31. Januar 2007

Von Zielen, Zielgruppen und einem Null-Budget

Teil 2 von 10 der Fallstudie »Fussballhelden»




Nachdem klar ist, worum es bei Fussballhelden geht, stellt sich die Frage der Ziele der Medienarbeit:
  1. Das erste Ziel gehört in den Bereich Marketingkommunikation: Es ging darum, das Buch zu verkaufen. Denn die Buchverkäufe waren die einzige Einkommensquelle des Projekts. Dabei galt es aber nicht bloss, potenzielle Käufer anzusprechen und zu überzeugen, sondern auch die Buchhändler. Da der Herzglut Verlag neu gegründet und Fussballhelden sein erstes Buch war, bestellten die Buchhändler kaum Bücher. Sie glaubten nicht, dass ein Kleinstverlag seinem Produkt die nötige Publizität verschaffen könnte. Eigentlich nicht erstaunlich, erscheinen doch alleine in der Schweiz 10 bis 15'000 Bücher pro Jahr.
  2. Das zweite Ziel war verbunden mit der Buchvernissage und den Ausstellungen: Hier sollten möglichst viele Besucher generiert werden.
  3. Ein drittes Ziel, war nicht-kommerzieller Natur: Fussballhelden sollte als originelles Kunst-Projekt verankert und Illustration generell als Kunst-Kategorie bekannt gemacht werden.
Daraus ergeben sich die Ziel- oder Bezugsgruppen:
  • Liebhaber von Illustrationen, Kunstinteressierte
  • Fussballfans, die eine aussergewöhnliche Sichtweise der Sportart mögen
  • (ehemalige) Sammler von Fussballbildchen
  • Buchhändler
Wer seine Ziel- oder Bezugsgruppen kennt, kann nach den Medien suchen, die diese Zielgruppen konsumieren. Medienunternehmen segmentieren ihre Zielgruppen nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen etc. und zeigen diese Daten in ihren Mediadokumentationen auf, um den Werbern eine Entscheidungsgrundlage zu geben. (Als Beispiele Ringier oder TA Media).

Unser Problem lag darin, dass sich unsere Zielgruppen nur beschränkt in die gängigen Kategorien einteilen liessen: Wohl eher männlich (Fussballfans), etwas besser verdienend (Bereitschaft 60 CHF für ein Buch auszugeben), höhere Bildungsklassen (interessiert an Kunst)...

Darum legten wir unsere Schwerpunkte nur ganz grob fest:
  • Die nationalen Medien der beiden wichtigsten Verkaufsländer Schweiz und Deutschland.
  • Lokale Medien in jenen Regionen, wo wir Veranstaltungen planten: Vernissage in Zürich, Fumetto in Luzern, Ausstellung in Sierre, die uns die französischsprachige Schweiz eröffnete und dann die Ausstellung in Erlangen (D).
  • punktuell Special Interest Medien in den Bereichen Grafik / Comics, sowie Sport-/Fussballzeitschriften, die das Thema Fussball breiter fassen als bloss die Spielresultate.
Die besondere Herausforderung der ganzen Sache: Das Budget für die Medienarbeit betrug exakt 0 CHF. Da alle Illustratoren gratis zeichneten und der Initiator Jerzovskaja das ganze Projekt aus der eigenen Tasche vorfinanzierte, konnte ich nicht als Einziger eine Entschädigung verlangen. Das Nullbudget bedeutete aber auch, dass die eingesetzten Mittel so gewählt werden mussten, dass sie keine oder nur ganz geringe Kosten nach sich zogen.

Umso wichtiger waren darum grundsätzlichen Überlegungen die wir anstellten: über Repräsentanten, Ressorts und Nachrichtenfaktoren.


Zurück zur Übersicht der Fallstudie.

Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

Technorati Tags: , , ,

Gute PR braucht starke Medien


Eine vor kurzem erschienene Studie zeigt, dass die Häfte aller Medienmitteilungen von den Medien unverändert oder gekürzt übernommen werden**.

Diese Feststellung führt mich dazu, eine These im Business-Blog-Karneval zur Diskussion zu stellen:

Es ist nicht im Interesse von uns PR-Schaffenden, wenn die Medien PR-Botschaften unkritisch übernehmen.

Warum nicht? Eigentlich tönt das ja sehr verlockend: Wenn einmal die Hürde der redaktionelle Selektion geschafft ist, so erscheinen die Informationen so in den Medien, wie wir es uns gewünscht haben.

Kurzfristig ist dem sicher so.

Langfristig sehe ich allerdings eine Gefahr die für PR- und Medienarbeit

PR hat - so wird immer wieder betont - gegenüber der klassischen Werbung den Vorteil, dass sie als redaktionelle Leistung daherkommt. Und dass die so vermittelten Botschaften bei den Medienkonsumenten eine grössere Glaubwürdigkeit geniessen.

Nun, Medienkonsumenten sind nicht blöd. Sie merken, wenn ihnen Werbebotschaften als Journalismus verkauft wird. Vielleicht nicht immer, aber immer mal wieder.

Dadurch leidet die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Und somit auch die Glaubwürdigkeit der PR.

Darum wünsche ich mir kompetente und standfeste Redaktionen als Partner. Redaktionen, die nachfragen, nachhaken und auch mal nein sagen.

Im Einzelfall mag das meine Arbeit zwar schwieriger machen. Langfristig ist das aber die Voraussetzung, dass Medienarbeit erfolgreich sein kann.





** Die Studie analysierte 42 Medienkonferenzen von kantonalen Behörden in den Kantonen Zürich und St. Gallen und die darauf folgende Medienberichterstattung in den regionalen Medien.

Quellen: PDF-Zusammenfassung durch die Herausgeber der Studie, Artikel auf persoenlich.com mit Grafiken, Google-News, Bernetblog

Technorati Tags: , , ,

30. Januar 2007

Vorstellen des Projekts: Was ist Fussballhelden?

Teil 1 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»


Am Anfang jeder Medienarbeit steht das genaue Verständnis für das Projekt, das Unternehmen, das Produkt, die Dienstleistung - kurz das Objekt, das im Zentrum der Medienarbeit stehen soll.

Erst wenn bekannt ist, was zu erzählen ist, kann entschieden werden, wem, wann und wie es erzählt werden soll.

Also, worum geht es bei Fussballhelden?

Zur Fussball-WM 2006 fanden sich 50 Illustratoren aus aller Welt zusammen, um die Helden des Fussballs zu porträtieren. Im Stile eines Sammelbildchenalbums zeichneten sie die aktuellen Nationalmannschaften, alle bisherigen Weltmeister sowie einige weitere Teams, die in Erinnerung geblieben sind. Mit Teilnehmern aus 17 Ländern war Fussballhelden eine eigentliche WM der Illustratoren.

Die so entstandenen 60 Teams (total 906 eigens gezeichnete Porträts) wurden auf drei Wegen publiziert:
  • Buch: Der edle Bildband von 160 Seiten erschien am 1. März 2006. Preis: 59.90 CHF / 39.90 EUR. Die letzten Exemplare sind noch im Buchhandel erhältlich und online bestellbar (Für die Schweiz auch hier).
  • Ausstellungen: Komplettausstellungen am Comicfestival Fumetto in Luzern (hier einige Impressionen), BD Pabés, Sierre (Impressionen) und am Internationalen Comic-Salon Erlangen (Impressionen). Teilausstellungen in Zürich, Winterthur, Lausanne und London.
  • Website: Auf der Website kann das ganze Buch online durchgeblättert werden, Suchfunktionen nach Teams und Zeichnern. Die Site enthält einen Mediencorner und viele der erschienen Medienberichte. Ein kleines Blog diente in erster Linie dazu, die in der ganzen Welt verteilten Illustratoren über die verschiedenen Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten.
Zur besseren Einordnung noch der zeitliche Ablauf:
  • Juli 05 - Januar 06: Zeichnen, Buchproduktion
  • Februar 06: Druck, Auslieferung
  • 1. März 06: Buchtaufe, Erstverkaufstag
  • 1. - 10. April 06: Ausstellung am Fumetto Luzern
  • 9. - 11. Juni 06: Ausstellung am Festival «BD Pavés Sierre»
  • 15. Juni - 7 Juli 06: Ausstellung Erlangen (Comic-Salon)
  • 9. Juni - 9. Juli 06: Fussball-WM in Deutschland
Initiatoren sind die beiden Zürcher Illustratoren Jerzovskaja und Ashi. Jerzovskaja gründete für das Projekt eigens den Herzglut Verlag. Gross angelegte Werbekampagnen konnte sich der kleine Verlag nicht leisten - die Medienarbeit rückte damit in den Mittelpunkt der Promotion von Fussballhelden.

Nach dem was, stellt sich die Frage nach dem wem. Die Frage nach der Zielgruppe. Dazu dann im nächsten Post.

Zurück zur Übersicht der Fallstudie.

Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit»

Technorati Tags: , , ,

29. Januar 2007

Fallstudie Medienarbeit «Fussballhelden»: Die Übersicht


Die versprochene Fallstudie der Medienarbeit für das Projekt Fussballhelden werde ich in 10 Posts aufteilen:

  1. Vorstellen des Projekts: Was ist Fussballhelden? (30. Januar 2007)
  2. Von Zielen, Zielgruppen und einem Null-Budget (31. Januar 2007)
  3. Grundsätzliche Überlegungen 1: von Repräsentanten, Ressorts und Nachrichtenfaktoren (2. Februar 2007)
  4. Grundsätzliche Überlegungen 2: von Bildern, Begeisterung und einer Medienwelle (6. Februar 2007)
  5. Umsetzung 1: ohne konventionelle Instrumente geht es nicht (8. Februar 2007)
  6. Umsetzung 2: unkonventionelle Wege bringen aussergewöhnliche Resultate (10. Februar 2007)
  7. Resultate 1: von Clippings und Highlights (11. Februar 2007)
  8. Resultate 2: Wenn Zahlen zählen - die quantitative Auswertung (12. Februar 2007)
  9. Resultate 3: Wenn Inhalte zählen - die qualitative Auswertung (13. Feburar 2007)
  10. Schlussfolgerungen: Tipps und Tricks fürs nächste Mal (15. Februar 2007)

Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

Technorati Tags: , , ,

27. Januar 2007

2. Business Blog Karneval: Texter-Blog mit Fallstudie dabei


Am Montag beginnt der zweite Business-Blog-Karneval. Da er unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit» steht, habe ich beschlossen, mit dem Texter-Blog mitzumachen.

Ich werde dazu eine konkrete Fallstudie aufarbeiten.

Ab und zu erlaube ich mir mit meiner Einzelfirma zoll-kommunikation den Luxus, ein Projekt aus purer Lust anzunehmen. Unbezahlt.

Letztes Jahr war dies Fussballhelden, ein Designprojekt, das in ein wunderschönes Buch und mehrere Ausstellungen mündete. Ich unterstützte den Initiator, den Illustrator Jerzovskaja, in der Medienarbeit.

Eigentlich wollte ich schon lange im Texter-Blog über diese Arbeit berichten. Denn für letzte Semesterarbeit im Rahmen des Nachdiplomstudiums in Communication Management an der Hochschule für Wirtschaft (HSW) in Luzern habe ich die Medienarbeit von Fussballhelden analysiert.

Das Material besteht ich also, jetzt muss ich es bloss noch bloggerecht aufarbeiten.

Am Montag beginne ich mit einer Präsentation des Projekts. Hier ist die Übersicht der einzelnen Posts.

Technorati Tags: , , ,

Wiki und die starken PR-Männer

Dass ein Eintrag in Wikipedia vor allem - aber nicht nur - hervorragend für das Ranking in Suchmaschinen ist, hat sich herumgesprochen.

Bloss: Soll man sich als Unternehmen selber eintragen? Oder darf man die Aufgabe einer PR-Agentur übertragen?

Marcel Bernet nennt in seinem bernetblog fünf Tipps betreffend Wikipedia und PR.

Er schreibt, dass Kommunikationsfachleute in Unternehmen bei Fehlern oder grossen Lücken in Wikipedia die Änderung selber vornehmen sollen. Wichtig sein, dass man transparent unter dem eigenen Namen schreibe. Nach Marcel Bernets Meinung ist die Glaubwürdigkeit höher, wenn das Unternehmen selber schreibt, als wenn es eine PR-Agentur anstellt.

Das Gegenargument - dass der externe PR Profi sich eher an die Regeln von Wikipedia halte als die interne Marketingabteilung - steht im ersten Kommentar zum entsprechenden Post.

Technorati Tags: ,

26. Januar 2007

In Asien geht blogmässig was ab

Der «Corporate Guide to the Global Blogosphere» der PR-Agentur Edelman bringt einiges Erstaunliches zu Tage:
  • 74% aller Japaner lesen Blogs - nur 15 % der Deutschen.
  • 33% % aller Blog Posts werden auf Japanisch geschrieben, 10% auf Chinesisch. Englisch ist mit 39% führend, nur gerade 1% sind auf Deutsch (Hinter Spanisch mit 3%, Italienisch, Portugiesisch, Französisch und Russisch mit je 2% und gleichauf mit Farsi).
  • Japaner lesen an 4,5 Tagen pro Woche Blogs, Deutsche nur gerade an 0,6.
  • 34% der Chinesen (Umfrage beschränkt auf die Städte Peking, Chengdu, Guanzhou, Shanghai und Wuhan) wenden sich zuerst ans Internet, um vertrauenswürdige News und Informationen zu finden - nur 17% lesen dazu Zeitungen
  • Mehrere hohe Regierungsbeamte Südkoreas bloggen - ebenso die französischen Präsidentschaftskandidaten Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy und verschiedene hochrangige EU-Beamte.
Was sagt uns das?

In Japan, Südkorea und den Chinesischen Grossstädten sind Blogs zum Alltag geworden. Wegzuleugnen sind sie nicht mehr. Für uns im Westen zeigen die Zahlen, wohin die Reise geht.

Jedes Unternehmen kann nun selber entscheiden, ob und wie es dabei sein will. Spätestens wenn die Blognutzung so hoch ist, wie in Asien, werden die Unternehmen hier gezwungen sein, sich damit auseinander zu setzen.

Unternehmen, die in Asien tätig sind, beginnen besser heute als morgen.


Die gesamte Studie kann als PDF heruntergeladen oder als nxtbook online gelesen werden.

Technorati Tags: ,

25. Januar 2007

Professionelle Liebesbriefe

Auch dieses Jahr führt script, der Schweizer Texterinnen- und Texterverband seine Aktion scirptVALENTIN durch.

Der Clou der Aktion: Für wenig Geld schreiben professionelle Texterinnen und Texter professionelle Liebesbriefe (also nicht die Liebe ist professionell, sondern der Brief. Bloss damit keine Missverständnisse entstehen.)

Hier die soeben versandte Medienmitteilung, Details und Bestellung via scriptvalentin.ch.


Aktion scriptVALENTIN von script

Textprofis greifen Amor wieder unter die Arme – Liebesbriefe zum Valentinstag

Am 14. Februar ist Valentinstag. Und der ist traditionell für das tiefste aller Gefühle reserviert: die Liebe. Wer ihr Ausdruck mit Langzeit- und Tiefenwirkung verleihen will, sagts mit einem Brief. script, der Schweizer Texterinnen- und Texterverband, führt seine Aktion scriptVALENTIN dieses Jahr zum dritten Mal durch: Textprofis schreiben auf Bestellung individuelle Liebesbriefe.

Das Liebesbriefschreiben gehört zu den schwierigeren Dingen im Leben: Die Worte auf dem Papier scheinen nicht mit denen des Herzens zusammenzupassen. Man hat Angst, das Ziel zu verfehlen oder einfach nicht schreiben zu können. Nach 2005 und 2006 winkt auch dieses Jahr Unterstützung zum Valentinstag von professioneller Seite. Ob tiefsinnig oder direkt, erotisch oder witzig, ob liebevoll oder abgefahren – 27 hoch motivierte script-Texterinnen und -Texter aus der ganzen Schweiz leisten ihr Bestes, um mit ihren Wortpfeilen mitten in die Herzen der Adressatinnen und Adressaten zu treffen.

script ist die Schweizer Berufsorganisation für Text, Redaktion und Adaption im Kontext von Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenspublizistik. Der Verband zählt rund 150 Mitglieder. Schreiben ist ihr Beruf, ihre Berufung, ihre Leidenschaft. Schriftlich verführen, berühren, Emotionen wecken gehört für sie zum Alltag – im Gegensatz zum Liebesbriefeschreiben. Davon profitieren die Auftraggebenden der Liebesbriefe: Sie kommen in den Genuss einer unermesslich grossen Fülle an Ideen, Freude und Motivation.

Freiwillig im Dienst der Liebe
Selbstverständlich wird jeder Brief individuell geschrieben; Textbausteine sind bei den Schreibprofis verpönt: Die Texterinnen und Texter engagieren sich freiwillig, voller Lust, Neugier und fachlichem Können für scriptVALENTIN. Bei dieser Aktion können sie ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort ganz in den Dienst der Liebe stellen.

Die Liebesbriefe sind in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch zu haben, die Spezialpauschale pro Brief beträgt 70 Franken.

Technorati Tags: ,

24. Januar 2007

Wie CEOs zeitsparend bloggen

Nicht schlecht habe ich gestaunt, als ich vor ein paar Tagen das Blog des CEOs der Hotelkette Marriot entdeckte.

Was ich bisher nicht wusste: Marriot on the Move ist auch ein Audio Podcast, denn Bill Marriot liest seine Posts vor.

Vielleicht spricht er seine Teexte aber auch einfach auf Band und jemand tippt sie dann ab und stellt sie in den Blog.

Dies wäre eine hocheffiziente Blogging Methode für vielbeschäftigte Manager, die sich noch gewohnt sind, Texte zu diktieren. Einfach zwei, drei Stichworte notieren, den Text frei auf Band (oder Festplatte natürlich) sprechen und das Ganze den Spezialisten der Online-Kommunikation übergeben.

Mehr als zehn, fünfzehn Minuten pro Post braucht es da nicht.

Falls Bill Marriot wirklich so arbeitet, würde das seine hohe Posting-Frequenz beschreiben. Bisher schaffte er alle drei Tage einen Post.

Und noch etwas: Der Corporate Podcast entsteht mit dieser Methode fast von alleine. Wohl eine Frage der Zeit, bis Marriot die Texte des CEOs in dieser Form anbietet.

PS: Ein Mann mit Bill Marriots Erfahrung kann selbstverständlich einfach aus seinem Leben erzählen. Der Post über die Anfänge der Marriot Gruppe vor 50 Jahren ist unterhaltsam und spannend zugleich.

Technorati Tags: ,

23. Januar 2007

Zeit nehmen sich andere - das Geld kriege ich

Ok, es mag kleinlich wirken, wenn ein Texter auf der Gross- und Kleinschreibung rumreitet.

Trotzdem:

Anzeige GE Money Bank

Wir analysieren:

Fürs Gespräch nehmen sie sich Zeit = sie, die anderen, nehmen sich Zeit (nicht wir, die GE Money Bank. Auch nicht ich, der Kunde, der sich mit Sie angesprochen fühlen würde).

Bargeld für Sie = Die Kohle kriege trotzdem ich.

Ist zwar aus Sicht des Kunden ganz schön, dass man das Geld ohne irgendwelchen Aufwand kriegt. Lässt aber nicht gerade auf eine umfassende Beratung schliessen.


Nachtrag am 31. 1.: Dank dem Reklame-Blog und einem anonymen Kommentator weiss ich jetzt, dass die Anzeige als Testimonial gedacht war. Wenn der Satz von der Kundin gesprochen wird, stimmt er natürlich.

Warum ich nicht darauf gekommen bin, dass das ein Testimonial sein soll, steht in den Kommentaren dort und hier.

Technorati Tags: , ,

22. Januar 2007

Auf das RICHTIGE Netzwerk kommt es an

Wer selbstständig ist, weiss es: Es geht nichts über ein gutes Netzwerk.

Zum Glück gibt es Plattformen, die die Pflege des Neztwerkes erleichtern.

Bloss: Ich musste feststellen, dass ich bisher aufs falsche Pferd gesetzt hatte.

Ich hatte seit längere Zeit ein Profil bei Linkedin - leider fand ich meine Bekannten dort fast nie.

Jetzt bin ich auf XING (ehemals openBC) umgestiegen.

Und siehe da: Bereits nach einem einzigen Tag habe ich 27 bestätigte Kontakte.

Also, hier ist es, mein XING-Profil

Kontaktaufnahme willkommen und erwünscht.

PS: Wer noch kein XING-Profil hat, kann hier eins erstellen. Die Basis ist gratis.

Technorati Tags:

21. Januar 2007

Ein Texter mit globaler Präsenz

Dass das Texter-Blog vor allem in der Schweiz, Deutschland und Österreich gelesen wird, ist einigermassen naheliegend.

Die Karte meiner letzten 100 Besucher zeigte vorgestern aber eine sehr breite geografische Verteilung meiner Leserinnen und Leser:
  • England
  • Frankreich
  • Italien
  • Spanien
  • Kanarische Inseln
  • Russland, Hongkong
  • Phillipinen
  • USA
  • Brasilien
Visitor Map 19. Januar 2007

Eigentlich ist es ja Wahnsinn, dass eine Einzelfirma wie zoll-kommunikation so einfach und so günstig eine weltweite Präsenz erreichen kann.

Nur 10, 15 Jahre früher hätte ich diese Möglichkeiten als selbstständiger Texter nicht gehabt.

Technorati Tags: ,

20. Januar 2007

Gefoultes Sprachbild

Gesehen am HB Zürich:

Plakat Stop Piracy


Bloss: Wenn es keine Spielregeln gibt, wie kann es dann ein Foul geben?

Immerhin heisst Foul laut Duden: regelwidrige Behinderung eines gegnerischen Spielers, Regelverstoss.

Auf der Website der Kampagne taucht das sprachliche Foul im Intro auf.

Was - ganz nebenbei - ein ziemlich böses Foul an den Regeln der Benutzerfreundlichkeit einer Site ist.

Technorati Tags: , ,

19. Januar 2007

Erfindet die «Tagesschau in 100 Sekunden» das Fernsehen neu?

Seit einigen Tagen teste ich die «Tagesschau in 100 Minuten», die Swisscom gegenwärtig mächtig bewirbt und vom Schweizer Fernsehen produziert wird.

Kurz zum Aufbau:
  • Signet
  • Begrüssung durch Moderator/in im Stil von: «Guten Tag, ich bin XY von der Tagesschau. Hier das Wichtigste in 100 Sekunden»
  • 4 Beiträge zu je 15 bis 20 Sekunden
  • Zwischenmoderation im Sinne von «Und nun zu den Börsen und zum Wetter»
  • Börsenidizes (SMI plus Tokio am Morgen, New York am Abend)
  • Wetter (Wetterkarte wie auf SF-Website mit aktuellen Temperaturen)
  • Schlusssignet und Hinweis auf nächste Tagesschau in 100 Sekunden
Ein (leider älteres) Beispiel zeigt Swisscom Mobile auf Ihrer Website.

Die hohe Aktualtät fällt positiv auf - von 7 bis 23 Uhr wird die Sendung laufend aktualisiert. Jedes mal wird etwa ein Bericht ausgewechselt oder überarbeitet. So liessen sich gestern ab 17 Uhr der Sturm Kyrill und seine Folgen in Europa gut mit der der Tagesschau in 100 Sekunden verfolgen.

Weitere Themen des gestrigen Nachmittags / Abends:
  • Bombenanschlag in Baghdad (bis 16 Uhr)
  • US-Aussenministerin Rice in Berlin(bis 18 Uhr)
  • Rekordgewinn von Novartis (bis 21 Uhr)
  • Rücktritt Stoibers
  • Swissair Prozess (ab18 Uhr)
  • Kyrill in der Schweiz (ab 21 Uhr)
Die Themenwahl deckte sich damit stark mit der gestrigen Hauptausgabe der Tagesschau.

Selbstverständlich gehen die Berichte bei der Kürze nicht in die Tiefe. Auch sind sie recht monoton, denn es erzählt immer ein Sprecher / eine Sprecherin die Geschichte im Off. Statements, Interviews oder so gibt es nicht.

(Kurzer Seitenblick für Kommunikationsfachleute in Unternehmen und Organisationen: In der heutigen Form muss die Tagesschau in 100 Sekunden nicht als separat zu bedienender Kanal betrachtet werden. Es werden nur Agenturmeldungen und SF-Material verwendet, keine eigenen Geschichten)

Zu den Bildern: Ganz offensichtlich versuchen die Produzenten plakative Bilder mit einem klaren Bildaufbau zu finden. Gut zeigte sich das bei der Stoiber-Geschichte gestern. In einer ersten Version war Stoiber umringt von einer Journalistenmeute zu sehen - sehr unruhig und darum kaum erkennbar auf dem kleinen Bildschirm. Anschliessend wurden die Bilder ersetzt durch Stoiber bei einer Rede vor bayrisch-blauem Hintergrund. Diese Bilder wirkten viel besser.
Schwierig sind nicht nur Bilder mit mit vielen Details - auch Bilder mit hoher Bewegung funktionieren nur schlecht. Vor allem im Sport behilft sich die Tagesschau in 100 Sekunden immer wieder mit Fotos, die zum Teil überblendet werden. Das wirkt auf dem kleinen Bildschirm zwar besser, es ist allerdings fraglich, ob dies noch als Fernsehen bezeichnet werden kann.

Grafiken und Karten sind hingegen optimal für das kleine Format aufgearbeitet.

Von der technischen Seite ist die Benutzerfreundlichkeit nicht optimal. Ich muss mehrmals «Ok», «weiter» und dann «abspielen» drücken, bis die Sendung beginnt. Dazwischen sind immer ein paar Sekunden warten. Ok, es sind nur ein paar Sekunden, da die Sendung aber so kurz ist, fällt es ins Gewicht.

Kommt dazu, dass ich häufig Unterbrüche während der Sendung habe. Im fahrenden Zug scheint mir dies noch verständlich (da lief gar nichts mehr), aber warum passiert das auch in meiner Wohnung mitten in Zürich? Vielleicht ist es mit einem UMTS-Handy besser - meins hat nur das langsamere EDGE.

Mein Fazit generell: Ich finde es sehr gut, dass SF und Swisscom versuchen, neue Formate für das Handy zu entwickeln. Ich kann mir die normale Tagesschau mit ihren Kamerafahrten, Bildschirmen im Hintergrund etc. auf dem Handy echt nicht vorstellen.

Die Frage stellt sich vielmehr, ob man mit diesen Häppchen-News zufrieden ist.

Und ob man bereit ist, dafür zu bezahlen. 1 Franken pro Abruf, respektive 9 Franken im Monat finde ich recht viel dafür.

Und trotzdem frage ich mich, wie die Produktionskosten gedeckt werden. Auch wenn die «Moderationen» ab Konserve eingespielt werden (oder tragen Cornelia Bösch, Franz Fischlin und Katja Stauber wirklich immer die gleichen Kleider?) - mindestens zwei Personen dürften pro Tag für die 16-stündige Sendezeit im Einsatz stehen. Und das kostet.

Technorati Tags: ,

18. Januar 2007

Mit 74 nicht zu alt für ein Corporate Blog

Bill Marriot, der 74 jährige CEO der Hotelkette Marriot, bloggt in «Marriot on the Move». In seinem ersten Post schreibt er:

I'm venturing into uncharted territory as I launch this blog. A year ago, I didn't even know what a blog was -- until my Communications team began telling me about all the blog traffic on travel and tourism. Now I know this is where the action is if you want to talk to your customers directly -- and hear back from them. Soon we'll add an audio version of the blog. That's how I'm most comfortable: telling stories and listening.

Mit dieser Motivation kann das nur gut kommen.

Auf jeden Fall erhielt Marriot innerhalb weniger Stunden 50 Kommentare. Unter anderem auch ganz konkrete Vorschläge von Kunden, wie der Service noch besser werden könnte. Und es sind nicht irgendwelche Kunden, die kommentieren: einer hat letztes Jahr 255 Nächte bei Marriot verbracht.

Via Bloggers Blog

Technorati Tags: ,

Das Whoswho der Marketing Podcaster

Das Marketing & Strategy Innovation Blog hat die Top Ten Marketing Podcasts zusammengestellt. Auch wenn die Sicht sehr amerikanisch ist, findet sich hier viel interessantes.

Wenn auch nicht zum Thema Marketing, die Podcasts von Barack Obama, dem vielleicht künfigen US-Präsidenten, sind auch spannend. Überhaupt Obama setzt in seiner Kampagne stark auf das Internet. Zum Beispiel mit diesem Video bei youtube.

Technorati Tags: , ,

Blinder Texter schreibt Blindtext

Heute in der Nachrichtenüberblick der Werbewoche:

Werbewoche Anreisser

So weit, so klar.

Wer dann aber auf >>weiter klickt, stösst auf einen ziemlich kryptischen Lauftext:

Werbewoche Detailtext

Wahrscheinlich versteht jetzt nur einer mit Einsteins IQ, was das Textchen mit der Sendung von SF zu tun hat.

Obwohl, eigentlich ist es ganz erfrischend.

Technorati Tags:

Was Leser wirklich lesen wollen

Vor einigen Tagen habe ich Resultate aus der ReaderScan-Forschung vorgestellt, die aufzeigen sollen, was Leser lesen wollen.

Völlig falsch. Die richtige Antwort kennt die Dame hier.

Ehre wem Ehre gebührt: Gefunden bei Jepblog, dem Blog der Axel Springer Akademie. Und auf dieses bin ich dank dem PR-Blogger Klaus Eck gestossen.

Technorati Tags:

17. Januar 2007

Migros und Coop: Für ein Vorurteil weniger

Für alle die glauben, dass in der Schweiz vergleichende Werbung tabu sei.

Gegenwärtig schaltet Coop Anzeigen in diesem Stil:

Anzeige Coop

Die Antwort der Migros:

Anzeige MIgros

Das Kleingedruckte der Migros-Anzeige:

Anzeige Migros Detailr


Ist Migros - jetzt wo sie sich Aldi, Lidl und Konsorte dank Denner wieder etwas vom Leib halten kann - auf einmal mutig geworden?


PS: Was von der Coop-Kampagne zu halten ist, sagt Paul Reinzeichner im Reklame-Blog.

Technorati Tags:

Wer macht die besten Intranets?

Jakob Nielsen, der Usability-Guru, berichtet in seinem aktuellen Alertbox-Newsletter über die «10 best Intranets 2007».

Interessant finde ich dabei, dass die Verantwortung für das Intranet in ganz unterschiedlichen Geschäftsbereichen angesiedelt ist:
  • Corporate Communications (35%)
  • Information Technology oder Information Systems (27%)
  • Human Resources (19%)
  • andere, wie Web Marketing oder Public Affairs (19%)
Nielsens Schlussfolgerung: Jede Firma müsse ihre eigene Geschichte und Kultur anschauen, um zu entscheiden, wo das Intranet anzusiedeln sei. Die besten Intranets würden von ganz unterschiedlichen Abteilungen gemacht - Corporate Communications, IT und HR seien bloss die drei wahrscheinlichsten Kandidaten.

Nielsens Text steht selbstverständlich im Netz - als strenger Verfechter der Einfachheit verzichtet Nielsen allerdings auf Screenshots der ausgezeichneten Intranets. Diese Screenshots finden sich in einer 360 Seiten starken Studie, die 174 USD kostet.

Technorati Tags:

16. Januar 2007

Auch die NZZ kanns - leider doch nicht!

Heute morgen habe ich mich über schöne Titel im Tagi gefreut. Und nun zeigt mein RSS-Reader dies:


NZZ im RSS-Reader



Schafft es also auch die NZZ, knackige TItel zu setzen?

Zu früh gefreut: Wer dem Link zum Artikel folgt, sieht, dass der Online-Redaktor den Mut verloren hat.

Bloss das störrische RSS-File erhält den Lichtblick NZZscher Titelei noch kurz der Nachwelt.


Nachtrag 18. 1. 07 : DIe NZZ kann es doch. Zumindest im Print, wie Blattkritik.ch entdeckt hat.

Technorati Tags: ,

Titel gut, Tagi gut

Gleich mehrmals durfte ich mich heute morgen über die Titel im Tagi freuen
  • Zahlensalat bei Notrufnummern (S. 3, Artikel über Bestrebungen, die einheitliche Notrufnummer 112 einzuführen)
  • Swissair - Mayday in der Business Class (S. 8, Hintergrundartikel zum Swissair-Prozess, online nicht verfügbar)
  • Ein Halleluja auf Termini (S. 10, Artikel über die Umbenennung des Hauptbahnhofs in Rom, online nicht verfügbar)
So macht Tagilesen Spass.

Ob die Redaktion gemerkt hat, dass ich gerade ein Probeabonnement habe?

Technorati Tags: ,

15. Januar 2007

Helle Büros für helle Köpfchen

Jetzt, wo es bereits wieder dämmert, der passende Gedanke:

Lichtstärke, die notwendig ist, damit der menschliche Körper Glückshormone produziert, in Lux: 2500
Lichttstärke, die an einem klaren Sommertag möglich ist, in Lux: 100'000
Richtwert für die Lichtstärke normaler Bürobeleuchtung nach DIN 5035-2, in Lux: 500

Gefunden im intelligenten Wirtschaftsmagazin «brandeins» in der aktuellen Nummer zum Thema «Selbstständigkeit». Erhältlich am Kiosk.

Nachtrag: Noch der direkte Link zu «Die Welt in Zahlen».

Technorati Tags:

Werben für das, was es gar nicht gibt

Sonst heisst es jeweils bei Aktionen: «Solange Vorrat».

Die Migros geht auf der Strasse vor Ihrem Laden im Bahnhof Luzern noch einen Schritt weiter und wirbt für Aktionen, die es hier gar nicht gibt.


Plakat mit Migros-Aktion

Technorati Tags:

12. Januar 2007

Was Leser lesen wollen

Vor wenigen Tagen habe ich darüber berichtet, wie die ReaderScan-Methode aufgezeigt hat, warum Leserinnen und Leser aus einem Text aussteigen. Damals beschränkte ich mich auf sprachliche Ergebnisse.

Die Analyse bei der «Mainpost» hat vor allem aber auch inhaltliche Erkenntnisse geliefert.

Obwohl die «Mainpost» eine Regionalzeitung ist, sind einige der Punkte auch für das Corporate Publishing, etwa für Kundenmagazine oder Mitarbeiterzeitschriften, relevant.

Man muss sie nur auf die jeweiligen Zielgruppen übertragen

Hier die elf Erkenntnisse (zusammengefasst in der aktuellen Journalisten-Werkstatt):
  1. Worüber man spricht, darüber liest man gerne (z.B. Wetter, Erfolge oder Unglücksfälle).
  2. Menschen (vor allem Prominente) und Menschliches ziehen Leser an.
  3. Beliebte TV-Sendungen behalten ihre Beliebtheit in der Zeitung.
  4. Tierschicksale rühren Menschen an.
  5. Mut zu kritischer und frecher Berichterstattung wird belohnt.
  6. Gut gemachte Reportagen und Features sind auch für Leser Königsdisziplinen.
  7. Das Thema entscheidet über Nutzung eines Beitrages stärker, als es der Autor vermag.
  8. Zu lange Strecken mit belanglosen Inhalten machen die Zeitung belanglos.
  9. An spannenden Themen konsequent dranblieben, mindestens solange die Spannung anhält.
  10. Überschriften sollen gleich erkennen lassen, worum es im Beitrag geht.
  11. Bilder, die mit Überschriften korrespondieren, ziehen Leser auf die Seite.
Zur Erinnerung: Die Journalisten-Werkstatt «Quotenkiller Print» ist erschienen als Beilage der Dezember/Januar-Ausgabe des «Schweizer Journalist», einzeln hier zu bestellen (scrollen, direkter Link leider nicht möglich) oder per Mail vertrieb@oberauer.com.

Technorati Tags: ,

11. Januar 2007

Verdienen bedrohte Wörter ihre Rettung?

Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn jemand sich bedrohten Wörtern annimmt.

Gabriele Killert, die offensichtlich den Anstoss für das Lexikon der bedrohten Wörter gegeben hat, spielt nun den Advocatus Diaboli: Kolossal gutes Kompott - Ein Missverständnis: Das »Lexikon der bedrohten Wörter«.

Lesenswert.

Entdeckt beim Sprachblog ib-klartext.

Technorati Tags:

Greenpeace greift Apple mit den eigenen Waffen an - Teil 2

Vor wenigen Tagen berichtete ich darüber, wie Greenpeace Apple mit den eigenen Kommunikationsmethoden angreift.

Greenpeace bleibt dran und führt seine «Green my Apple»-Kampagne.

Im Anschluss an Steve Jobs Keynote Adress an der Macworld 2007 publiziert Greenpeace das Video «The alternative keynote adress». Natürlich wieder ganz im Apple-Stil.



Technorati Tags: ,

iMarketing by Steve Jobs

Fast ebenso überwältigend wie das vorgestern von Apple vorgestellte iPhone ist das Marketing dafür.

Ganz nach Apples Modellbenennung nenne ich Apples Marketing «iMarketing».

Wie funktioniert es?
  • Man halte alles unter dem Deckel und tue so, als sei nichts (Apples Aufwand, das Ding geheim zu halten, ist CNN ein eigener Artikel wert).
  • Man foutiere sich um die drohende Klagen und gehe bei der Benennung des Produkts seinen eigenen, ganz konsequenten Weg (die erste Klage ist bereits eingetroffen)
  • Man ziehe 4000 seiner feurigsten Anhänger zusammen und zelebriere mit ihnen die Präsentation (siehe Steve Jobs Keynote, iPhone-Präsentation ab der 26. Minute)
  • Man stelle den Chief Evangelist Officer vor die Anhänger und lasse ihn zwei Stunden predigen (Augenfällig, wie stark zum Beispiel der Cingular-CEO im Vergleich zu Jobs abfällt zeigt die Keynote ab 1 h 34 min 45 sek)
Und was erhält man dafür?

Die beste Mundpropaganda der Welt, wie es Martin Oetting von connectedmarketing.de es nennt.

Wers nicht glaubt, muss mal bei Technorati schauen. Wahnsinn, was in der Blogosphäre im Moment abgeht.

Kurz: iMimpressed.

Technorati Tags: , , ,

9. Januar 2007

Was Leser vertreibt: Quotenkiller im Print

Es gibt viele Tipps, wie man den Leser fesselt, die Leserin unterhält.

Doch warum schauen wir die Sache nicht mal von der anderen Seite an?

Was vertreibt den Leser? Wann blättert die Leserin um?

Die Readerscan-Methode analysiert, wo Leser aus dem Text aussteigen. In der aktuellen Journalisten-Werkstatt «Quotenkiller Print» listet der Autos Peter Linden drei Elemente auf, die den Leser vergraulen:
  • Zitat
  • Statik
  • Moderation
Kurz zusammengefasst, die wichtigsten Erkenntnisse und Lösungen:

Quotenkiller Zitat
  • Es steigen mehr Leser am Anfang eine Textes aus, wenn der Text mit einem Zitat beginnt.
  • Zitate stören im szenischen Kontext, wenn sie nicht authentisch sind.
  • Zitate stören, wenn sie zu lang sind und gehäuft auftreten.
Darum:
  1. Keine Zitate im ersten Satz, ausser das Zitat selbst ist Thema.
  2. Keine Zitate im szenischen Kontext, ausser sie sind authentisch und richten sich an eine explizit anwesende Person.
  3. Zitate über den gesamten Text verteilen und nicht am Ende häufen.
  4. Nur zitieren, was der Autor nicht selber sagen kann oder darf: Meinungen, Prognosen, Provokationen.
Quotenkiller Statik
  • Leser kapitulieren, wenn ihnen der Autor nicht hilft, das Kino im Kopf in Gang zu setzen.
  • Leser dulden oder wünschen statische Informationen umso mehr, je bewegter sie selbst sind.
Darum:
  1. Themen, die nicht die Welt bewegen, müssen vom Autor bewegt werden.
  2. Bewegung im Text entsteht durch aktive Verben.
  3. Bewegung im Verb wird blockiert durch statische Verben und passive Verben.
  4. Bewegung im Text wird blockiert durch den Nominalstil.
Quotenkiller Moderation
  • Leser wollen nicht vom Autor befragt werden, sondern selber Fragen stellen.
  • Adjektive erzeugen keine Bewegung. Sie kommentieren.
  • Negationen schaden dem Leserinteresse
  • Chronologie erzeugt beim Leser Langeweile.
Darum:
  1. Fragen haben nur Sinn, wenn sie rhetorischer Natur sind. Ansonsten: So erzählen, dass sich der Leser die gewünschte Frage selbst stellt.
  2. Adjektive kommentieren öfter als sie informieren. Wieder gilt: So erzählen, dass sich das gewünschte Gefühl beim Leser selbst einstellt.
  3. Negationen stören fast immer den Assoziationsfluss.
  4. Chronologie meiden. Es sei denn, in der tatsächlichen Chronologie liegt die Spannung der Geschichte.
Details und zahlreiche Beispiele sind zu finden in der neusten Journalisten-Werkstatt mit dem Titel «Quotenkiller Print».

Erschienen als Beilage der Dezember/Januar-Ausgabe des «Schweizer Journalist», einzeln hier zu bestellen (scrollen, direkter Link leider nicht möglich) oder per Mail vertrieb@oberauer.com.

PS: Mit dem Erfinder der Readerscan-Methode, Carlo Imboden, gibt es hier ein zwar schon etwas älteres, aber interessantes Interview.

Technorati Tags:

8. Januar 2007

Swisscom bloggt weiter

Zuerst einmal die gute Nachricht: Das Swisscom Umweltblog wird weitergeführt. Offensichtlich war ursprünglich geplant, das Blog nur bis Ende 2006 aufrecht zu erhalten.

Die Swisscom-Blogger bedauern, dass sie nicht mit Kommentaren überhäuft werden. Dies könnte allerdings daran liegen, dass Blogosphäre nicht gerade mit Posts aus dem Swisscom Umweltblog überhäuft wird: 24 sind es seit dem Start vor vier Monaten - also nur etwa 1 bis 2 Posts pro Woche.

Bleibt zu hoffen, dass der Durchhaltewillen der Umweltmanager auch die Manager in den höheren Chargen von Swisscom mit dem Blogging-Virus ansteckt. Denn das würde mich wirklich interessieren.

Wer wissen will, wie Telekom-Bosse ticken, muss im Moment nach Osten blicken zu Telekom Austria: Nach Martin Bredl, dem Leiter der Unternehmenskommunikation, bloggt seit kurzem auch Rudolf Fischer, der stv. CEO.

Technorati Tags: ,