publishing. Leider ist er auf der Post-Website etwas gar gut versteckt: Zur Inhaltsübersicht geht es hier lang, anmelden kann man sich hier.

Wer sich anmeldet, erhält die fünf Teile im Wochenrhythmus zugeschickt. Mit einem Zeitaufwand von je gut einer halben Stunde erhält man so eine fundierte Einführung ins Thema. Aus Texter-Sicht interessiert Teil 3 (Redaktion) besonders. Auch meine Erfahrung ist da eingeflossen.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Links zum Corporate Publishing:

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4. September 2006

Wann ist ein Text wirklich gut?

Schreiben kann jeder. Zumindest in unseren Breitengraden fast jeder.

Doch wie gut sind meine Texte wirklich? Diese Fragen stellen sich sogar gestandene Texterinnen und Texter.

Rasch geht jeweils die Diskussion in eine Richtung: «Was ist überhaupt ein guter Text?».

Sicher kann man darüber streiten, doch gibt es Kriterien, die allgemein anerkannt sind:

  • Ist der Text verständlich?
  • Ist er fehlerfrei?
  • Ist der Text solide, kohärent und stimmig?
  • Ist er (überwiegend) floskelfrei?
  • Stimmen die «sprachlichen Bilder»?
  • Wird die Tonalität dem Zielpublikum und dem Absender gerecht?
  • Ist der Text dem Medium und dem Informationsziel entsprechend strukturiert?
In der Schweiz gibt es ein Gütesiegel für professionelle Texterinnen und Texter, das Berufsregister von script, dem Schweizer Texterinnen und Texterverband.

Das Berufsregister ist gegenwärtig ein ziemlich exklusiver Club: Nur gerade 17 Texterinnen und Texter dürfen gegenwärtig diesen Titel tragen. Ich bin einer von ihnen.

Warum nur so wenige?

Leider scheinen sich viele Berufskollegen nicht wirklich darum zu kümmern.

Oder ist es vielleicht die Angst, dass man durchfallen könnte? Zugegeben, die Aufnahmebedingungen sind hart: Nicht mal die Hälfte der eingereichten Dossiers hält im Durchschnitt der Prüfung stand.

Darum biete ich im Rahmen eines scriptERFA einen Textcheck an: «Ist mein Text BR-würdig?» am Donnerstag 28. September in Zürich.

(Potenziellen) BR-Kandidaten bietet das ERFA zwei Wochen vor Einreichungstermin für die aktuelle Zertifizierungsrunde die Möglichkeit, ihre Texte durchleuchten zu lassen. Anschliessend bleibt genügend Zeit, um das Dossier zu verbessern.

Eingeladen sind aber auch alle, die ihre Texte der Analyse ihrer Kolleginnen und Kollegen aussetzen wollen.

Ich hoffe auf viele Teilnehmer.

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3. September 2006

Reduce to the Mac



Wunderschön reduziert, die neuen Werbespots von Apple MacIntosh.

Als Texter gefällt mir besonders:
  • Die Idee: Kann man technische Details allgemeinverständlicher erklären?
  • Die Dialoge: witzig, knackig und voll auf den Punkt.
  • Die Umsetzung: Reduce to the Mac.
Darum: Two Thumbs up.

Selbst wenn ich als Applebenutzer weiss, dass die Realität manchmal doch ein kleines bisschen komplexer ist.

PS: Mein Lieblingsspot ist hier.

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Die Swiscom bloggt (noch nicht) - ich lerne schon

Als ziemlicher Neuling in der Blogosphere (meine erste Schritte machte ich in meinem Reise-Blog) lerne ich dazu:

  • Man sollte sich nicht in eine aktuelle Diskussion einmischen, wenn man anschliessend zwei Tage in die Offline-Welt abtaucht. Ein Blog-Pikett, wie Matthias es der Swisscom empfielt, kann ich mir nicht leisten.
  • Man sollte sich die Namen von zitierten Blogs korrekt merken. Sorry Metablog, danke Matthias.
  • Wer gross ankündigt, muss auch liefern. Das hat Fredy Künzler richtig festgehalten: «Lifere, nid lafere», respektive ausgedeutscht «die Swisscom Pressestelle hätte besser das Projekt geheim gehalten».
    Auch wenn wir noch immer auf den Start des Swisscom-Blogs warten, hat die Swisscom bereits einen Beweis geliefert: Ihr Blog-Monitoring funktioniert. Und es hat sogar Menschen hinter den Maschinen, die in die Tasten greifen.

    Die Spannung steigt.

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1. September 2006

Krisen-PR ist, wenn man trotzdem lacht






Was machen, wenn man mit den Hosen unten erwischt wird?

Eine Expertin wider Willen ist Kyra Phillipps, die CNN-Moderatorin, die beim Klo-Gang vergass, ihr Mikrophon abzustellen. Unbewusst lieferte sie einen etwas aussergewöhnlichen Soundtrack zu einer Rede von Präsident Bush.

Nun, nimms mit Humor.

Die Dame wagte es, in Dave Letterman's Late Show, die berühmten «Top Ten» zu lesen.

Hier sind die «Top Ten Kyra Phillips Excuses»:

10. «Still haven't mastered complicated on-off switch»
9. «Larry King told me he does this all the time»
8. «How was I supposed to know we had a reporter embedded in the bathroom?»
7. «I honestly never knew this sort of thing was frowned upon»
6. «I couldn't resist a chance to win $10,000 on America's Funniest Home Videos»
5. «I was set up by those bastards at Fox News»
4. «Like you've never gone to the bathroom and had it broadcast on national television»
3. «I just wanted that hunky Lou Dobbs to notice me»
2. «Okay, so I was drunk and I couldn't think straight»
1. «You have to admit, it made the speech a lot more interesting»

Wie gesagt, Kyra Phillips präsentierte diese Liste selber.

Sehr mutig. Und definitiv besser als irgendwelche Ausreden.

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Aller Anfang ist schwer



Wenn ein Unternehmen wie Swisscom eine Blog ankündet, dann darf es nicht damit rechnen, mit offenen Armen empfangen zu werden.

Mal ehrlich gesagt, wirklich darauf gewartet hat niemand. Und das gilt wohl auch für jedes andere Unternehmensblog.

Und wie nicht anders zu erwarten war, die Kritik kam schnell.

MBLOG wetzt die Messer:
Hey, da habe ich gleich eine gute Idee: Ich könnte jetzt schon ein paar vor Zynismus triefende Kritiken schreiben, von A wie Authentisch bis Z wie Zensur. Und sobald der Swisscom-Blog etwas schreibt (oder nicht schreibt!), worauf die vorbereitete Kritik ungefähr zutrifft: Auf “Publish” klicken und Päng, ich bin der Erste! Ja
infamy zündelt: «wird sicher der Knaller!»

CH Internet Szene malt schwarz: «Swisscom-Blog: er kann nur scheitern»

Trotzdem, einige können den Start kaum erwarten: Heute 1. September (dem angekündigten Startdatum) um 8.40 Uhr schreit ein Frühaufsteher aus der PR-Branche: «Wo bleibt das Swisscom Weblog?»

Nun ja, wir müssen der Swisscom ja nicht gerade 100 Tage Schonfrist zugestehen, wie es in der Politik üblich ist (oder war).

Aber zwei, drei Wochen beobachten und sich dann ein Urteil bilden wäre sicher fair. Immerhin ist Swisscom das erste SMI-Unternehmen, das das Abenteuer Bloggen wagt.

Für die Swisscom-Blogger bedeuten die Kommentare nur eins: Kühlen Kopf bewahren und ihr Ding durchziehen.

Und dann schnell und präzise reagieren, wenn die Kritik fundamental ist.

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