23. Februar 2007

Fasnachstfieber hilft beim Texten nicht

Falls einer am Maskenball von der Musik genug hat, so gibt es für ihn zwischendurch musikalische Einlagen.

NZZ im RSS-Reader


Und die Moral von der Geschicht?
Fasnachtsfieber hilft beim Texten nicht.

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22. Februar 2007

Wissensdossier zum Thema PR-, Presse- & Medienarbeit




Der zweite Business Blog Karneval zum Thema «erfolgreiche PR & Medienarbeit» ist seit einigen Tagen zu Ende

Nun haben die Organisatoren Sven Lehmann und Jörg Petermann die 104 Beiträge von 37 Autoren zu einem Wissensdossier zusammengestellt.

Natürlich ist da auch meine Fallstudie über die Medienarbeit von Fussballhelden dabei.

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20. Februar 2007

Was erreicht Mercedes mit dem Mixed Tape Konzert im Second Life?

So das wars: Habe mein erstes Konzert im Second Life erlebt.

Das Konzert mit den Mixed-Tape Künstlern von Mercedes zwar kurz, aber ganz ok.

Habe mich - ganz wie im richtigen Leben - nett unterhalten und ein wenig getanzt. Der grosse Vorteil: Beim Chatten braucht man nicht zu brüllen, so sehr man auch die Musik aufdreht. Und die hat mir gefallen.

Nur verstehe ich nicht ganz, was Mercedes mit seinem SL-Auftritt erreichen will. Autos gibt es bisher keine - ausser ich hätte sie übersehen. OK, ich habe jetzt einen Mercedes-Rennfahreranzug (aber kein Rennauto) und ich konnte das nächste Mixed Tape eine Woche früher herunterladen als sonst auf der Mercedes Website.

Aber werde ich dadurch je einen Mercedes kaufen? Das müsste doch das finale Ziel von Mercedes sein.

Und wie steht es mit der Zielgruppe? Es schien, als wären alle Konzertbesucher entweder aus der Kommunikationsbranche, Medienvertreter oder von der Konkurrenz.

Ich sehe die Verbindung zwischen Second Life und den Geschäften im realen Leben noch nicht. Aber ich lasse mich gerne überzeugen.

Und bis dann geniesse ich einfach das eine oder andere Konzert.

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Wie man für sein Blog Traffic generiert

Gleich zweierorts gibt es heute Tipps, wie man für sein Blog kräfltig Traffic generieren kann

Der PR-Blogger Klaus Eck gibt «Short-Tipps für die Blog-Promotion». Er empflieht unterschiedliche Aktionen wie:
  1. Blog-Karneval
  2. Blogitzeljagd
  3. Blog-Advent
  4. Blogger-INterviews
  5. Testimonial Blogger
  6. Trackback Aktion
  7. Meme oder Stöckchenspiele
College Startup (via: businessblogconsulting.com) hingegen setzt in seinen «5 Steps To Jumpstart Your Website» eher auf technische Mittel:
  1. Submit your articles to Reddit
  2. Submit your story to Netscape
  3. Submit to Digg
  4. del.icio.us, Furl, StumbleUpon, YahooMyWeb, Google Bookmark
  5. Your Niche’s Social News Site
Die Tipps von College Startup sind stark USA-bezogen.

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Best of Corporate Podcasting für CPler

Vor einigen Tagen hat mich ein deutscher Corporate Publishing Spezialist wegen Podcasts im Corporate Publishing angerufen. Er wusste, dass ich mit zoll-kommunikation den Intercultural Navigator Podcast produziere. Und er wollte, dass ich ihm ein paar Beispiele von Audio- und Video-Podcasts im CP oder im Kommunikationsmix allgemein zeige.

Gesagt, getan - die Resultate dieser kurzen Recherche nun auch hier im Texter-Blog. Ein - wenn auch sehr subjektives - Best of Podcasting im Corporate Publishing.

Im Corporate Publishing lohnt es sich immer, einen Blick auf den Journalismus zu werfen.
  • cash daily publiziert täglich neben der kostenlose Wirtschaftszeitung drei Video Podcasts (genannt Börsen-TV und Web-TV) sowie einen Audio Podcast. Wirklich spannend an der ganzen Sache ist, dass die Beiträge in den Podcasts mit den Artikeln im Live-Paper (=elektronische Version der Zeitung) verknüpft werden. Um genau zu sehen, wie es funktioniert, muss man sich leider registrieren - ist allerdings kostenlos.Beim Tagesanzeiger hat der Bereich Digital beim letzten Redesign seine feste Seite verloren. Im Internet ist Digital noch vorhanden - auch mit dem Digitalk, der viel Platz für Hintergrundgespräche lässt.
  • Ein Beispiel aus dem Corporate Publishing ist die Coop-Zeitung. Sie publiziert die Kolumne «Schreiber vs. Schneider» seit neustem auch als Podcast. Technisch ist die erste Folge noch recht holprig, die Idee finde ich allerdings gut.
Es gibt auch Firmen, die nicht merken, dass ihre Corporate Podcasts fixfertig bereit liegen. Praktisch ohne Aufwand könnten sie aus vorhandenem Material einen Podcast produzieren:
  • Bei Marriot gibt es jeden einzelnen Post im Blog des CEO gibt es auch als mp3 File. Ein separater RSS-Feed für die Audio-Files, vielleicht ein kleiner Jingle an den Anfang und Schluss - und fertig wäre der Marriot-Podcast. Wahrscheinlich hat bloss noch niemand bei Marrio gemerkt, dass der Podcast fertig bereit liegt. Ich vermute, dass der 74jährige CEO seine Blog-Texte diktiert und dass die MP3 Dateien schlicht und einfach von seinem Diktaphon kommen.
  • Gut verbinden mit Podcasts lassen sich natürlich auch Viral-Videos. "Will it blend?" wäre ein Kandidat, leider hat auch Blendtec nicht begriffen, dass ihr Podcast fertig bereit liegt. Der Reiz dieser Videos liegt darin, dass sie nicht allzu perfekt sind und dass der präsentierende CEO leicht schrullig ist.
Wie sich Podcasts in den Marketing Mix einbetten lassen, zeigt Swisscom Fixnet. Aus der als Soap gestalteten Serie von Fernsehspots «Beck&Bondi» ist der Podcast «The Bruno Bondi Show» entstanden». Die Kunstfigur aus den Spots - die im Fernsehen ein breites Publikum anspricht - wurde weiterentwickelt und zielt nun im Podcast auf ein jüngeres Publikum ab.

Ganz anders sind die Podcasts von IBM Deutschland. Das sind gut gemachte kurze Radiosendungen mit den klassischen Formen des Radios wie Interview oder Live-Reportage von der CEBIT. Klassische Themen des CP kommen da vor, wie etwa eine Studie, die vorgestellt wird oder auch Referenzprojekte bei Kunden. Verallgemeinert gesagt sind das gut gemachte Radiobeiträge, die in fundierten Hintergrundsendungen ausgestrahlt werden könnten.

In eine ähnliche Kategorie geht Symantec, allerdings ist das «newsiger» aufgezogen, entsprechend ist auch der Erscheinungsrhythmus mit wöchentlich sehr häufig. Offensichtlich erscheint der Symantec Security Podcast von Symantec Deutschland nicht mehr, auf der Website ist nichts mehr zu finden. Wenn man im iTunes Music Store nach Symantec sucht, so ist er allerdings noch vorhanden. Auf Englisch gibt es noch eine ganze Reihe von Symantec Podcasts.

Mercedes geht mit den Mixed Tapes einen anderen Weg. Nicht Informationen sondern Lifestyle steht im Vordergrund: Alle zwei Wochen drei gute Tracks von Top-DJs - perfekt zum Hören beim Dahincruisen mit dem grossen Benz. Nun nutzt Mercedes die Mixed Tapes zum Eintritt ins Second Life: Heute abend um 22 Uhr eröffnet Mercedes im Second Lifeseine Insel mit einem exklusiven Konzert von Mixed-Tape-Künstlern.

Mercedes zeigt auch, wie aufwändig Videopodcasts sein können. Die CLS Podcasts in acht Folgen sind wunderschön gemacht: Der Chefdesigner des CLS geht auf Reisen und trifft Leute aus der «Welt der Passionen». Eigentlich ist es ein überlanger Werbespot im Reportageformat. Kostete sicher ein Riesengeld, aber wunderbares Storytelling.

Technisch viel einfacher gemacht ist der Video-Podcast der deutschen Bundeskanzlerin Merkel. Ein Trailer, eine Kamera, ein paar Lampen (wahrscheinlich ein Teleprompter mit dem Text der Rede)- fertig ist der Podcast. Wer einen CEO hat, der gut frei spricht, hat so rasch einen Podcast. Der Vorteil: Wenig Zeitaufwand und sehr schnell und aktuell im Netz. Da sehe ich vor allem in der internen Kommunikation Anwendungsmöglichkeiten, eventuell auch in der Finanzkommunikation.

Noch ein paar weitere Beispiele:
  • Greenpeace schöpft aus dem vollen: Reportagen ihrer Kampagne in antarktischen Meer für Ocean Defenders TV oder eine Adaptation der Apple-Werbung in der Kampagne «Green my Apple» - fast alle Formen des Fernsehens kommen vor.
  • Audi hängt seine Videocasts an den verschiedenen Autoshows auf, wo es meist auch Neuvorstellungen gibt.
  • BMW hat einen Kurzfilm-Award gesponsert und die Gewinner-Filme als Podcasts pububliziert. BMW tritt da sehr dezent auf - trotzdem ein schöner Image-Transport.
Wie auch sonst im Corporate Publishing kann man sich bei Podcasts die Frage von Refinanzierung durch Werbung stellen. Die oben stehenden Beispiele sind - mit Ausnahme von cash daily - alle werbefrei. Das könnte sich allerdings bald ändern. Business News titelt: «The Next Big Ad Medium: Podcasting». (Artikel entdeckt dank styropor.digital)

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19. Februar 2007

Schöner schreiben

Als Texter lege ich vor allem einmal Wert auf den Inhalt eines Textes. Und trotzdem: Auch sein Aussehen zählt.

«Schriftgestaltung steht nicht nur im Dienst der Ästhetik, sondern sorgt idealerweise auch dafür, dass der Sinn des Geschriebenen schnell erfasst werden kann und das Lesen leicht fällt», schreibt Sibylle Mühlke bei textexperten.

Hier ihre Tipps zum Richtiger und schöner tippen (1)

Entdeckt im Sprachblog

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Navigator Podcast jetzt im iTunes Music Store

Der iTunes Music Store ist ja sowas wie das Who's who der Podcasts.

Nun ist auch der Intercultural Navigator Podcast dort zu finden.

War ganz einfach: Eintragen, zwei Tage warten und drin war er.

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15. Februar 2007

Schlussfolgerungen: Tipps und Tricks fürs nächste Mal

Teil 10 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»




Was waren nun die Erfolgsfaktoren bei der Medienarbeit für Fussballhelden? Was habe ich fürs nächste Mal gelernt?

Zusammengefasst sind es drei Erkenntnisse:
  1. Die Medien verstehen
  2. Den Journalisten das Leben leicht machen
  3. Professionalität mit Begeisterung paaren
Die Medien verstehen

Die Medien gibt es nicht. Verschiedene Medien haben unterschiedliche Bedürfnisse. Erfolg hat daher nur, wer die Informationen mediengerecht aufbereitet. Unsere Herangehensweise an die Lokalradios zeigt dies.

Ebenso wenig gibt es das Medium. Redaktionen bestehen aus Ressorts, die zum Teil sehr unabhängig voneinander arbeiten. Das heisst: Viele (Um-)Wege führen in eine Redaktion. Entsprechend müssen auch hier die Informationen ressortgerecht aufgearbeitet werden. Zur Illustration: Unsere Überlegungen darüber, in welches Ressort Fussballhelden passt.

Auch ein Bildredaktor ist ein Redaktor. Wer aussergewöhnliche Bilder (oder eben auch Illustrationen) hat, kann so den Weg in die Redaktionen finden. Unsere Geschichte im SIE+ER kam dank einer Bildredaktorin zustande.

Wer die Konventionen kennt, kann sie brechen. Richtig ist zum Beispiel, dass generell alle Medien gleich behandelt werden sollen. Und doch: den starken Einstieg in der Medienberichterstattung schafften wir dadurch, dass wir genau das Gegenteil taten und auf den Sonntagszeitungs-Effekt setzten.

Die klassische Medienmitteilung ist tot. Es lebe die Medienmitteilung. Auch heute noch dient sie den Journalisten dazu, rasch den Überblick über ein Thema zu erhalten. Enthält sie relevante Nachrichtenfaktoren und ist sie gut geschrieben, so kommt sie an. Bloss: Für sich alleine genügt die Medienmiteilung nicht.


Den Journalisten das Leben einfach machen

Eines prägt das Arbeitsleben jedes Journalisten: Zeitdruck. Dadurch, dass viele Redaktionen Stellen abgebaut haben und durch die Digitalisierung nimmt dieser Druck noch zu. Alles was den Journalisten unnötig Zeit raubt, ist daher Gift für die Medienarbeit.

Bilder und Dokumente im Mediencorner müssen ohne Registration zugänglich sein. Kleine Vorschaubilder ermöglichen eine rasche Auswahl, ohne dass die Bilder in voller Auflösung herunter geladen (und eventuell entzippt) werden müssen. Apropos Auswahl: (Bild-)Redaktoren wählen gerne aus - sie entscheiden darüber, welche Bilder in ihr Blatt kommen, nicht die PR-Schaffenden.

Hintergrundinformationen sind beliebt und gehören in ein Mediendossier. Beispiele sind Biographien, Interviews, Listen von Teilnehmenden etc. Diese Informationen ermöglichen Journalisten, Aufhänger für eigene Geschichten zu finden. Sie lassen sich gerne inspirieren - PR-Schaffende sollten aber nie versuchen, Journalisten Themen aufzuschwatzen. Was nicht gut ist, wird zurecht zurückgewiesen. Und: Auch beim Mediendossier kommt Qualität vor Quantität.

Im Stress entstehen Fehler. Darum empfiehlt es sich, Fehlertoleranz einzubauen. Es bringt zum Beispiel nichts, sich über einen Journalisten aufzuregen, der fussballhelden.CH statt fussballhelden.COM schreibt. Die URLs der Zielländer gehören registriert. Die wenigen Franken, die eine URL bei der Registration kostet, stehen in keinem Verhältnis zu den möglicherweise verlorenen Visits auf der Website.


Professionalität mit Begeisterung paaren

Medienarbeit muss professionell sein, denn die Journalisten arbeiten auch professionell. Die Erreichbarkeit muss gut, die Zuständigkeiten klar und die Reaktionszeit kurz sein. Informationen müssen stimmen, Unterlagen vorhanden sein. Und der Medienverteiler aktuell.

Wirklich erfolgreich ist Professionalität dann, wenn sie mit Begeisterung gepaart wird. Dank der Professionalität wird die Medienarbeit ernst genommen - die Begeisterung öffnet Türen. Eine mögliche Lösung ist, die beiden Rollen zu verteilen. Bei Fussballhelden garantierte ich in der Medienarbeit die Professionalität, der Initiant Jerzovskaja die absolute Begeisterung. Trotzdem: Nach aussen trat Fussballhelden immer mit dem gleichen Gesicht auf: One Face, one Voice.


Bei Fussballhelden werden wir schon bald Gelegenheit haben, diese Erkenntnisse erneut umzusetzen. 2008 - anlässlich der EM - findet das Projekt eine Fortsetzung. Die gemeinsame Farbe der Wappen der Veranstaltungsländer Schweiz und Österreich ist unser Motto: «Fussballhelden sehen ROT».

Fortsetzung in Kürze auf fussballhelden.com


Ausblick: Fussballhelden sehen rot

Zum Schluss noch einmal alle Post der Fallstudie Fussballhelden im Überblick:

  1. Vorstellen des Projekts: Was ist Fussballhelden? (30. Januar 2007)
  2. Von Zielen, Zielgruppen und einem Null-Budget (31. Januar 2007)
  3. Grundsätzliche Überlegungen 1: von Repräsentanten, Ressorts und Nachrichtenfaktoren (2. Februar 2007)
  4. Grundsätzliche Überlegungen 2: von Bildern, Begeisterung und einer Medienwelle (6. Februar 2007)
  5. Umsetzung 1: ohne konventionelle Instrumente geht es nicht (8. Februar 2007)
  6. Umsetzung 2: unkonventionelle Wege bringen aussergewöhnliche Resultate (10. Februar 2007)
  7. Resultate 1: von Clippings und Highlights (11. Februar 2007)
  8. Resultate 2: Wenn Zahlen zählen - die quantitative Auswertung (12. Februar 2007)
  9. Resultate 3: Wenn Inhalte zählen - die qualitative Auswertung (13. Feburar 2007)
  10. Schlussfolgerungen: Tipps und Tricks fürs nächste Mal (15. Februar 2007)
Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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13. Februar 2007

Resultate 3: Wenn Inhalte zählen - die qualitative Auswertung

Teil 9 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»




Am Ende der quantitativen Analyse im letzten Post habe ich es angetönt. Es ist ja gut und recht, wenn die Medien zahlreich über ein Projekt berichten, ebenso wichtig ist allerdings, wie sie es tun.

Mögliche Indikatoren einer qualitativen Analyse sind:
  • Platzierung (Seite, Umfang, Aufmacher)
  • Korrekte Wiedergabe der Informationen
  • Verwendung von (zur Verfügung gestellten) Bildern
  • positive, neutrale oder negative Berichterstattung
Vor allem der letzte Punkt zeigt eine Schwierigkeit der qualitativen Bewertung: Sie ist teilweise sehr subjektiv.

Beginnen wir mit der Platzierung.

Was Journalisten für wichtig halten:
  • platzieren sie vorne im Blatt, (wobei nach der Titelseite nicht Seite zwei meist beachtete ist, sondern die Aufschlagseiten der einzelnen Ressorts)
  • setzen sie an prominenter Stelle auf die Seite (man spricht von einem Aufmacherartikel, der die Seite dominiert, mit dem die Seite aufgemacht wird)
  • geben der Geschichte entsprechend Platz (die Anzahl der Seiten ist also sowohl ein qualitatives wie ein quantitatives Merkmal).
In der Schweizer Presse war Fussballhelden so platziert:

Details Qualitative Auswertung

Generell war Fussballhelden sehr gut platziert, in drei Viertel der Fälle (12 von 16) war Fussballhelden die Aufmachergeschichte.

Auch betreffend der Richtigkeit der Informationen und sowie der Verwendung der zur Verfügung gestellten Bilder waren die Zahlen erfreulich.

Grafik Korrekte Information und Bilder in Presseartikeln

In den drei Artikeln, in denen nicht alle Informationen korrekt waren, stimmten jeweils die URL-Verweise nicht. Wir hatten es sträflicherweise vergessen, fussballhelden.CH zu reservieren. Obwohl wir immer konsequent fussballhelden.COM kommunizierten, griffen Journalisten dreimal zur Schweizer Top Level Domain .CH. Dasselbe geschah in Deutschland mit fussballhelden.DE.

Auch der einzige Artikel, der nicht mit einem Bild aus unserem Download-Angebot bebildert war, enthielt ein Bild. Es zeigte die an der Buchtaufe anwesenden Illustratoren mit dem als Poster vergrösserten Titelbild des Buches. Die Zeitung schickte dafür einen eigenen Fotografen vorbei.

Besonders interessierte uns natürlich, die Tendenz in der Medienberichterstattung, ob die Medien also positiv, neutral oder negativ berichteten.

Bei den 16 ausgewerteten Presseartikeln ergab sich ein erfreuliches Bild:

Grafik Tendenz in den Presseartikeln

Die neutralen Artikel begnügten sich jeweils damit, (kurz) die Erscheinung des Buches zu erwähnen. Der einzige Artikel, der etwas Negatives über Fussballhelden enthielt, war jener der Berner Zeitung. Er kritisierte den Preis von 60 Franken. Zugegeben, für ein Fussballbuch ist der Preis hoch - für ein Kunstbuch hingegen eher günstig.

Ein wichtiges Ziel unserer Medienarbeit war, den Buchverkauf zu unterstützen. Darum ist ein weiterer qualitativer Indikator, ob ein Medienbericht auf die Website verweist oder Details zum Buch angibt (Verlag, ISBN-Nummer etc.).

Auch dies gelang uns gut. Allerdings sind deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Medien zu sehen. Während die Presse (total 16 Artikel) in 63% der Artikel (=10 Stück) die URL nannte und in 75% (=12) Details zum Buch angab, war dies beim Radio (total 7 Beiträge) nur in 43% (3) der Beiträge, respektive 14% (=1) der Fall.

Dieser Unterschied ist nicht erstaunlich: Während es für die Presse einfach ist, in einem Kästchen oder einer zusätzlichen Informationszeile URL oder Buchinfos hervorzuheben, ist dies im Radio schwieriger.

Soweit die Auswertung. Für den letzten Post habe ich mir die Schlussfolgerungen aufgespart, die Tipps und Tricks fürs nächste Mal.

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Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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12. Februar 2007

Resultate 2: Wenn Zahlen zählen - die quantitative Auswertung

Teil 8 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»



Ein erster Schritt der Analyse der Medienresonanz sind die nackten Zahlen: Die Übersicht über die publizierten Medienberichte habe ich im letzten Post gezeigt.

Weitergehende Fragen sind dann:
  • Wie gross waren diese Beiträge (Anzahl Seiten)?
  • Wie viele Personen wurden damit erreicht?
  • Wie viel hätte der Platz dieser Beiträge als Werbung gekostet?
Voraussetzung für eine solche Analyse sind verlässliche Leser- respektive Hörerzahlen sowie die Werbepreise. Für die Schweizer Printmedien sind diese Zahlen einfach zugänglich und so habe ich mich in der detaillierten Auswertung auf die Schweiz beschränkt.

Insgesamt wurden 14,75 Seiten über Fussballhelden publiziert, die einen Anzeigenäquivalenzwert von 250'000 Franken haben. Diese Medien erreichen insgesamt 5,3 Millionen Leser.

Im Detail sehen die Zahlen so aus:

Details Quantitative Auswertung

Dieselbe Berechnung für Radio und Fernsehen war nicht möglich. Die Hörer-/Zuschauerzahlen schwanken stark im Tagesverlauf und sind im Detail nicht frei zugänglich. Da wir vor allem auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen präsent waren, kann der Werbeäquivalenzwert nicht berechnet werden: Diese Stationen sind werbefrei, es gibt also keine Tarifdokumentationen.

Der Vorteil der quantitativen Analyse sind die harten Fakten, die sie hervorbringt. Auch ist sie relativ schnell und einfach machbar - allerdings nicht für alle Medien. Der Nachteil: Für sich alleine ist die quantitative Analyse wenig aussagekräftig. Denn sie sagt nichts darüber aus, wie die Medien berichten. Ein vernichtender Verriss wird genau gleich bewertet wie eine euphorische Hymne.

Diese Unterschiede macht nur die qualitative Analyse, die ich im nächsten Post vorstelle.


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Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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11. Februar 2007

Resultate 1: von Clippings und Highlights

Teil 7 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»



Nun, was waren die Resultate unserer Überlegungen (1, 2) und Umsetzungen (1, 2)?

Die Medienresonanz war sehr gut:
  • Schweiz: 16 Printartikel, 7 Radiobeiträge und 1 TV-Beitrag
  • Deutschland: 18 Print, 1 Radio
  • International: 15 Print, 1 TV
Insgesamt 49 Artikel in der Presse, 8 Beiträge im Radio und 2 im Fernsehen.

Dazu kommen unzählige Berichte in den Online-Medien. Wir haben diese nicht detailliert ausgewertet, weil man zwischen Zweitauswertungen (= Sites von Printtiteln, Radio- und Fernsehstationen) und eigenständigen Online-Medien sowie Special Interest Sites und Blogs unterscheiden müsste.

Diese Zahlen umfassen nur die Berichte, die uns vorliegen. Wir erhielten zahlreiche weitere Anfragen von Journalisten und gaben Interviews - die Resultate sahen wir allerdings nie.

Ohne einen professionellen Dienst für Medienbeobachtung - den wir uns nicht leisten konnten - ist es fast unmöglich, die Berichterstattung vollständig zu dokumentieren. Man muss allerdings auch sagen, dass in unserem Fall die professionelle Medienbeobachtung nur für die Schweiz und Deutschland praktikabel gewesen wäre; ich kenne keinen Medienbeobachtungsdienst, der all die Länder abgedeckt hätte, in denen wir in den Medien präsent waren.

Selbstverständlich kann man Journalisten bitten, ein Belegexemplar zu schicken. Als ehemaliger Journalist weiss ich allerdings, dass dies sehr unbeliebt ist. Denn für Journalisten ist die Zeitung von heute schon Vergangenheit - sie arbeiten an jener von morgen.

Sicher hilft es, dass viele Medien online präsent sind. Allerdings ist dies auch nicht umfassend. Radiosendungen zum Beispiel werden meist nur als Live-Stream angeboten. Wer den Ausstrahlungsmoment verpasst, kann die Beiträge nicht im Nachhinein aus dem Archiv herunterladen.

Trotzdem: Dies sind die Highlights der Medienberichterstattung:

Schweiz
Deutschland
  • Achtseitige Magazingeschichte in Player Mag (Fussballmagazin)
International:
  • Grosse Online-Slideshow auf BBC Online Brasilien
  • Medienpräsenz in neuen Ländern: Schweiz, Deutschland, Brasilien, Grossbritannien, Italien, Frankreich, Holland, USA, Argentinien
  • Im Internet zusätzlich: Russland, China, Südafrika, Türkei...
In der Sprache eines Fussballers heisst dies:



Sogar Ronaldinho ist vom Erfolg von Fussballhelden begeistert.


In den nächsten beiden Posts analysiere ich die Medienberichterstattung etwas genauer, zuerst quantitativ, dann qualitativ.


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10. Februar 2007

Umsetzung 2: unkonventionelle Wege bringen aussergewöhnliche Resultate

Teil 6 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»



Wie gesagt, konventionelle Instrumente wie die Medienmitteilung sind auch heute noch die Basis der Medienarbeit. Doch sie alleine genügen nicht.

Im vierten Teil der Fallstudie hatte ich vom Sonntagszeitungs-Effekt geschrieben. Unser Ziel war, mit einer starken Erst-Publikation in einem Magazin eine Welle von Berichterstattungen auszulösen.

Wie macht man das?

Unser Angebot an die Magazin-Redaktion war, dass sie frei aus allen Bildern auswählen konnte, nicht nur aus der Auswahl im Mediencorner. Zusätzlich warteten wir mit dem Versand der ersten Medienmitteilung, bis die Magazingeschichte erschienen war. Das Magazin erhielt die Geschichte also als Primeur. Im Gegenzug wünschten wir eine mehrseitige Geschichte mit Bildern - inhaltlich war die Redaktion selbstverständlich völlig frei.

Über unsere persönlichen Kontakte machten wir den Redaktionen dieses Angebot, als Partner konnten wir SIE+ER gewinnen, das Magazin des Sonntagsblicks. Ganz bewusst arbeiteten wir dabei mit einer Bildredaktorin zusammen - sie liess sich von den Bildern begeistern. Dass am Schluss auch eine (fussballverrückte) Frau die Geschichte schrieb, war ein schöner Zufall.

Um es vorweg zu nehmen - wir waren vom Resultat (PDF Download, 528 KB) begeistert.

Mit diesem Vorgehen brachen wir bewusst mit der Regel der Medienarbeit, dass alle Medien gleich behandelt werden sollten. Vor allem in der Krisenkommunikation wird diese Regel - zu Recht - postuliert. Und wir gingen ein Risiko ein: Wenn die anderen Redaktionen anschliessend Fussballhelden als «SIE+ER-Geschichte» wahrgenommen hätten, wäre ihre Motivation, darüber zu berichten, klein gewesen. Glücklicherweise passierte dies nicht.

Einen aussergewöhnlichen Weg gingen wir auch bei den Lokalradiostationen.

Medienmitteilungen landen bei Radiostationen meist bei der Redaktion, die für die Nachrichten- und Informationssendungen verantwortlich ist. Vor allem bei Unterhaltungssendungen brauchen aber auch die Moderatoren kleine Geschichten, die sie in ihre meist mehrstündigen Sendungen einbauen können. In Frage kommen:
  • kuriose, aussergewöhnliche Meldungen, nicht Hard News, die in die Nachrichten gehören
  • Veranstaltungshinweise und Geschichten mit einem direkten Nutzen für den Hörer, denn Radio ist ein Service-Medium
  • Nähe zu den Hörern, zum Sendegebiet
Wichtig ist auch zu wissen, dass diese Moderationen meist sehr spontan enstehen - meist erst in den Stunden vor der Sendung oder sogar noch während der Sendung. Es bringt also nichts, eine Woche vorher Material zu schicken.

Wir setzten daher auf sehr spontane kurzfristige Kontakte, die schon fast an eine Guerilla-Aktion grenzten. Jerzovskaja, der Initiator, rief die Moderatoren in den Tagen vor der Buchpremiere an. Mit seiner Begeisterung gelang es ihm, die Moderatoren für Fussballhelden zu interessieren. Es entstanden mehrere Berichte wie jener von Radio Energy Züri vom 1. März 2006 (MP3 Downlaod, 824 KB).

Ich bin der Meinung, dass nur der Initiator selber diesen Zugang zu den Moderatoren schaffen konnte. Wenn ich als Medienvertreter angerufen hätte, wäre dies sicher weniger gut angekommen. Hier war die grenzenlose Begeisterung für das Projekt und eine Portion Kühnheit der Professionalität überlegen.

Nun, was haben wir mit den konventionellen und ungewöhnlichen Mitteln insgesamt erreicht? Mehr dazu im nächsten Post.


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Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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9. Februar 2007

Erste Zwischenbilanz und vierte Folge des Navigator Podcasts

Der Intercultural Navigator Podcast ist wieder aktuell: Die vierte Folge ist nun aufgeschaltet.

Die aktuellen Themen sind Wirkungsvolles Auftreten, Moderation, Konfliktbearbeitung.

Mit dieser vierten Folge ist es Zeit, mal kurz auf den Navigator Podcast zu analysieren.

Der Podcast begleitet den einjährigen Diplomlehrgang Intercultural Navigator, der von changels GmbH in Bern durchgeführt wird. Der Lehrgang ist in acht Module von zwei bis fünf Tagen aufgeteilt, die auch einzeln gebucht werden können.

Die Ziele des Navigator Podcasts sind:
  • den aktuellen Teilnehmern eine Möglichkeit zu geben, einzelne Themen des Lehrgangs im Nachhinein noch einmal kurz zu repetieren
  • den Teilnehmern der sechs früheren Jahrgänge zu ermöglichen, einzelne Themen wieder aufzufrischen
  • potenzielle Teilnehmer über den Lehrgang zu informieren und ihnen einen Einblick in die Arbeitsweise zu geben.
Der Navigator Podcast wird auf einer speziellen Seite der Website des Intercultural Navigators publiziert.
Zusätzlich habe ich den Podcast in diversen Podcast-Plattformen eingetragen. Die drei bisherigen Folgen haben da unterschiedliche Beachtung gefunden:
Auch nicht ersichtlich ist, wieviele Personen den Podcast dann wirklich gehört haben.

Genaue Zahlen habe ich dann wieder zu den Downloads der einzelnen Folgen:
  • Folge 1, September 2006: 92 mal (anhören)
  • Folge 2, November 2006: 140 mal (anhören)
  • Folge 3, Dezember 2006: 125 mal (anhören)
  • Folge 4, Februar 2007, in der ersten Stunde seit erscheinen: 7 mal (anhören)
Besonders erfreulich: Eine erste Interessentin hat sich für den Diplomlehrgang gemeldet, die über den Navigator Podcast darauf aufmerksam wurde.

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8. Februar 2007

Umsetzung 1: ohne konventionelle Instrumente geht es nicht

Teil 5 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»



Die grundsätzlichen Überlegungen (1 und 2) im Kopf, kommen wir zur Umsetzung. Hier zuerst die konventionellen Instrumente.

Wer meint, Medienarbeit bestehe darin, dass man ab und zu eine Medienmitteilung verschickt, irrt sich.

Und trotzdem: Ausgedient hat die Medienmitteilung nicht. Sie gehört genau so zu den unersetzlichen Grundinstrumenten wie ein Mediendossier und ein Mediencorner im Web.

Bei Fussballhelden setzten wir Medienmitteilungen zu den verschiedenen Anlässen ein, den Verteiler stimmten wir jeweils geographisch ab:

• Buchvernissage im Fussballstadion Letzigrund Zürich an die Medien im Grossraum Zürich
• Ausstellung Comicsfestival Fumetto in Luzern (Medien national, Fokus auf Zentralschweiz)
• Ausstellung am Festival «BD Pavés» in Sierre (Medien Westschweiz)
• Ausstellung Erlangen (Medien Deutschland)
• Ausstellung London (Medien Grossbritannien, Schwerpunkt London)

Aus Kostengründen erfolgte der Versand der Medienmitteilungen ausschliesslich per E-Mail. Fast alle Redaktionen führen auf ihren Websites neben der allgemeinen E-Mail Adresse auch die Adressen der verschiedenen Ressorts oder gar der einzelnen Journalisten an. So ist eine sehr direkte Ansprache möglich. Der Medienverteiler lässt sich also gut selber zusammenstellen, der Aufwand ist aber nicht zu unterschätzen.

Kann man sich erlauben, Medienmitteilungen nur per E-Mail zu versenden? Kommt man so in die Redaktionen rein?

Ja, zeigt eine Umfrage unter Schweizer Journalisten, die Bernet PR und das Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Zürcher Hochschule Winterthur 2005 durchgeführt haben. (Die Studie kann hier kostenlos bezogen werden).

Auf die Frage, wie sie bevorzugt Medienmitteilungen von Organisationen und Unternehmen erhalten, antworteten 85% der befragten Journalisten mit «E-Mail».

Grafik E-Mail für Medienmitteilungen
E-Mail führt: 85% der Schweizer Journalisten erhalten Medienmitteilungen von Organisationen und Unternehmen am liebsten auf diesem Weg.


Parallel zur ersten Medienmitteilung erstellten wir ein Mediendossier. Dieses erhielt eine generische Medienmitteilung, die das Projekt vorstellte, ein Interview mit den Initiatoren Ashi und Jerzovskaja, die Biografien der beiden, sowie die Namen und Herkunftsländer aller teilnehmenden Illustratoren.

Wir gestalteten das Mediendossier als vierseitiges PDF-Dokument mit vielen Bildern aus dem Buch. So sollten die Journalisten einen guten Eindruck der Illustrationen erhalten. Gleichzeitig lieferten wir den Journalisten so Hintergrundinformationen für eigene Geschichten.

Das Interview im Mediendossier erfüllte gleich mehrere Zwecke:
  • Da es zum Abdruck (ganz oder auszugsweise) freigegeben war, standen den Journalisten hier eine grosse Auswahl an autorisierten Zitaten zur Verfügung.
  • Im Interview liessen sich Anekdoten und Geschichtchen einbauen, die sich in einer Medienmitteilung nur schwer platzieren lassen.
  • Das Interview zwang uns, im Voraus die möglichen Fragen sauber auszuarbeiten und unsere Antworten zurechtzulegen.
Die Rechnung ging auf. Vor allem in den Online-Medien wurden grosse Teile des Interviews abgedruckt.

Das Mediendossier war unser Hauptinstrument in der weltweiten Medienarbeit. Wie gesagt, das Buch war achtsprachig, Zeichner aus 17 Ländern nahmen teil. All diese Länder waren unsere potenziellen Absatzmärkte. Bloss, für uns in Zürich war es unmöglich, all diese Medienmärkte zu bearbeiten - trotzdem sollten die Grundbotschaften konsistent sein.

Darum setzten wir die teilnehmenden Illustratoren als Medienbotschafter vor Ort ein. Ihr Arbeitsmittel: Das Mediendossier, das wir auf Französisch, Englisch und Brasilianisch-Portugiesisch übersetzen liessen. Ansonsten stand es jedem Illustrator frei, Fussballhelden als «sein» Projekt darzustellen. So schuffen wir den Nachrichtenfaktor «Nähe», der für die Redaktionen sehr relevant ist.

Vor allem in Brasilien und Grossbritannien funktionierte das gut.

Im Web bauten wir einen zweisprachigen (deutsch und englisch) Mediencorner auf. Neben dem Mediendossier und den direkten Kontakten umfasste dieser vor allem das umfangreiche Download-Angebot an Bildern in Druckqualität.


Soweit die konventionellen Massnahmen. Im nächsten Post betrachte ich dann zwei eher unkonventionelle Ansätze.


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Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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7. Februar 2007

Unter den besten 200 Websites der Schweiz

Freude herrscht! Unter den 200 besten Websites der Schweiz 2007 befindet sich ein Projekt, an dem ich mitgearbeitet habe.

Es ist die Microsite steamen.ch von V-ZUG.

Im Auftrag von namics habe ich dafür die deutschen Originaltexte geschrieben.

Verliehen hat die Auszeichnung das Magazin anthrazit. In der Kategorie «Leben (digital) @home» erreichte steamen.ch den zweiten Platz.

Die Begründung der Jury:
http://www.steamen.ch löscht Ihren Wissensdurst und macht Appetit auf mehr. Denn hier erhalten Sie fundierte Hintergrundinformationen rund ums Dämpfen. Alles über gesundes Essen, schonendes Garen und Steamen wird Ihnen mit informativen Bildern und anschaulichen Animationen erläutert.
Ein grosses Dankeschön an anthrazit.

Und herzliche Gratulation an V-ZUG.

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6. Februar 2007

Grundsätzliche Überlegungen 2: von Bildern, Begeisterung und einer Medienwelle

Teil 4 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»



Im letzten Post habe ich die ersten drei unserer grundsätzlichen Überlegungen bei der Medienarbeit für Fussballhelden dargelegt:
1.) One Voice, one Face
2.) Ressort Sport oder Kultur?
3.) Warum sich die Medien für Fussballhelden interessieren

Nun also zu den drei weiteren Punkten.



4.) Bilder sagen mehr als tausend Worte

Themen, die sich gut bebildern lassen, haben in den Printmedien eine grössere Chance zur Publikation. Und Studien zum Leseverhalten zeigen, dass die Bilder die grösste Aufmerksamkeit auf einer Seite geniessen. Ein Artikel, der bebildert ist, wird von den Lesern viel stärker beachtet, als einer ohne Bild.

Fussballhelden ist ein Bildprojekt per se, wurden doch 906 Porträts eigens dafür gezeichnet.

Daher beschlossen wir, einen grossen Download-Bereich mit Bildern in Druckqualität bereitzustellen. Von jedem Team ist ein Porträt erhältlich - insgesamt über 60 Bilder. Die Journalisten konnten frei auswählen.

Hier bestand ein Interessenskonflikt zwischen mir als Medienspezialisten, der die Medien optimal beliefern wollte, und den Illustratoren, die die Urheberrechte an ihren Werken schützen wollten.

Ich konnte den Initiator Jerzovskaja aber davon überzeugen, dass der Nutzen viel grösser ist als die Gefahren. Zum Schutz brachten wir einen deutlichen Copyright-Verweis an. Leider mussten wir trotzdem bei mehreren (Online-)Medien intervenieren, die die Bilder unerlaubt verwendeten, das heisst ohne Zusammenhang zum Projekt und ohne Copyright-Verweis.

Insgesamt hat sich die Strategie aber ausbezahlt: 95% der Artikel, die in der Schweiz über Fussballhelden erschienen, waren bebildert.


5.) Wie man eine Lawine auslöst

Ein wichtiges Prinzip des Mediensystems ist die Selbstreferenzierung der Medien. Journalisten sind selber intensive Medienkonsumenten und werden von anderen Medien bei der Themenwahl beeinflusst. Das, worüber die Leute sprechen, ist ein Thema für die Medien. Und die Leute sprechen über das, worüber die Medien berichten.

Unternehmen müssen immer wieder schmerzliche Erfahrungen mit diesem Mechanismus machen, wenn ein einzelnes Medium einen Missstand aufdeckt und damit eine Welle an Berichterstattungen auslöst. Ich nenne dies auch den «Sonntagszeitungs-Effekt», denn jede Woche finden zahlreiche Geschichten, die die Sonntagspresse publiziert, ihren Niederschlag in anderen Medien.

Wir wollten diesen Effekt für uns nutzen. Wir suchten daher in der Medienberichterstattung einen starken Start, möglichst mit einer mehrseitigen, grossformatig bebilderten Magazingeschichte. Wie wir vorgingen, welches Risiko wir mit dieser Strategie eingingen und was das Resultat war, zeige ich dann im 6. Teil.

Den Schneeballeffekt kann man auch fördern, indem man nicht nur Redaktionen mit Informationen beliefert, sondern auch freischaffende Journalisten. Diese arbeiten häufig für mehrere Medien und haben ein Eigeninteresse, ihre Geschichten mehrfach zu verwerten.


6.) Wie man auf einer Medienwelle mitreitet (wenn eine da ist)

Wenn ein Thema in den Medien stark präsent ist, kann man von dieser Dynamik profitieren und das Thema für sich zu besetzen versuchen, also auf der Welle mitreiten.

Die Fussball-WM generiert eine riesige Medienaufmerksamkeit. Wie bei allem müssen aber auch in der Medienarbeit die Chancen sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden.

In unserem Fall waren die Risiken:
  • Der Kampf um die Aufmerksamkeit ist riesig, leicht geht man darin unter.
  • Leute, die Fussball nicht mögen (das soll es ja geben), werden abgeschreckt.
  • Die Veranstalter der WM sind nicht zimperlich, wenn sie glauben, dass jemand ungerechtfertigt von der WM profitiert. Die rechtlichen Möglichkeiten sind eingeschränkt.
In unserem Fall kam dazu, dass die grosse Medienwelle während der WM (9. Juni bis 9. Juli) für Fussballhelden zu spät kam. Das Buch kam am 1. März auf den Markt, die Medienarbeit musste also bereits im Februar beginnen.

Eine Auswertung des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft Universität Zürich zeigte rückblickend, dass unsere Annahme richtig war: Die WM-Welle in den grossen Schweizer Zeitungen fand erst während der WM statt.

Grafik Medienberichterstattung Fussball-WM

Wir beschlossen also, uns bei der Medienarbeit für Fussballhelden nicht auf die Medienwelle der WM zu verlassen. Nur vereinzelt spielten wir auf die WM an - zum Beispiel «WM der Illustratoren». Durch eine sorgfältige Sprachwahl vermieden wir allfällige rechtliche Probleme.


Mit diesen grundsätzlichen Überlegungen machten wir uns an die Umsetzung. Dabei kombinierten wir konventionelle mit eher unkonventionellen Mitteln.

Zurück zur Übersicht der Fallstudie.


Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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5. Februar 2007

Werbung kommt gut an

Von wegen Rausschütteln, Überblättern und Wegzappen: Werbung kommt bei den Zielgruppen gut an.

Rund 50% der in einer Studie befragten konsumieren zumindest ab und zu gerne Anzeigen, mehr als ein Drittel sagen dasselbe über TV-Werbung.

Interessant: Frauen sind gegenüber allen Formen von Werbung positiver eingestellt als Männer.



Weitere Erkenntnisse und Details bei persoenlich.com.

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2. Februar 2007

Grundsätzliche Überlegungen 1: von Repräsentanten, Ressorts und Nachrichtenfaktoren

Teil 3 von 10 der Fallstudie «Fussballhelden»




Vielleicht mag es erstaunen, dass nach der Analyse des Projekts sowie der Dialoggruppen und Ziele dieser Teil nicht mit «Konzept» betitelt ist.

Nun, wir hatten kein Konzept bei der Medienarbeit für Fussballhelden, zumindest nicht im Sinne eines sauber ausformulierten Papiers. Der Grund lag darin, dass das Projekt ständig wuchs und wenig planbar war. So war zum Zeitpunkt der Buchpremiere am 1. März keine einzige Ausstellung definitiv bestätigt.

Damit mich niemand falsch versteht: Ich möchte diese Vorgehensweise nicht empfehlen. Eine gute Strategie, ein solides Konzept erhöht die Erfolgschancen der Medienarbeit massiv und verhindert, dass man Chancen verpasst. Trotzdem ist es im Alltag manchmal so, dass die Medienarbeit nur beschränkt planbar ist und dass man eher taktisch als strategisch vorgehen muss.

Am Anfang unserer Arbeit standen aber sechs grundsätzliche Überlegungen, die uns beim taktischen Vorgehen als Orientierungspunkte dienten.

1.) One Voice, one Face

Ein wichtiges Prinzip der Unternehmenskommunikation ist das One-Voice-Prinzip. Es besagt, dass ein Unternehmen mit einer Stimme sprechen muss. Vor allem bei grossen Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und weit voneinander verteilten Abteilungen ist dies eine grosse Herausforderung.

Wir haben das Prinzip auf One Face erweitert. Das heisst, dass gegenüber den Medien nur der Initiator Jerzovskaja auftrat. Er strahlt die absolute Begeisterung und Überzeugung für das Projekt aus, er verfügt über das gesamte Projektwissen, kann sich fachlich kompetent zum Thema Illustration äussern und - das half beim Entscheid - er ist mikrofon- und kameratauglich.

Mit diesem Entscheid setzten wir auch auf die Tendenz zur Personalisierung in den Medien. Journalisten hängen Geschichten lieber an Personen auf als an Sachen. Logisch, denn Menschen interessieren sich besonders für andere Menschen.



Das Gesicht von Fussballhelden, der Illustrator Jerzovskaja.

Der Entscheid zu «One Face» definierte dann meine Rolle als Medienspezialist. Ich war dafür verantwortlich, dass wir möglichst viele Gelegenheiten in den Medien wahrnahmen, stellte meine Kontakte zur Verfügung und baute neue auf und gab dem Projektleiter ein neutrales Feedback auf alle Medienauftritte. So hatte er ein ständiges Coaching. Selbstverständlich erstellte ich auch die gesamte Mediendokumentation und die Medienmitteilungen.

2.) Ressort Sport oder Kultur?

Redaktionen sind nach Ressorts strukturiert: Ausland, Inland, Wirtschaft, Sport, Kultur… Wer die Redaktoren in den richtigen Ressorts anspricht, erhöht die Publikationschancen massiv. Für Fussballhelden war daher die Frage: in welches Ressort passt das Projekt?

Zwei Ressorts kamen vor allem in Frage:
  • Sport, denn es geht um Fussball, die WM findet statt, das grosse Sammelbildchen-Fieber bricht aus.
  • Kultur, denn das Projekt dreht sich um um Illustration, es gibt Ausstellungen und das Projekt ist global vernetzt.
Das Problem ist jedoch, dass Fussballhelden in kein Ressort exakt reinpasste. Ein Sportredaktor konnte also erwidern: «Uns interessieren die Spielresultate, nicht irgendwelche gemalte Bildchen», ein Kulturredaktor hingegegen: «Fussball ist doch keine Kultur! Fussballbildli schon gar nicht.»

Diese Einwände bekamen wir denn auch zu hören. Also bearbeiteten wir immer beide Kanäle parallel.

Spannend: Mehrmals konnten wir Sportredaktoren für Fussballhelden begeistern, die dann die Kollegen vom Kultur-Ressort davon überzeugten, etwas zu publizieren. Es führen eben unterschiedliche Wege in eine Redaktion.

3.) Warum sich die Medien für Fussballhelden interessieren

Journalisten entscheiden, ob sie über ein Thema berichten, indem sie nach Nachrichtenfaktoren selektionieren. Je mehr Nachrichtenfaktoren ein Thema erfüllt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Berichts.

Je nach Literatur werden die Nachrichtenfaktoren etwas unterschiedlich beschrieben. Eine mögliche Kategorisierung ist:
  • Ausmass / Bedeutung des Themas für die Leser / Hörer / Zuschauer
  • Aktualität (ist relativ zum Erscheinungsrythmus eines Mediums)
  • Nähe des Themas zum Leser / Hörer / Zuschauer (örtlich oder emotional)
  • Prominenz
  • Originalität (Aussergewöhnliches, Lustiges ist gesucht)
Wir klopften alle Aktivitäten von Fussballhelden systematisch auf die Nachrichtenfaktoren ab und stellten diese Faktoren beim Kontakt mit den Journalisten immer in den Vordergrund. Hier konnte ich von meiner langjährigen Erfahrung als Journalist profitieren (Für Details über meinen beruflichen Hintergrund siehe mein Profil bei XING).

Grundsätzlich interessiert Fussballhelden die Medien weil:
  • Ausmass: Die Fussball-WM ist der grösste Sportanlass der Welt. Selbst absolute Fussball-Muffel schauen auf einmal Fussball und fiebern mit.
  • Aktualität: Einerseits die Aktualität durch die WM und das damit verbunden Sammelbildchen-Fieber, andererseits kreieren wir mit unserer Vernissage und den Ausstellungen eine eigene Aktualität
  • Nähe: An den Orten der Vernissage (Zürich) und Ausstellungen (Luzern, Sierre, Erlangen etc.), aber auch durch die teilnehmenden Zeichner in 17 Ländern.
  • Prominenz: Die weltbesten Fussballer von Ronaldinho über Platini, Maradona bis Podolski sind porträtiert. Auf Fachebene sind einzelne Illustratoren bekannt.
  • Originalität: Fussballhelden ist ein aussergewöhnlicher Umgang mit Fussball.
Die drei weiteren grundsätzlichen Überlegungen über Bilder, Begeisterung und eine Medienwelle stelle ich im nächsten Post an.

Zurück zur Übersicht der Fallstudie.


Diese Fallstudie erscheint im Rahmen des 2. Business-Blog-Karnevals unter dem Thema «erfolgreiche PR- und Medienarbeit».

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1. Februar 2007

Internet - was ist das?

Ein erstes Internetcafé in London - staunende Journalisten, die auf einmal «innerhalb von Sekunden überall in der Welt sein können» - ein Buchhändler, der pro Tag bis zu 10 Bücher online verkauft - Internetknüller Bernhardinerhund…

Kaum zu glauben, dass nicht einmal 12 Jahre vergangen sind, seit MTW über die exotische Neuerung «Internet» berichtete.

Sehenswert schon alleine wegen dem Webdesign von anno dazumal. Und wegen einiger der Frisuren…

Gefunden auf der hervorragenden Geschichts-Seite von SRG SSR idée suisse.

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