30. November 2006

Bei Anruf Mord (manchmal)!

Blick, die Zeitung mit den grossen Buchstaben, hat es wieder einmal geschafft, eine Medienmitteilung kurz, knackig und mit Humor auf den Punkt zu bringen:

Blick Anreisser Tagesshaug

Schön, die Anspielung auf Alfred Hitchkocks «Bei Anruf Mord» (Originaltitel «Dial M for Murder») - denn um Mord und Totschlag geht es doch auch in der Tagesschau immer wieder.
Wie fad sind dagegen die Titel der offiziellen Medienmitteilungen:
Wenn es um Leseanreiz geht, macht man dem Blick nicht so schnell was vor.

(Hier noch der vollständige Blick-Artikel)

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Ein Hoch auf die Wiederholung

Liebe Deutschlehrer passt auf!

Klaus Jarchow liefert im Wörterblog gute Argumente, warum Wiederholungen doch nicht so schlecht sind: Wieso? Weshalb? Warum?

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29. November 2006

Heisse Tipps der BR-Kommission

Heute morgen habe ich beschrieben, wie wir in der Kommission des Schweizer Berufsregisters der Texterinnen und Texter Texte bewerten.

Da die BR-Kommission kein verschworener Geheimbund ist, gibt sie Tipps, wie ein erfolgsversprechendes BR-Dossier aussieht.

Zusammen mit dem Bewertungsbogen ergibt sich ein Leitfaden, der auch hilft, eigene Texte zu bewerten.

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Wie sechs neue BR-Texter entstehen

Das Berufsregister von script, dem Schweiz Texterinnen- und Texterverband, hat Zuwachs erhalten. Gleich sechs von neun Kandidaten wurden bei der Zertifizierungsrunde von letzter Woche aufgenommen.

Neu dabei sind:
  • Philipp Gafner (Basel)
  • Sara Meier (Zürich)
  • Robert Sulser (Hombrechtikon)
  • Tizian Walti (Wien)
Rezertifiziert wurden:
  • Sonja Brunschwiler (Zürich)
  • Roger Hausmann (Winterthur)
Herzliche Gratulation! Damit sind wir nun 19 Texterinnnen und Texter, die sich mit dem Titel «Texter script BR» schmücken dürfen.

Was bedeutet das?

Alle von uns haben ein Dossier mit drei unserer Arbeiten von einer Kommission beurteilen lassen. Die Kommission weiss nicht, welcher Text von wem stammt. (Details im BR-Reglement)

In der Kommission sind neben den Vorstandsmitgliedern von script weitere Texter und Redaktoren mit langjähriger Erfahrung.

Wie gehen wir vor?
  • Jeder liest jeden Text und beurteilt ihn. Als Leitlinie dient dabei ein Bewertungsbogen, der sowohl Konzept wie auch Text (Sprachliches Handwerk, Struktur, Spannung/Dramaturgie, Kommunikationsziel) berücksichtigt.
  • Jeder bildet sich seine eigene Meinung, ob er den Text für BR-würdig hält.
  • Diese Erstbeurteilungen werden gesammelt und verglichen.
  • Anschliessend diskutieren wir jedes Dossier und entscheiden über Aufnahme oder Ablehnung. Die Diskussionen können sehr intensiv sein, vor allem wenn der Entscheid knapp ist oder wenn die Beurteilungen weit auseinander gehen.
Dieses Jahr war ich zum ersten Mal Mitglied der BR-Kommisssion.

Besonders spannen war wieder einmal zu sehen, wie unterschiedlich man Texte betrachten kann. Ein Werbetexter hat einen anderen Blickwinkel als ein Direct-Marketing-Texter als ein PR-Texter. In der Zusammensetzung der BR-Kommission schaut script darauf, dass diese unterschiedlichen Standpunkte vertreten sind.
Eines hat mich ein wenig erschreckt: Wir mussten Dossiers ablehen, weil die Rechtschreibung ungenügend war.

Natürlich ist ein Texter kein Korrektor. Aber unsere Kunden erwarten (zu Recht), dass sie fehlerfreie Texte erhalten. Darum: Jeder Text wird von einer Korrektorin gelesen, bevor er in die BR-Runde geht. Wenn ein Text zu viele Fehler aufweist, so macht eine detaillierte Analyse keinen grossen Sinn.

Denn das Berufsregister ist der einzige Qualitätsnachweis für Texterinnen und Texter in der Schweiz. Und da muss die Rechtschreibung einfach stimmen.

Übrigens: BR-Mitglied ist man nicht auf ewig. Alle drei Jahre muss man drei neue Texte zur Rezertifizierung vorlegen. Es sind also nur aktive Texter im Verzeichnis.

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28. November 2006

Und es werde Layout

Das erste Mal war es zwar nicht, doch mir gefällt er immer wieder: Der Moment, wo sich Manuskripte in ein Magazin, eine Broschüre, eine Website verwandeln.

Gestern war wieder einmal so ein Moment. Aus rund zwei Duzend Manuskriptseiten gestaltete der Grafiker eine 16-seitige Beilage. Ich konnte mich nur noch an den Computer setzen und Titel, Inhaltsverzeichnis etc. einfügen.

Dabei hat es sich einmal mehr bewährt, im Voraus ein Blindlayout zu gestalten. Nach der Redaktionssitzung, als die Themen feststanden, hatten wir die ganze Ausgabe grob galayoutet.

Und siehe da - die Texte passten dann fast auf den Millimeter genau rein. So kann man speditiv arbeiten.

Natürlich fehlen noch ein paar Bilder, die Anreisser auf der Titelseite benötigen weitere Bearbeitung, dann folgt der Freigabe- und Korrekturprozess.

Doch der magische Moment, die Geburt des Magazins war gestern.

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22. November 2006

Welche Art von Mails erhalte ich noch?

Heute, als ich meinen Nespresso-Newsletter abbestellt habe:

Abmeldebestaetigung Nespresso

Naja. Welche Art von Mails erhalte ich dann weiterhin?

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21. November 2006

So ein Käse, diese Werbung!

Was macht ein guter Werber?

Er reduziert, spitzt zu, greift zu starker Grafik, schürt Emotionen. Zum Beispiel so:

Tilsitskij Syr

Und was macht ein echter Schweizer?

Er erklärt, geht ins Detail, appelliert an die Vernunft. Zum Beispiel so:

Tilsiter Switzerland

Ich freu mich auf jeden Fall darauf, den witzig beworbenen Tilsitskij Syr zu probieren.

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20. November 2006

3 Monate Texter-Blog - eine Zwischenbilanz

Heute ist das Texter-Blog genau 3 Monate alt. Der erste Post erschien am 20. August.

Zeit für einen Zwischenbilanz.

Zuerst ein Blick auf die Zahlen.

User Statistik Aug- Nov 2006

Page Loads, Unique Visitors und Returning Visitors zeigen erfreulich nach oben. In der letzten Woche hatte ich im Schnitt fast 50 Unique Visitors pro Tag. Damit bin ich sicher noch bei weitem kein A-Blogger - die Kurve zeigt meiner Meinung nach in die richtige Richtung.

Technorati Nov 2006

Technorati findet 20 Blogs, die auf mein Blog verweisen. Herzlichen Dank an alle, die einen Link gesetzt haben.

Weitere Zahlen: Ich habe in diesen drei Monaten 81 Posts geschrieben, dafür 50 Kommentare erhalten und 27 mal auf Kommentare geantwortet.

Weit wichtiger als die Zahlen ist jedoch, was ich gelernt habe: Wie die Blogosphäre funktioniert, welche Themen gelesen werden, welche kommentiert werden; wie Blogger miteinander umgehen, welch unglaublich spannenden Blogs es gibt...

Und ich lerne täglich dazu. Ich bleibe also dran.

Übrigens: Blogger bin ich schon länger als seit 3 Monate. Von Juni bis September übte ich im Taiwan-Blog.

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Klartext bitte, liebe NZZ!

Wenn Unangenehmes mitgeteilt werden muss, gilt für Unternehmen: Klartext reden.

Wer versucht, Stellenabbau oder ähnliche Negativschlagzeilen mit PR-Schönschreiberei zu übertünchen, kriegt von den Medien meist Haue.

Zu Recht.

Doch wie teilt ein Medienunternehmen einen Stellenabbau mit?

Man titelt «Die NZZ AG optimiert sein Leistungsangebot», spricht im Untertitel von einer Neulancierung und einer Einstellung (Randbemerkung: es werden keine Menschen eingestellt, sondern eine Publikation), schreibt dann von der verbesserten Zugänglichkeit und dann - dann kommt man zu den «Umdispositionen im Personalbereich». Unter dem letzten Zwischentitel «Weitere Massnahmen».

Kein Wunder tönt das Medienecho dann so:
Liebe NZZ, dieses Um den heissen Brei herumreden steht dem «führenden Schweizer Medienunternehmen für Qualitätsinformation» (O-Ton Pressemeldung) schlecht an.

Wenn sich die Kommunikationsverantwortlichen des Verlags nicht zu Klartext durchringen können, so muss die Redaktion einschreiten. Die NZZ gibt viel auf die Unabhängigkeit ihrer Redaktion. Darum sollte sie es auch wagen, eine Medienmitteilung ihres eigenen Verlags so zu redigieren, wie sie jede andere Medienmitteilung redigiert. Leider war nichts davon zu sehen.

«Mehr Mut zum Risiko, liebe NZZ!» fordert Medienspiegel.ch und bezieht dies auf die angekündigten Änderungen.

Vielleicht sollte der Mut zuerst aber mal im Kleinen versucht werden. Bei der NZZ-eigenen Unternehmenskommunikation.

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Wer ist der Täter? Das Verb.

Fast in jedem Stilseminar oder -buch heisst es: Verben statt Nomen.

Doch Verb ist nicht gleich Verb.

Fein beobachtet und illustiert von Klaus Jarchow im Wörterblog: «Das Verb ist immer der Täter».

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Alter schützt vorm Bloggen nicht

Blogger sind doch alles junge Freaks.

Denkste!

Gleich 92 Lenze zählt Donald Crowdis, der das Blog «Don to Earth» betreibt.

Eindeutig eine Bereicherung der Blogsphäre.

Via Bloggers Blog

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17. November 2006

Endlich mit Rabatt: Hochwasser!

Machte heute morgen eine Google-Suche mit den Begriffen «Hochwasser» und «Luzern».

Eines der Resultate unter den Google-Anzeigen:

Google-Ad Hochwasser Luzern

Man merke sich: Wenn etwas nicht mehr Saison ist, so wird man es mit Rabatt sicher noch los.

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16. November 2006

Shrimps oder Safran? Hauptsache Kommunikation!

Tue Gutes und sprich darüber ist eine bekannte PR-Losung.

Wenn hingegen etwas nicht optimal läuft, so schweigen die meisten. Etwa bei Kundenreklamationen.

Dass es auch anders geht, zeigt FRoSTA. Lapidar ist der heutige Post im FRoSTA-Blog mit «Reklamationen FRoSTA Paella» betitelt.

Die Stein des Anstosses: Hats in der Gefrier-Paella genug Crevetten drin (Sorry, Crevetten gefällt mir einfach besser als Shrimps)?

Ob die Sache erledigt ist, dass auf der Packung künftig wieder «Mit echtem Safran» statt «Neu: mit mehr Shrimps» steht, wird sich noch zeigen.

Sicher ist, dass FRoSTA im engen Dialog mit den Kunden eine praktikable Lösung finden wird.

Vorbildliche Kundenkommunikation, die das Potenzial von Corporate Blogging voll ausschöpft.

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Blogger in Beta mit FTP und ecto

Heute wieder mal über die Benutzeroberfläche von Blogger direkt eingeloggt. Und siehe da: Blogger in Beta scheint Fortschritte zu machen:
Your new version of Blogger is ready!

The new version of Blogger now has all the original features you're used to, plus new post labels, drag-and-drop template editing, and privacy controls. And, it's a lot more reliable.

After you switch you'll need to sign in with your Google Account, but your blogs will stay the same. Their content and layout will not change.

Switch to the new version
Einige der vorgestellten Funktionen hätte ich im Texter-Blog auch ganz gern. Bloss: Das ist ja noch Beta!

Zwei konkrete Fragen habe ich:
  • Funktioniert Blogger in Beta jetzt auch, wenn man per FTP auf dem eigenen Server publiziert? Bisher hiess es immer, das ginge nicht. Nun finde ich die Warnung nicht mehr.
  • Kann ich mit Blogger in Beta ecto (Mac-Version) verwenden? Habe mich sehr an ecto gewöhnt und möchte das weiter so machen. Wie geht es mit den Bildern in ecto, wenn man Blogger in Beta verwendet? Bisher war das etwas mühsam.
Für Tipps und Tricks - und allfällige Warnugen - bin ich sehr dankbar.

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Wie man sich schnell unter Bloggern unbeliebt macht

Da scheint ja eine Fallstudie im Entstehen zu sein, die künftig in Seminaren und Lehrgängen über PR in der Blogosphäre zitiert werden dürfte.

Und zwar eine für die Kategorie «Wie man es wirklich nicht machen sollte».

Via das Blog von Peter Bütikofer & Company erfahre ich, dass die deutsche Agentur Charismedia sich in der Blogosphäre gerade nachhaltig unbeliebt macht. Denn:
  • Eine Mitarbeiterin bewirbt ein Charisma-Projekt mit plumpen Werbekommentaren in diversen Blogs
  • Blogger, die darüber schreiben, werden abgemahnt
Ich will nicht das Ganze neu aufrollen, das wichtigste steht in Mein Parteibuch, henusude-blog und thomasgigold. Da auch das Meckerblog der Zeit bespamt wurde, werden wohl auch die ersten Berichte der traditionellen Medien nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Und wenn das Buschfeuer mal brennt, so breitet es sich rascher aus, als man rapportieren kann. Darum: Google Blog-Suche und Technorati.

Obwohl Charismedia laut eigener Webpage «Online Marketing mit Charisma» betreibt - ein Blog sucht man bei Charismedia vergeblich.

Interessant auch, was Charisma laut Fremdsprachen-Duden bedeutet: «besondere Ausstrahlungskraft eines Menschen». Diese besondere Ausstrahlungskraft von Charismedia ist gut spürbar.

Bin gespannt: Ab Januar absolviere ich den CAS Media Management an der HSW Luzern. Ob ich dann den Fall Charismedia dann bereits wieder antreffen werde?

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15. November 2006

Von Null auf Weihnacht in drei Stunden

Spannend : Unter dem Titel «Von Null auf Weihnacht» bietet EB Zürich ein dreistündiges Seminar rund um die Weihnachtskommunikation an. Angesprochen sind Textverantwortliche aus KMUs, Text Freelancer und Agenturtexter/innen.

Ich kann am Samstag 25. November leider nicht gehen. Falls jemand das hier liest und ans Seminar geht, bin ich auf einen Kommentar sehr gespannt.

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14. November 2006

Lesen zum besser Schreiben

Immer wieder werde ich gefragt: Welche Bücher soll ich lesen, wenn ich besser schreiben will?. So auch wieder letztes Wochenende. Denn unser Dozent an der HSW hielt es nicht für nötig, zum Thema «Adressatengerecht Schreiben (Schwerpunkt: Medien)» eine Bibliographie anzugeben.

Hier ein paar Tipps. Weniger für gestandene Texter (sie kennen diese Bücher), sondern für alle, die zwischendurch in ihrer Kommunikationsarbeit einen Text schreiben müssen. Diese Bücher sind als Anregung gedacht - besser schreiben lernt man nur, indem man es immer wieder tut.

Und falls dazu die Zeit und Musse fehlt, so gibt es auch freie Texter - zum Beispiel diesen ;-)

Ich bin der Meinung, dass Schreiben keine Kunst, sondern ein lernbares Handwerk ist. Nirgends wird diese Auffassung so klar vertreten wie in «Schreiben und Redigieren - auf den Punkt gebracht» (Verlag Huber, Frauenfeld; ISBN 3-7193-1337-9). «Das Schreibtraining für Kommunikationsprofis» heisst es im Untertitel. Und genau dies bieten Ivo Hajnal und Franco Item, die auch die Ausbildungen «Schreibwerkstatt», «NDK PR-Redaktor» und «NDK Corporate Publisher» am SPRI leiten.

Wer zwischendurch nur eine Medienmitteilung braucht, greift zu «Pressemitteilung schreiben» von Viola Falkenberg (F.A.Z. Institut, Frankfurt; ISBN: ISBN 3-927282-98-7). Die Vorbereitung, die verschiedenen Typen von Pressetexten und die Nachbereitung nehmen ebenso viel Platz ein, wie das Schreiben der Meldung. Dazu gibt es Übungen und Lösungen. In meiner Ausgabe von 2003 gingen Internet und E-Mail als Verteilkanäle fast völlig vergessen, in der 4. aktualisierten Ausgabe von 2006 wurde dies hoffentlich ergänzt.

Wenn es ums Schreiben geht, darf Wolf Schneider nicht fehlen. «Deutsch für Profis - Wege zum guten Stil» (Mosaik bei Goldmann, ISBN 978-3-442-16175-1) ist - neben vielen anderen seiner Bücher - ein Klassiker. Im Internet gibt es eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen - wer nur dies liest, verpasst allerdings Schneiders Sprachkunst und Fabulierfreude.

Ein Geheimtipp ist Beat Gloors «staat sex amen» (Verlag Kontrast, ISBN 3-9521287-5-9). Gloor publiziert in dem kleinen, sehr schön gestalteten Buch 81 Sprachbeobachtungen. Mehr eine Anregung dazu, was man mit Sprache machen kann, als ein praxisbezogener Ratgeber. Leider ist das Buch vergriffen und nur noch gebraucht zu finden. Immerhin: hier gibt es einige Ausschnitte.

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13. November 2006

Alles übers Bloggen

Gleich 50 Blog-Resourcen hat Neil Pattel von Pronet Advertising in seinem Blog zusammengestellt: «My 50 favorite blog resources».

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Kampf des deutschen Feuilletons gegen Bastian Sick

Die deutschen Feuilletonisten scheinen ein neues Hobby gefunden zu haben: Rumhacken auf Bastian Sick, dem Autor der erfolgreichen Zwiebelfisch-Sprachkolumne von Spiegel Online. Nach Claudius Seidl in der FAZ vom 5. November doppelte am Samstag in der Süddeutschen Zeitung Peter Eisenberg nach (Artikel leider nicht online zugänglich, das Fazit davon hier).

Grob zusammengefasst die Vorwürfe: Sick sei pingelig, feiere die Irrelevanz und könne selber nicht richtig Deutsch. Schaut man sich die Reaktionen im FAZ-Forum an, so scheinen zumindest die FAZ-Leser dem mehrheitlich zuzustimmen.

Natürlich wird in diesem Zusammenhang Wolf Schneider als viel gewiefterer und feinfühligerer Sprachkritiker genannt.

Dass Schneider ein absoluter Kenner und Könner der deutschen Sprache ist, kann ich nur unterschreiben. Ebenso, dass seine Bücher Pflichtlektüre für jeden sind, der sich mit unserer Sprache auseinandersetzt.

Und doch: Ich habe es mehrmals enttäuschte Reaktionen erlebt, wenn ich Schneider empfohlen habe. Die Tipps widerspräche sich, man könne gar nicht alles umsetzen. Ähnliches wird nun an Bastian Sick bemängelt.

Eines darf in der ganzen Diskussion nicht vergessen gehen. Sprache hat nur bedingt mit Regeln, mit richtig und falsch zu tun. Man kann alles auch anders - und meist besser - sagen.

Kein Buch, keine Kolumne kann dem Schreiber das selbstständige Denken abnehmen. Es kann im Besten Fall das Sprachgefühl des Lesers schärfen. Seine Freude an der Sprache fördern. Und überhaupt dazu anregen, sich über die Sprache Gedanken zu machen.

Bastian Sicks Erfolg scheint mir gerade darin zu liegen.

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Feine Kleintexte

Nicht nur das klein gedruckte zählt. Sondern auch die Kleintexte wie Titel, Vorspänne, Sprüche, Bildunterschrift.

Dass diese Textelemente den Leser abholen und in den Text reinführen (sollten), ist allseits bekannt. Ein Blick in Zeitungen und Magazine zeigt aber, dass Titel und Kleintexte zu oft lieblos und unbeholfen gesetzt werden.

Lobenswert daher, dass die neuste Journalisten-Werkstatt sich dem Thema «Titel & Kleintexte» annimmt. Erschienen als Beilage der aktuellen Ausgabe des «Schweizer Journalist» oder einzeln hier zu bestellen (scrollen, direkter Link leider nicht möglich).

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Reduce to the Maco - que schieki!

Nach den schönen Werbespots für Macs in den USA, gibt es jetzt auch japanische Versionen.

Mac-Ads in Japan

Man merke: In Japan kauft man einen Maco oder einen iPodo.

Zwar hat es keinen Zusammenhang mit Mac, aber in Brasilien scheinen zusätzliche Vokale auch ganz schick zu sein. Dort tanzt man im Klubi Hippi hoppi und isst wapti wupti einen Bigi Macki. QUE SCHIEKI!

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Wie werden Blogs in der PR eingesetzt?

Dies fragt die European Public Relations Education and Research Association (EUPRERA) - eine Forschungsorganisation für PR in Europa.

Die aktuelle Umfrage EuroBlog07 läuft bis zum 30. 11.

Teilnahme empfohlen; wer sich am Schluss einschreibt erhält die wichtigsten Resultate.

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9. November 2006

Radio DRS mit gutem Beispiel voran

Ich spreche zwar auch lieber so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Doch Informationssendungen auf Mundart haben mich schon immer gestört.

Wenn ein Reporter von Ghüder statt Abfall spricht (Beispiel völlig zufällig), so wirkt das immer sehr provinziell.

Darum gratuliere ich Radio DRS zu seinem Mut, «Rendez-vous» und «Info 3» künftig auf Hochdeutsch zu moderieren.

Die Motivation von Radio DRS finde ich lobenswert:

SR DRS will damit in der vielsprachigen Schweiz zu Verständnis und Integration beitragen.
Warum dies erst ab Mai 2007 eingeführt wird, ist mir allerdings ein Rätsel.

Trotzdem: Dass wir Deutschschweizer ab und zu daran erinnert werden, wie die Standartsprache tönt, so schadet das uns sicher nicht.


Nachtrag am 13. 11: Zur Diskussion im DRS-Forum geht es hier. Ich scheine mit meiner Meinung ziemlich alleine zu sein.

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8. November 2006

Klein, kleiner, iPod shuffle

Im Moment wird das Ding ja recht gehyped: Der neue iPod Shuffle.

Unglaublich, wie klein das Ding ist.

Offensichtlich hat Apple endlich dieses witzige Video umgesetzt, das seit einiger Zeit im Internet rumgeistert:



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Werbung? O.K.

Gestern habe ich mich noch gefragt, ob am Briefkasten nicht gleichwertig wie im Briefkasten ist. Und mich ein wenig enerviert, dass sich gewisse Unternehmen einfach so über meinen ausdrücklichen Wunsch hinwegsetzen, keine Werbung zu erhalten (Siehe Kommentar zu diesem Artikel).

Nun gibt es natürlich auch einen anderen Weg. Nämlich uns Briefkastenbesitzer davon zu überzeugen, dass wir den Kleber entfernen. Dies versucht, laut Tagesanzeiger, gegenwärtig die Post.

Bin gespannt, wann ich den ersten «Werbung? O.K.»-Kleber der Post an einem Briefkasten in der Nachbarschaft entdecke.

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7. November 2006

Über den Wolken

Ok, ich gebs zu. Ab und zu verpasse ich doch etwas, weil ich keinen Fernseher habe.

Zum Beispiel diesen wunderschönen Werbespot von Swiss.



Danke an Paul Reinzeichner für den Nachhilfeunterricht.

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15 Wege zum Killer-Blog: neu illustriert

Vor Kurzem habe ich über die 15 Wege zum Killer-Blog geschrieben, die Pat McCarthy von conversionrater.com publiziert hat (hier der Originalpost).

Jetzt gibt es eine illustrierte Version, die recht amüsant ist.



Gefunden dank Basic Thinking.

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Am Briefkasten ist nicht im Briefkasten...

...dachte sich Sunrise und ignorierte locker die «Bitte keine Werbung-Kleber».

Post-it Werbung Sunrise

Post-it Werbung Sunrise

Ob man allerdings so Sympathie oder gar Kunden gewinnt?

In meinen Augen geht das klar in die Kategorie SPAM.

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Unterhaltsames PR Gesülze

«Pressemitteilung: Spreeblick kauft Blocks» titelte der Spreeblick gestern. «Zur sofortigen Veröffentlichung, Beleg bei Abdruck erbeten» bittet der Autor.

Schnell wird klar: Autor Johnny hat eine umwerfende Parodie geschrieben. Auf den aktuellen Kaufrausch unter Internetfirmen, aber auch auf das leider so allpräsente PR Gesülze.

Sein Artikel ist ein «weiteres Anzeichen dafür, dass die Zukunft im Netz immer direkt nach der Gegenwart folgt und kaum zu verhindern ist.»

Das musste mal einer sagen.

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6. November 2006

Werbung mit dem Prinzip Hoffnung

Strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen, die Werbung der FDP für die Zusammenarbeit mit Osteuropa.

Plakat FDP pro Ostmilliarde

Ob das wohl gut geht?

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4. November 2006

utube vs. youtube: Probleme gibts!

Zugegeben, Verwechslungen können ärgerlich sein.

So etwa für die Universal Tube & Rollform Equipment Corporation, einem Röhrenhersteller aus den USA. Die Firma besitzt die wohlklingende URL utube.com - nicht weit vom berühmten youtube.com.

Das «Problem» von utube: Die Surfer können nicht richtig tippen. So erhalte die Firma täglich bis zu 70'000 ungewollte Zugriffe auf ihre Website, schreibt heise.de. Die Server von utube gingen dabei zwischendurch in die Knie.

Was macht ein richtiger Amerikaner in einer solchen Situation?

Richtig: «Sue the bastards!».

Glaubt man dem Bericht von heise.de so ist das Problem wirklich untragbar:
Auch werde das Unternehmen zunehmend mit E-Mails konfrontiert, in denen erboste Verfasser sich darüber beklagten, dass auf der Seite "utube.com" keine Videos zu finden seien. Immer wieder müsse man auch Journalisten abwimmeln, die über die Verwechselung berichten wollten – und selbst Strafverfolgungsbehörden würden per Mail an Mitarbeiter von Universal Tube herantreten, wenn wieder einmal strafrechtlich relevantes Material auf "YouTube" veröffentlicht wurde. Von den YouTube-Betreibern verlangt Universal Tube deshalb auch Schadensersatz und andere finanzielle Entschädigungen.
«Die spinnen, die Amis», kommentiert da henusode-blog zu Recht.

Es gäbe auch eine andere Möglichkeit.

Die 78 jährigen Rentnerin Edith Schölermann macht es vor. Die Dame hat die gleiche Nummer wie die FIFA, allerdings mit deutscher statt Schweizer Vorwahl. Und da landet der eine oder andere verwirrte Fussballfan bei ihr. Über 1000 Anrufe hat Frau Schölermann in den letzten Monaten entgegengenommen - und immer freundlich den Irrtum aufgeklärt.

Auch Anfragen aus dem Ausland erhielt sie. Ein Grund für sie, ihre Fremdsprachekenntnisse aufzubessern. Einfach Auflegen könne sie nicht, «das wäre unhöflich», wird sie in 20 Minuten zitiert.

Dass man jemanden deswegen verklagen könnte, kommt ihr wohl nicht mal im Traum in den Sinn. Sie denkt ja nicht einmal daran, ihre Telefonnummer zu wechseln.

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3. November 2006

Ich bin der einzige Blogger

Natürlich nicht auf der Welt, aber in meiner Klasse des Nachdiplomstudiums in Communication Management an der HSW Luzern.

Im heutigen Kurstag, der sich der Online-PR widmete, stellte sich heraus, dass ausser mir niemand bloggt. Und das bei rund 25 gestandenen und angehenden Unternehmenskommunikatoren.

Eigentlich nicht erstaunlich, denn dieser Zustand entspricht dem Resultat einer aktuellen Studie. Sie titelt: «Manager ignorieren Blogger - Unternehmen schenken Online-Debatten kaum Beachtung».

Natürlich kam heute im Kurs die Frage auf: Gibt es überhaupt CEOs, die bloggen?

Auf die Schnelle kommen mir diese hochrangigen Manager in den Sinn:
  • Charles Fränkl, Geschäftsführer (einer, der sich noch traut, dieses schöne, deutsche Wort noch zu benutzen) von AOL Deutschland
  • Martin Bredl, Leiter Unternehmenskommunikation von Telekom Austria
  • Randy Baseler, Vice President of Marketing von Boeing Commercial Airplanes
Aus der Schweiz kommen mir keine grösseren Unternehmen in den Sinn. Wer welche kennt (auch aus dem Ausland) darf sie gerne anfügen.

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Wild poppende...

...Mäuse.

«heute» greift wieder mal in die «Sex sells»-Kiste.

heute Frontanreisser

Auch die Geschichte selber hat einen viel versprechenden Titel: «Freie Liebe bringt gesündere Babies hervor».

Und noch etwas unter dem Motto «Es gibt wirklich kein Thema, wozu Politiker nichts zu sagen haben».

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2. November 2006

Apple-Fans haben die besseren Nerven als Apples PR-Leute

«Sven verärgert Mac-Fans» titelte das «heute»-Blog trashcan gestern.

Nun, was ist geschehen? Die PR-Abteilung von Apple fand Svens Artikel über MP3-Player und Macs nicht sehr witzig und schrieb darum eine lange Stellungnahme.

Und was macht ein rechter «heute»-Redaktor damit? Er wählt den oben erwähnten Titel und kommentiert:
uiuiui… das ist ja pawlowscher reflex 2.0

da schreibt sven was kritisches über mac - und schon ist der teufel los….
Das ist - gelinde gesagt - etwas übertrieben. Denn bis jetzt gibt es genau einen Kommentar dazu - von mir. Dass ich darauf hinweise, dass Macs durchaus richtige Computer sind, ist bei weitem noch nicht als Verärgerung zu deuten.

Kleines Detail am Rande: Reagiert haben nicht Apple-Fans, sondern die PR-Leute von Apple. Wahrscheinlich sind die zwar auch Apple-Fans, doch sie werden dafür bezahlt.

Was lernt der geneigte Leser aus der Geschichte?
  • «heute» macht gerne mal aus einer Mücke einen Elefanten.
  • Apple-Fans haben die besseren Nerven als Apples PR-Leute.

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1. November 2006

Borat überall

Falls jemand heute und die letzten paar Wochen hinter dem Mond war: Morgen läuft der Film Borat im Kino an.

Zu übersehen ist es kaum: etwa heute auf der Titelseite des Blick. Online gibt es dazu einen Wettbewerb.

Natürlich steht da 20 Minuten nicht nach. Da boratelt es seit Tagen, zum Beispiel hier, hier oder hier.

Und wo «20 Minuten» ist, da ist auch «heute» nicht weit. Vom «heute»-Filmkritiker erhält der Film eine 3. (Laut Bewertungsskala bedeutet das «Es muss ja nicht immer Kaviar sein»; was nicht unpassend ist für einen Film eines - wenn auch falschen - Kasachen).

Wo es Borat in der Presse noch überall hingeschafft hat, weiss ich nicht.

Erstaunlich finde ich, welch eine breite Medienresonanz dieser Film erhält. Twentieth Century Fox scheint ja exzellente Drähte zu Schweizer Redaktionen zu haben.

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