31. Oktober 2006

Am Ende des Tages sprechen wir alle Englisch

Was haben die Ausdrücke «der frühe Vogel fängt den Wurm», «das meint», «das macht Sinn» und «am Ende des Tages» gemeinsam?

Es sind alles Anglizismen.

Wo sie herkommen und wie sie sich ins Deutsche einschleichen erklärt Bastian Sick in der neusten Zwiebelfisch-Kolumne.

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Kollegenschelte

«Kollege übt noch» titelt Sargnagelschmiede und der Link gilt mir, respektive meinem Texter-Blog.

Was den Autor - offensichtlich auch ein Texter - stört? Den Untertitel des Blogs. Der entwickle soviel Spannung wie ein ausgeleiertes Strumpfband.

Und? Der Kollege hat recht.

Vor zweieinhalb Monaten beim Aufsetzen des Texter-Blogs irgendwas ins entsprechende Feld getippt - und dann vergessen. Leider schlummerten diese holprig zusammengewürfelten Buchstaben aber nicht irgendwo in den Tiefen meiner Harddisc, sondern standen im Schaufenster der Welt, dem Internet.

Wo sie früher oder später natürlich jemand findet.

Autsch. Und darum weg damit.

Danke dem unbekannten Kollegen für den Wink mit dem Zaunpfahl.

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30. Oktober 2006

100 Jahre Pressemeldung

100 Jahre alt wurde sie dieser Tage, die Pressemeldung.

Aus diesem Anlass zeichnet Greg Jarboe auf searchenginewatch.com die Geschichte der Pressemeldung in Kürze nach: The 100th Birthday of the Press Release.

Spannend, was da zum wohl klassischsten Instrument der Medienarbeit steht: Zum Beispiel, dass ein Eisenbahnunglück Thema dieser Meldung war oder dass die NY Times von dieser neuen Art der Medienarbeit so angetan war, dass sie die gesamte Meldung abdruckte. Oder dass die zweite Pressemeldung ein paar Monate später bei den Journalisten Protest auslöste, weil sie sich manipuliert fühlten.

Auf diese Einwände publizierte Ivy Lee (ausführlicher im englischsprachigen Wikipedia), der vielfach als Gründer der modernen PR angesehen wird, eine «Declaration of Principles», die noch heute modern tönt:
This is not a secret press bureau. All our work is done in the open. We aim to supply news. If you think any of our matter ought properly to go to your business office, do not use it.

Our matter is accurate. Further details on any subject treated will be supplied promptly, and any editor will be assisted most cheerfully in verifying directly any statement of fact. In brief, our plan is, frankly and openly, on behalf of business concerns and public institutions, to supply to the press and public of the United States prompt and accurate information concerning subjects which it is of value and interest to the public to know about.

Spannend ist auch, wie Greg Jarboe, Mitbegründer von SEO-PR, die Brücke zur PR heute im Web 2.0 schlägt. So finde man heute bei einer Websuche häufig die Medienmitteilung des Unternehmens gleichauf mit den Medienberichten über das Unternehmen.

Dass Unternehmen und PR-Leute heute Pressemeldungen für Suchmaschinen optimieren, stösst nicht überall auf Gegenliebe. Genau wie die erste Pressemeldung gemischt aufgenommen worden sei, bemerkt Greg Jarboe.

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Zum Glück bin ich selbstständig

Es ist Montagmorgen, viel Arbeit liegt vor mir.

Da kommt dieses kleine Motivationsvideo gerade recht.


Zum Glück muss ich mich als Selbstständiger nicht mit solchen Affen rumschlagen.

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15 Wege zum Killer-Blog

Zugegeben, der Titel ist amerikanisch-reisserisch. Trotzdem, die Fifteen Ways to a Killer Blog With the Scobles von Pat McCarthy von conversionrater.com sind durchaus brauchbar. Für Business-Blogger wie für Private.

Für Schnellleser hat Robert Basic von Basic Thinking die 15 Wege zum Killer-Blog auf deutsch zusammengefasst.

Mehrere Punkte befassen sich schlicht und einfach mit dem, was einen guten Text ausmacht. Zum Beispiel Punkt 6 «Wähle gute Artikelüberschriften, informativ, catchy» oder Punkt 11 «Schreibe gut, schreibe treffend».

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26. Oktober 2006

Sauwetter - für diese Werbung.

Heute am HB Zürich.

Lufthansa Guerilla Marketin 1

Beim näher Hinschauen:

Lufthansa Guerilla Marketing 2

Zu dumm, da hat mal einer eine kreative Idee und ausgerechnet dann gibts den schönsten Oktober seit Menschengedenken.

Sauwetter!

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25. Oktober 2006

Deutsch für du und ich

Ich gebs ja zu - in der Schule habe ich den Deutschunterricht nie wirklich gemocht. Meine Deutschlehrer wären wohl allesamt an einem Lachkrampf gestorben, wenn ich ihnen damals gesagt hätte, dass ich eines Tages als Texter arbeiten würde.

Auch mit den Deutschprüfungen hatte ich es nicht so. Doch heute habe ich wieder mal einen Deutschtest gemacht.

Bastian Sick, der Sprachkolumnist des Spiegels hat heute in seiner bekannten Zwiebelfisch-Kolumne (als Buch: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod), einen kleinen Test eingebaut.

Ich hab die 20 Fragen rasch durchgeklickt. Am Schluss des Tests hiess es dann:
Sie haben 16 von 20 Punkten.
Alle Achtung, Sie haben eine Menge drauf! Wenn alle so gut wären wie Sie, brauchten wir PISA nicht mehr zu fürchten.

Pisa ist mir eigentlich egal. Ob das allerdings für einen Texter ein Glanzresultat ist, sei dahingestellt.

Interessant ist der Test aber alleweil, denn die Antworten werden auch erklärt. Wenn ich die Erklärungen selber hätte liefern müssen, wäre mein Resultat garantiert tiefer gelegen.

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E-Mail: Fluch oder Segen?

Gestern Abend habe ich unbewusst mein E-Mail Programm in den Offline-Modus geschaltet. Ab etwa 17 Uhr hatte ich - zumindest betreffend Mails - einen aussergewöhnlich frühen Feierabend. Das bin ich mir als selbstständig Erwerbender ja gar nicht gewöhnt... Als ich mir dessen heute morgen bewusst wurde, hatte ich aber einen kleineren Schock. Per E-Mail nicht mehr erreichbar sein: Unvorstellbar!

Gerade heute bringt die Netzwoche einen Artikel über E-Mail, der fragt, ob sie ein Mittel der Effizienzsteigerung oder Zeitfresser sind (Gesamter Artikel nur in Print, Kurzmeldung hier). Dem Artikel zugrunde liegt eine Studie von Dr. Pascal Sieber & Partner, Bern. Autorin des Artikels ist Nicole Scheidegger, die dort Consulting & Research betreibt.

Das Fazit der Autorin ist recht ernüchternd: «Kaum jemand hat bisher gelernt, mit diesem Medium methodisch richtig umzugehen».

Aus Seiten des Absenders seien die Herausforderungen:
  • Entscheidung über das richtige Kommunikationsmedium (d.h. E-Mail ist zwar praktisch aber nicht immer der richtige Kommunikaitonsweg)
  • Formulierung des Inhaltes (2 Tipps: Das Wichtigste zuerst. Nur 1 Thema pro Mail)
  • Formulierung der Betreffzeile (nichtssagende Betreffszeilen hindern beim Durchforsten der Inbox)
  • Wahl des Verteilers (Vielfach verstehen die Empfänger nicht, warum sie ein CC bekommen)
Dem Empfänger stellt sich die Schwierigkeit, die Übersicht zu behalten und mit den richtigen Prioritäten zu reagieren. Dabei sei er unter dem sozialen Druck, rasch zu reagieren, schreibt die Autorin.

Für eine effiziente Bearbeitung der E-Mails empfiehlt sie:
  • Unwichtige Mails sofort löschen
  • Kleinere Sachen sofort beantworten
  • Grössere Sachen verschieben
  • Zeitfenster einplanen für die Bearbeitung von Mails.
Welchen Stellenwert E-Mails mittlerweile haben, zeigt die Zeit, die wir dafür aufwenden. Die in der Studie Befragten - alles berufstätige, internettaffine Personen - beschäftigen sich täglich rund eine Stunde und 20 Minuten mit E-Mails. Bei 20 Prozent der Befragten sind es sogar über zwei Stunden.

Details in der aktuellen Netzwoche Nr. 39 auf S. 6 / 7. Theoretisch kann man die ganze Studie bei Dr. Pascal Sieber und Partner bestellen (190 CHF), doch bis jetzt ist auf der Website der Firma nichts drauf.

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Revolutioniert Google Custom Search Engine das Suchen im Web?

RSS-Reader sind ein cooles Ding. Doch sie haben eine grosse Schwäche - man kriegt nur Neuigkeiten von Quellen, die man bereits kennt. Wenn irgendwo sonst im Web eine spannende Diskussion entsteht, so verpasst man es.

Täglich auf Suchmaschinen die gleichen Begriffe einzugeben, ist mühsam.

Automatisieren konnte man das immerhin soweit, dass sich bei Google-News (hier die Pendants für Deutschland und Österreich) aus Suchanfragen RSS-Feeds generieren liessen. Immer wenn Google was Neues entdeckte, bekam man eine Meldung. Meine Erfahrung damit ist allerdings gemischt: So wurden mir häufig die gleichen Suchergebnisse über Stunden und Tage als «neu» präsentiert.

Nun erlaubt Google eigene Suchmaschinen zu erstellen. Google Custom Search Engine heisst das Ding und existiert vorerst nur auf englisch erhältlich.

Wies funktioniert?

Man gibt der Suchmaschine einen Namen und bestimmt wichtige Begriffe. Alles lässt sich in einem einfachen Control Panel einstellen.

Google Coop: Grundeinstellungen


Dann fragt Google nach Sites, die bevorzugt behandelt werden sollen. Suchergebnisse von diesen Sites kommen zuoberst. (Was diese Einstellung für Suchmaschinenoptimierer bedeutet, steht hier). Allerdings werden andere Quellen nicht ausgeschlossen - im Gegensatz zu einem RSS-Reader.

Google Coop: URLs definieren


Google liefert einen Code, den man in die eigene Website einbinden kann. In meinem Fall sieht es dann so aus.







Es gibt noch eine Menge zusätzlicher Funktionen, die ich noch ausprobieren muss. Den Search als RSS-Feed laufen zu lassen, scheint allerdings nicht möglich zu sein. Somit ist es noch kein Ersatz für RSS-Feeds, immerhin sollte es die Suche etwas genauer machen.

Wie praktisch das Ganze in der Praxis ist, kann ich noch nicht sagen. Ich werde es aber sicher weiter verfolgen.





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Warum bloggen?

Ja warum eigentlich? Denn laut NZZ ist bloggen ja eine ziemlich autistische Betätigung.

Drei schöne Gründe nennt Gabriela in ihrem ersten Post:
Die Absicht hinter diesem Weblog ist dreifach: Erstens dient es dem Risikomanagement für den Fall, dass ich auf den Kopf fallen und mich danach nicht mehr daran erinnern sollte, wer ich bin und was ich die ganze Zeit so machte, während ich vorgab, mit wichtigen Dingen beschäftigt zu sein. Zweitens soll das Blog den Schaden begrenzen im - zugebenermassen wahrscheinlicheren - Fall, dass meine handschriftlichen Notizen von den Termiten verspiessen werden. The little bastards. Doch der wichtigste Grund seid ihr, die lieben Leserinnen und Leser, denen ich mit meinem Blog eine kleine Freude machen will. Also dann, herzlich willkommen - das gilt natürlich auch für eure Kommentare.
«Gabriela's Miscellanious» heisst das Blog, es findet sich hier und ist nicht nur Liebhabern von Capivaras empfohlen.

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24. Oktober 2006

Eymonn wottsch düütsch oder was?

Da regt sich manch einer über den Verlust der deutschen Sprache auf. Und auch wir Texter sehen uns gern mal als Sprachpfleger.

Zumindest bei der Jugendsprache kann man es auch anders sehen: Die Jungen sind sprachbegabter, als wir es je waren oder je werden. Nur sind wir zu blöd, um es zu merken.

Fein beobachtet hat dies Bänz Friedli in seiner Hörkolumne im Migrosmagazin.

«Eymonn, wo isch Problem», hier als Podcast anhören oder hier die Kolumne in iTunes oder als RSS-Feed abonnieren.

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Virales Marketing oder Red-Bull Freak?

Wie auch immer: Das Ding hat Groove.



Entdeckt beim Rumsurfen auf youtube.

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23. Oktober 2006

Schubladendenken von Bloggern

Blogger sind auch nur Menschen. Und damit vor dem Schubladendenken nicht gefeit.

Mit feiner Selbstironie hat Dreibein Peter vom Dreibeinblog.de die Schubladisierung der Bloggertypen geschrieben: Bloggomanie.

Jetzt ist es an jedem selbst zu entscheiden, wo er sich sieht.

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Mütter aller Länder...

Heute morgen in 20 Minuten:
Unverständliche Kuchenwerbung
Nun, liebe Werber. Was soll das?

Lag es bloss an meiner Müdigkeit oder habt ihr da etwa drei Sachen durcheinander gebracht?

Ganz ehrlich, ich versteh dies:
  • Klein, braucht Milch, nimmt man zur Brust - Ich denke: Baby.
  • Zum Anbeissen - Ich frag mich: Kannibalen?
  • Das «Kind» heisst Choco - Ich entrüste mich: Spielt ihr etwa auf Madonnas neuste Errungenschaft an?
Fragen über Fragen.

Halt! Jetzt weiss ich, was ihr meint: «Mütter aller Länder, nehmt eure Choco-Cakes zur Brust». Im Zweifelsfall waren es bisher ja noch immer die Kommunisten ;-)

Aber seid ihr sicher, dass diese Assoziationen im Sinne des Kunden sind?

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22. Oktober 2006

Gegrillt und geröstet - vor laufender Kamera

Nein, dies ist kein Post zum schönen Herbstwetter und den dadurch möglichen Freizeitaktivitäten.

Gegrillt und geröstet bin ich mir am Freitag und gestern Samstag vorgekommen.

Im Rahmen des Nachdiplomstudiums in Corporate Communication, das ich an der HSW Luzern absolviere, hatten wir ein zweitägiges Medientraining.

Und zwar dort, wo die Gegenüber von uns Unternehmenskommunikatoren ausgebildet werden, am MAZ, der Schweizer Journalistenschule.

In diesen zwei Tagen hatte ich so viele Mikros unter und Kameras vor der Nase wie sonst während Monaten nicht. Simon Kopp und Dani Deicher - beide früher Journalisten und heute Mediensprecher - lockten uns in alle Fallen, die man sich vorstellen kann.

Und selbstverständlich tappten wir fast ausnahmslos einer nach dem anderen rein.

Obwohl ich vor nicht ganz drei Monaten in einem anderen Rahmen ein ähnliches Training absolvieren konnte, zeigte sich klar: Üben, üben, üben.

Ich war sicher nicht zum letzten Mal in einem Medientraining.

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20. Oktober 2006

Noch einmal: Reduzierte Werbung

Liegt es nur an meinen Vorlieben oder ist Werbung, die auf eine einzelne Idee reduziert ist, einfach die beste?



Auch eine elegante Art von vergleichender Werbung: Für wen stehen Bratwurst, Sushi und Knäckebrot?

Der Spot ist heute Spot des Tages bei persoenlich.com, wo ich ihn entdeckt habe.

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19. Oktober 2006

Sollen Blogger recherchieren?

Blogging Tom fragt: Sind Recherchen wichtig?

Ja, meine ich, sehr sogar. Wie sich Fehler im Internet munter multiplizieren können, habe ich vor ein paar Wochen gezeigt.

Wichtig für alle Blogger: Recherchieren und eine eigene, kontroverse Meinung zu haben, schliesst sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil: Die Meinung hat umso mehr Gewicht, wenn die Fakten stimmen. Ist doch oberpeinlich, wenn man eine Kontroverse auslöst und am Schluss eingestehen muss, dass die Fakten falsch waren.

Gute Tipps und viele interessante Quellen für die Recherche gibt es übrigens im Recherchen Blog.

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Knackiger Produktnutzen

Als Texter gebe ich es ungern zu - aber manchmal braucht es keine Worte, um den Produktnutzen deutlich zu machen.
Schön umgesetzt. Und der Spot passt vom Stil her perfekt zum Sportclub, der auf edel macht.

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18. Oktober 2006

Können Pharaonen spammen?

Zum ersten Mal ein SPAM-Mail, dass von mir mehr als eine Millisekunde Aufmerksamkeit erhalten hat.

Altägyptischer SPAM

Ist ja wirklich kreativ.

Ob da wohl ein ägyptischer Pharao aus seiner Pyramide heraus spamt?

Und ob Pharaonen wohl Texter beschäftigen? Hofschreiber hatten sie ja, soviel ich weiss. Obwohl - mit Papyrus und so käme ich wohl schlecht zurecht.

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Wie doof darf Telefonmarketing sein? (zum Zweiten)

17:42 Uhr, das Telefon klingelt.

Ich: Hallo?
Sie: Guten Abend, Wiloricek (oder so) von der süddeutschen Kassenlotterie...
Ich: Auf dieser Nummer ist eine Werbesperre...
Sie: Eine Werbesperre? Das kann ich ja nicht wissen!
Ich: Doch, die ist im Telefonbuch eingetragen.
Sie: Ich telefoniere aber nicht mit dem Telefonbuch...

Na ja, muss ja Spass machen, einfach wild ohne System irgendwelche Nummer einzutippen.

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Offenes Tagi-Archiv nur seit Anfang Jahr

Im Anschluss an meinen vorherigen Post über das Tagi-Archiv habe ich festgestellt, dass man auch gleich die ganze Ordnerstruktur angucken kann: http://epaper.tagesanzeiger.ch/data/tages/ gibt alle Ausgaben an, wenn man eine davon anklickt, sieht man alle vorhandenen Seiten. Ist ja richtig praktisch.

Allerdings: Nur die Ausgaben ab dem 7. Januar 2006 scheinen frei zugänglich zu sein. Bei den älteren heisst es: «Authorization Required, This server could not verify that you are authorized to access the document requested. Either you supplied the wrong credentials (e.g., bad password), or your browser doesn't understand how to supply the credentials required.»

Irgendjemand hat sich also doch an offizielle Preispolitik erinnert.

Zumindest bis Anfang Jahr.

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Gratis ins Archiv von Zeitungen

Da habe ich doch gedacht, die Zeiten, wo man ganze Zeitungen gratis im Internet lesen konnte, seien definitiv vorbei.

Nun haben aber gleich zwei Blogger entdeckt, dass man gewisse - eigentlich zahlungspflichtige - Online-Archive mit ein bisschen Rumtippen einfach knacken kann:
Wo gibt es noch solche Glücksfunde?

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17. Oktober 2006

Web 2.0 mit Strategie

Bei vielen Blogs hat man den Eindruck, dass einfach einer drauflos bloggt. Ähnlich steht bei vielen anderen Anwendungen des Web 2.0 Kreativität vor Planung.

Und das ist gut so.

Wenn sich aber Unternehmen in dieses Feld begeben, so ist eine Strategie unbedingt erforderlich.

Torsten Schwarz von marketing-boerse.de hat 12 Surftipps zum Thema Web 2.0 zusammengestellt. Neben einer kommentierten Linkliste hat er auch einen ausführlichen Artikel mit konkreten Tipps verfasst. Dieser ist als PDF herunterladbar.

Dieser Artikel ist ein eigentlicher Rundumschlag: Von den Grenzen der integrierten Kommunikation über nutzergenerierte Inhalte und neue Werbeplattformen bis Audio und Video deckt er alles ab. Es ist eine hervorragende Übersicht auf nur drei Seiten, grosse Vertiefungen sind da natürlich nicht möglich.

Einen Tipp (Thorsten Schwarz nennt ihn unter «Nutzer suchen Authentizität»), den ich mir als Texter auch wieder einmal zu Herzen führen darf: «Schreiben Sie so, wie sie mit Freunden reden».

Denn auch wir Texter und Blogger sind nicht davor gefeit, in unseren Fachjargon abzurutschen.

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16. Oktober 2006

Naming lokal (1): Am Ende der Welt

In Genf fahren die Busse weiter als anderswo.

Nämlich bis ans Ende der Welt, den Bout-du-monde.

TPG: Station Bout-du-monde»

Wo das liegt? Hier.

Immer wieder stolpere ich über wunderschöne, absurde, komische Ortsbezeichnungen.

Darum habe ich beschlossen, sie zu sammeln. Unter der Rubrik «Naming lokal» werde ich diese Strassenschilder, Bushaltestellen, Stationsnamen künftig zeigen.

Einsendungen sind herzlich willkommen.

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14. Oktober 2006

Wenn Profis layouten

Vor einigen Tagen habe ich hier meinen Layout-Vorschlag für ein «Zeitbilder» der NZZ gezeigt, den ich im Rahmen eines MAZ-Kurses gestaltet habe.

«Die Heimreise des Herrn Zheng» ist in der heutigen NZZ (nur Print-Ausgabe) nun erschienen. Leider wie immer gut versteckt im Bund «Literatur und Kunst», diesmal auf Seite 71 .

Und so sieht es aus:
NZZ: «Die Heimreise des Herrn Zheng, Seite 1»

NZZ: «Die Heimreise des Herrn Zheng, Seite 2-3»
Ich finde es sehr schön, was meine Kollegen gestaltet haben. Schade bloss, dass die Einstiegsseite der Reportage neben einer Anzeigenseite zu liegen kommt. Sie verliert so an Gewicht.

Für alle, die eine NZZ vom 14./15. Oktober in die Hand kriegen: Die Geschichte kann ich als interessante Wochenendlektüre empfehlen.

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13. Oktober 2006

Wenn Blogger klauen und wenn Blogger beklaut werden.

Seit Tagen beschäftigt der Spreeblick die (vor allem deutsche) Blogosphäre mit der Frage «Darf ich das bloggen?».

Der Autor Johnny legt in 9 Punkten dar, wie man sich vor Abmahnungen schützt und wie man sich verhält, wenn man doch abgemahnt wird. Grundsätzlich geht es um Fragen des (deutschen) Urheberrechts.

Nun ist es aber nicht nur so, dass Blogger sich mit Bildern und Texten eindecken, die ihnen nicht gehören. Blogger werden auch beklaut.

Ein besonders krasses Beispiel erlebt Business Blog Consulting. Ein anderes Blog kopiert den RSS-Feed des BBC vollständig - und verdient Geld mit Google Adwords, die dazu geschaltet werden.

BBC zeigt nun seine Verteidigungsstrategie auf: What to do when your content is scraped from your blog.

Besonders interessant: Es geht weniger um rechtliche Überlegungen (was für uns als nicht-Amerikaner weniger interessant wäre), sondern um technische.

Zwei Beispiele:
  • Den Kopierer bei Google anzeigen - denn Google mag es nicht, wenn Google Adwords zu geklautem Content geschaltet werden.
  • Den RSS-Feed so konfigurieren, dass nicht der gesamte Inhalt publiziert wird.
Es ist erst der Anfang der Geschichte. Weiterverfolgen lohnt sich.

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12. Oktober 2006

Ein Blogger macht Urlaub - und kriegt 50 Kommentare!

Das muss ihm erst mal einer nachmachen: Steel, der einen Blog über sein Leben als Polizist in der Notrufzentrale führt, posted: «Blogpause: Bin mal kurz im Urlaub. Ich hoffe, ich sehe euch anschließend wieder. Bis bald.»

Die Reaktion der Blogosphäre: 50(!) Kommentare innert einer Woche. Die Aussage ist fast immer die selbe: Komm zurück! Wir können kaum warten auf weitere Geschichten.

Für alle, die nicht so mit Kommentaren gesegnet sind, sei auf eine Diskussion hingewiesen, die Darren Rowse vor ein paar Tagen angerissen hat: 10 Techniques to Get More Comments on Your Blog. Klaus Eck spinnte Darrens Überlegungen weiter: «Wie erhalte ich mehr Blogkommentare: 12 Antworten».

Dass Steel die Tipps gelesen hat, bezweifle ich - er ist ja im Urlaub.

Er macht macht aber eines intuitiv richtig: Er schreibt spannende, unterhaltsame, witzige Geschichten, von denen man nicht genug bekommen kann.

Man merke: Was bei TV-Serien funktioniert, funktioniert auch bei Blogs.

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Speaken Sie deutsch?

Vielleicht war mein gestriger Post über die Rechtschreibung etwas gar akademisch.

Denn: Warum soll man sich über Rechtschreibung unterhalten, wenn die Leute gar nicht mehr deutsch sprechen können?


Ich bin speaklos.

Ursprünglich publiziert - so scheint es zumindest - am 10. Mai von Andreas Dittes unter «Alles ausser Hochdeutsch - SAP Denglisch»

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11. Oktober 2006

Neue deutsche Rechtschreibung V7.4.9.3.9.x

Ich gebe es zu: Ich habe schon lange den Überblick verloren, bei welcher Reform der Reform der Reform der deutschen Rechtschreibung wir mittlerweile angelangt sind.

Offensichtlich wird an den Schulen seit dem 1. August eine erneut modifizierte Rechtschreibung gelehrt.

Darauf aufmerksam gemacht hat mich die NZZ, die gestern einmal mehr dargelegte, wie sie mit der neuen Rechtschreibung umgeht (Artikel leider nicht online frei verfügbar, NZZ vom 10. 10. 2006, Seite 15 oder im zahlungspflichtigen Archiv).

Der Titel des Artikels gibt auch gleich die Einstellung der NZZ bekannt: «Herkömmliche Varianten haben den Vorzug».

Von der Zuordnung von Lauten und Buchstaben über die Zeichensetzung bis zur Gross- und Kleinschreibung geht die NZZ jeden Punk fein säuberlich durch. Da, wo Politiker, Kommissionen und Duden Varianten zulassen, akzeptiert die NZZ jeweils nur eine - meist die herkömmliche.

Mit Genugtuung stellt die NZZ fest, dass einige Regeln wieder rückgängig gemacht wurden, die sie selber nie umgesetzt hat. So sind sinnwidrige Trennungen wie «Bi-omüll» oder einzeln abgetrennte Buchstaben wie «A-bend» nicht mehr zulässig. Kühler Kommentar der NZZ: «Die NZZ hat diesen Unfug ohnehin nie mitgemacht.»

Wer sich statt der dudenschen Kann-Regeln lieber an eindeutige Weisungen hält, findet die Linie der NZZ detailliert im «Vademecum - der sprachlich-technische Leitfaden der NZZ». Es ist im Buchhandel für 25 CHF erhältlich und kann online hier bestellt werden.

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10. Oktober 2006

Wie doof darf Telefonmarketing sein?

Dienstagabend 18:47 Uhr, wenn normale Leute ihren wohlverdienten Feierabend geniessen (und ich als Selbstständiger noch arbeite).

Das Telefon klingelt.

Ich: «Zoll»
Er: «Guten Abend, Müller (oder so) von Cablecom. Wir möchten...
Ich: «Moment! Auf dieser Nummer ist eine Werbesperre. Bitte respektieren Sie dies.»
Er: «Es geht nicht um Werbung. Es geht um eine Information.»
Ich: «Danke. Ich bin nicht interessiert.»
Er: «Wollen Sie, dass wir Ihnen den Fernseher abstellen?»
Ich: «Bitte sehr. Wir haben gar keinen Fernseher.»
Er: «Ähm????»

Naja, das Customer Relationship Management (oder altertümlich gesagt, die Kundenkartei) der Cablecom scheint nicht sehr aktuell zu sein.

Überrascht mich nicht wirklich.

Immerhin bekomme ich an meiner Adresse seit zwei Jahren Werbung der Cablecom, die an meine Mutter adressiert ist. Doch die hat nie hier gelebt, nicht einmal in dieser Stadt.

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9. Oktober 2006

Technorati: Etwas Licht ins Dunkel der Blogstatistik

Vor einigen Tagen habe ich mich gefragt, wie Technorati die Links zählt, mit denen es seine Rankings berechnet. Und auch anderen Bloggern gibt der Gralshüter der Blogsstatistiken Rätsel auf.

Ich zweifle zwar daran, dass Technorati deutschsprachige Blogs liest - doch nun erklärt Brian Pinkerton, Director of Search, in einem aktuellen Post im Technorati-Blog die Zahlen ein wenig.

Das wichtigste: In seinem Ranking berücksichtigt Technorati nur die Links der letzten 180 Tage. Die Zahl dieser Links ist in der grünen Box angezeigt. Unterhalb sind alle Links aufgelistet, die Technorati je zum entsprechenden Blog gefunden hat.

So weit so gut - Blogposts sind kurzlebig. Und auch viele Blogs leben nicht sehr lange.

Bloss: Logik scheint nicht die Stärke von Technorati zu sein. Das Texter-Blog gibt es seit dem 20. August - also weniger als 180 Tage. Der älteste Link (so Technorati) ist 44 Tage alt. Damit sollten - sofern ich den Technorati-Post richtig verstanden haben - die Zahlen im grünen Kasten und jene unterhalb identisch sein.

Doch was sagt Technorati:
Das Rätseln geht weiter.

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6. Oktober 2006

Wenn Texter layouten

Ein Text ist nicht bloss eine Anhäufung von Buchstaben. Er hat immer auch eine physische Form, das Layout.

Um mehr über typografische und layouterische Grundlagen zu wissen, war ich Anfang Woche drei Tage an der Schweizer Journalistenschule MAZ im Kurs «Qualität - Bild, Typografie, Gestaltung & Druck». Unser Dozent: Christian Güntlisberger, der bei der NZZ unter anderem für die Gestaltung der «Zeitbilder» in der Wochenendausgabe verantwortlich ist.

Warum besucht ein Texter diesen Kurs? zoll-kommunikation ist doch eine reine Textmanufaktur, kein Grafikatelier!

Richtig, doch...
  • ich arbeite immer wieder mit Grafikern und Layoutern zusammen. Da will ich mitdenken, mitreden können.
  • zwischendurch muss ich auch feststellen, dass es bei einigen Grafikern mit dem gestalterischen Können und dem typografischen Wissen nicht sehr weit her ist. Wenn es ganz schief läuft, will ich eingreifen können.
  • ich liebe gute Bilder und habe Freude am Zusammenspiel von Text, Bild und Layout.
Zurück zum MAZ-Kurs, zu unserer Aufgabe: Aus einem bestehenden Text und dazugehörenden Fotos sollen wir ein dreiseitiges «Zeitbilder» gestalten. Und zwar auf die klassische Art; auf Papier, mit Schere und Klebstreifen.

Nach langem Hin und Her, Versuchen, Schnipseln, Probieren, Kleben, Verwerfen und neu Anfangen, war dies mein Vorschlag:

MAZ-Kurs: Layout Zheng Originalversion

Vor allem der Block auf Seite 3 mit dem klaren Schwerpunkt und den kleineren Bildern gefiel gut. So schaffte ich es mit meiner Version im Selektionsverfahren unter die letzten drei. Nicht schlecht für einen Texter, finde ich, sind die anderen Teilnehmer doch fast ausschliesslich Bildredaktoren.

Christians Einwand zu meiner Gestaltung: Der Einstieg muss dynamischer werden. Darum haben wir ganz schnell das Titelbild und eines der kleinen Bilder auf Seite drei ausgetauscht. Voilà:

MAZ-Kurs: Layout Zheng überarbeitete Version

Ganz zufrieden war Christian auch damit nicht. Aber er konnte sich auch mit keiner anderen Version anfreunden.

Darum hiess es: Alles noch einmal von vorn. Und zwar in Gruppen.

Das endgültige Resultat gibt es nächstens in einer NZZ-Wochenendausgabe zu sehen. Voraussichtlich am Samstag 14. Oktober.

Leider sind die Zeitbilder in der NZZ seit rund einem Jahr sehr gut versteckt - im hinteren Teil des Bundes «Literatur und Kunst». Nur wer sucht, der findet.

Schade, sehr schade. Denn genau mit Gefässen wie den Zeitbildern könnte sich die NZZ vom verflachenden Mainstream-Journalismus abheben.

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5. Oktober 2006

Sonderfall Werbung für die Schweiz

Wer verkauft eigentlich mein Land?

Nein, ich meine nicht der Ausverkauf der Heimat. Ich meine: Wer wirbt für die Schweiz?

Ob nun seco, Pro Helvetia, EDA oder SCHWEIZ TOURISMUS dafür zuständig ist, - und was die allenfalls machen - bleibt mir Normalbürger ein Rätsel.

Doch aufgepasst: Ein kleiner, aber feiner Werbespot für den Sonderfall Schweiz läuft gegenwärtig auf youtube.



Das Filmchen gibt es seit drei Monaten, bisher wurde es kaum bemerkt, wie mir scheint. Darum Dank an Charles Fränkl fürs Aufspüren.


NACHTRAG um 16:14 Uhr: Mit etwas mehr Recherche habe ich noch die Autoren des Filmchens gefunden: delasur films. Reinschauen lohnt sich.

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2. Oktober 2006

Identisches Produkt = identische Werbung?

Werbung soll differenzieren.

Doch was passiert, wenn das Produkt identisch ist?

Zum Beispiel bei der Grundversicherung der Krankenkassen, wo das Produkt gesetzlich vorgeschrieben gleich ist.

Dann wird eben auch die Werbung gleich: Wie hier bei SWICA und sanitas.
Plakate Krankenkassen

Was sagt uns die Bildwahl?

Ob «gesunde Sicherheit» oder «ein ganzes Leben lang» - mit den Krankenkassen haben alle ihren Chrampf.

Werber wie Versicherte.

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