Nun sind sie wieder da, die PodTalks. Monatlich werde ich nun die Expertengespräche über Corporate Podcasting führen
Das Thema dieser Folge heisst «
Podcasting für Verlage». Um was geht es?
Verlage sind immer stärker multimedial tätig. Sie bieten auf ihren Websites Audio- und Video-Inhalte an, teilweise auch als Podcasts. Welche Inhalte sollen Verlage als Podcast anbieten? Wie können sie sich gegenüber Radiostationen positionieren? Was müssen Print-Journalisten lernen, um zum podcasten? Und wie lassen sich Verlags-Podcasts refinanzieren?
Der
Rundfunkredakteur, Sprecher, Sprechtrainer und Podcaster Martin Falk kennt die Antworten.
Die
aktuelle Folge von PodTalks dauert 15 Minuten 52 Sekunden, steht als
MP3-Download (10,9 MB) zur Verfügung.
Oder direkt hier abspielen:
Der Inhalt im Detail:
- Gute Beispiele von Verlagspodcasts sind das Handelsblatt oder die Financial Times Deutschland, [01:51]. Podcasting ist besonders interessant im Bereich Wirtschaft / Finanzen, um eine jüngere Business-Klientel anzusprechen [02:04].
- Podcast von Radio-Stationen zu Wissensthemen oder Hintergrundberichten werden stark nachgefragt. Vertiefende Audio-Inhalte werden als On-Demand-Angebote geschätzt [02:24].
- Verlage sollten nicht versuchen, Nachrichten-Formate zu kopieren, sondern versuchen, ein Alleinstellungsmerkmal für die Markenführung der Zeitung, der Zeitschrift zu erreichen. Beispiele: Interviews und weitere Inhalte als Podcast, welche die Kernkompetenz des Printprodukts – etwa Ratgeber oder Gesundheit/Medizin – unterstreichen. Weitere Möglichkeiten ergeben sich in den Bereichen Weiterbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Marketing [03:09].
- Die Publikumspresse hat begonnen mit Podcasts Branding zu betreiben. Dazu kommt der Long Tail – die Möglichkeit also, Special-Interest-Zielgruppen ohne Streuverluste anzusprechen. Dies ist besonders da interessant, wo keine hohen Print-Auflagen erreicht werden [04:22].
- Durch youtube, Myspace etc. entsteht ein starker Fokus auf Bewegtbilder im Internet – viele Verlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen Video / IPTV einsetzen. Audio wird daneben aber immer bestehen [05:14].
- Video und Audio kanibalisieren sich nicht: Die Nutzung des Audio Content ist vor allem mobil, es eignet sich besonders für Hintergrundinhalte. Bewegbild ist eher für kürzere Inhalte, und es ist sehr interessant für die Werbung und das Marketing. Print-, Audio- und Videoinhalte bestehen nebeneinander, der Nutzer wählt das, was er gerade braucht [05:50].
- Print-Journalisten müssen lernen, Inhalte fürs Hören aufzubereiten, beispielsweise eine einfachere Sprache zu sprechen. Die Sprache bringt Glaubwürdigkeit rüber. Die Inhalte müssen komprimiert werden [06:45].
- Ein Minimum an Stimmausbildung ist empfehlenswert – für Video muss man sich auch in Kameratechnik weiterbilden. Für grössere Hintergrundthemen empfiehlt es sich, Profisprecher einzusetzen – die Radiostationen sind Vorbilder in Bezug auf die Professionalität der Produktion [07:30].
- Es braucht auch ein Gefühl fürs Produkt Audio, was die Länge angeht, die Gewichtung, die O-Töne, Interviews… Der Schnitt ist heute einfach, etwa mit der Freeware Audacity [08:42].
- Die Ansprache muss dem Zielpublikum angepasst sein, für Jugendliche etwas emotionaler, Best-Ager-Zielgruppe (50+) etwas getragener, seriöser [09:05].
- Der Konsument macht keinen Unterschied, ob der Podcast von einem Verlag oder einer Radiostation kommt. Es zählt das professionelle Endergebnis [09:27].
- Der Bereich Information ist von den Radios abgedeckt. Da sollten sich Verlage nicht betätigen. Erfolgsversprechend sind Special-Interest-Angebote in den Bereichen Kinder, Jugendliche, Wirtschaft, Reisen, Medizin, Ratgeber, Weiterbildung – diese Themen sind von den Radios nicht sehr intensiv bedient. So kann man die Marke des Verlags auditiv verlängern [09:55].
- Paid-Content-Modelle funktionieren bei Podcasts im Gegensatz zu Print [10:45]. Wenn Audio-Content Alleinstellungsmerkmale besitzt – und sich auch vom Radio abhebt – kann man mit Click and Buy oder Abostrukturen Umsatz generieren. Damit lassen sich die Produktionskosten von professionellen Audio- und Videoinhalten refinanzieren.
- Jedes einzelne Zeitungskonzept kann auditiv gebrandet werden, kann auditiv verlängert werden [12:20].
- Werbespots können in Podcasts geschaltet werden – sinnvoll wären Audio-Print-Werbekombis. Alternativ: Portal mit Online-Werbung, das mit gutem Content Nutzer anzieht [13:11].
- Erfolgreiches Beispiel für Refinanzierung: «Die Zeit» mit 1700 Audiodateien, die im Monatsabo zu 7,50 Euro genutzt werden können [14:03].
PodTalks erscheinen immer am ersten Mittwoch des Monats, das nächste Mal am 6. Februar.
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Technorati Tags: Best Practices im Corporate Podcasting, Podcast, PodTalks - Expertengespräche über Corporate Podcasting