12. Februar 2008

GEO Audio zum hundertsten

Stell dir vor, du machst einen Podcast und alle hören hin. Ok, vielleicht nicht ganz alle, aber 600 000 Downloads pro Monat sind doch ein sehr stattlicher Erfolg. Vermelden kann dieses Resultat GEO Audio, das bereits seine hundertste Episode feiern kann. Spannende Geschichten, gut gemacht - so lebt die Marke GEO auch auditiv zur Höchstform auf.

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6. Februar 2008

PodTalk Nr. 7: Podcasts inhouse produzieren

Das Thema der siebten Folge von PodTalks, den Expertengesprächen über Corporate Podcasting, heisst «Podcasts inhouse produzieren».

Dazu machen wir einen Besuch bei SAP in Walldorf. Bei der Produktion von Podcasts greifen Unternehmen häufig zu Outsourcing. SAP, die Podcasts stark in der internen Wissensverbreitung einsetzt, produziert hingegen viele Podcasts selbst.

Welche Ressourcen es dazu braucht, welche Qualitäts- und Komplexitätsniveaus so erreicht werden und wie jeder SAP-Mitarbeiter künftig selber interne Podcast erstellen kann, erzählt Thomas Jenewein, Head of Knowledge Transfer Consulting von SAP.


Die aktuelle Folge von PodTalks dauert 17 Minuten 34 Sekunden, steht als MP3-Download (12,1 MB) zur Verfügung.

Oder direkt hier abspielen:


Der Inhalt im Detail:

  • SAP setzt Podcasts intern sowohl zum Wissenstransfer als auch in der internen Kommunikation ein. [01:35]. Bei Wissens-Podcasts gibt es unterschiedliche Service-Angebote für Audio wie Video-Podcasts [02:15].
  • SAP hat keine dezidierte Abteilung für die Podcast-Produktion, sondern eine Abteilung, die sich um die Planung und Herstellung von Wissensmedien kümmert – Podcasts gehören hier dazu [02:35]. Von Beratung, Planung, Aufnahme, Postproduktion bis Publikation können alle Schritte intern gemacht werden [02:55]
  • Um das Know-how für die Podcast-Produktion zu erlangen, wurden bestehende Mitarbeiter aus der Multimediaproduktion weiterqualifiziert, denn SAP hat weitere Audio- und Video-Services ausserhalb von Podcasting. [03:52].
  • Mitarbeiter können über ein Template Podcasts bestellen: Er wählt Format und Form – neu kommt ein Self-Service dazu, mit dem jeder selber Podcasts über ein Online Tool produzieren kann. Das Ziel ist die möglichst hohe Verbreitung von Wissen [04:57].
  • Bereits heute besteht ein Text-to-Speech-Tool. Gegenwärtig wird eine Flash-Anwendung entwickelt, mit der jeder Mitarbeiter über die Standarteingänge seines Computers Podcasts aufnehmen kann [05:45].
  • Audio-Podcasts gibt es in Form von Experteninterviews (schnell erstellbar, einfach wiederholbar) oder als gescriptetes Rollenspiel wie eine Radioproduktion [06:28]. Das meiste wird inhouse gemacht, etwa mit eigenen Sprechern. Agenturen kommen dann zum Einsatz, wenn die Qualität hochprofessionell sein muss [07:05].
  • Bei Video-Podcasts gibt es verschiedene Formate, z.B. «Experts at Work» - wo Einstellungen usw. standardisiert sind. Neben reinen Interviews werden Animationen, Whiteboards etc. integriert [07:29].
  • Nach oben ist das Spektrum offen – etwa mit Schauspielern zu arbeiten oder Trickfilme [08:25].
  • Das Ziel und die Faktoren Zeit, Qualität, Kosten entscheiden, welches Format gewählt wird [08:50].
  • Podcasting nimmt neben den anderen Lernmethoden noch einen kleinen Platz ein, da es sehr neu ist. Podcasting wird zunehmen durch die stärkere Verbreitung von Video und die höhere Verbreitung der Abspielgeräte [09:33]. Video iPods sind kein Business-Tool, SAP verschenkt keine. In Zukunft werden Video-fähige Blackberrys an Wichtigkeit gewinnen [10:07].
  • Persönlich ziehe ich Audio gegenüber Video vor, da es in Lehrlaufzeiten nutzbar ist – vor allem im Auto [10:45]. Die Mitarbeiter bewerten die Nützlichkeit von Podcasts ähnlich wie die anderer Lernmethoden des e-Learnings [10:42].
  • Engagierte Mitarbeiter hören Podcasts auch ausserhalb der Firma, auch weil SAP keine traditionelle Zeiterfassung kennt [12:22].
  • Im Unternehmensportal sind Podcasts im Bereich «Collaboration» gut auffindbar. Podcasts haben ein eigenes internes Directory, wo man sie anschauen, herunterladen und kommentieren kann [12:57].
  • Beim neuen Mittelstand-Produkt «Business by Design» spielt Podcasting eine prominente Rolle, um per Audio und Video Expertenwissen zu vermitteln [13:23].
  • Kommentare werden auch intern nicht sehr stark genutzt. Communities müssen gepflegt, stimuliert, moderiert werden. Für einzelne Produkte gibt es dezidierte Moderatoren [13:52].
  • Die Nutzungszahlen gehen in die Tausende. Zur Messung wurden eigenes Tools entwickelt [14:51].
  • Podcasting wird bei SAP zunehmen, auch wegen Video und der grösseren Verbreitung der Endgeräte. Wir hoffen auch, Mitarbeiter dazu zu bringen, selber Inhalte zu generieren [15:52].


PodTalks erscheinen immer am ersten Mittwoch des Monats, das nächste Mal am 5. März.

Zum Abonnieren: http://podtalks.podspot.de/rss in den Podcatcher kopieren oder einfach klicken für das Abo bei iTunes.

Abo per Mail:





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5. Februar 2008

Diplomarbeit zu Podcasts in der integrierten Unternehmenskommunikation

Lange versprochen, endlich eingelöst: Nun ist meine Diplomarbeit zum Thema «Podcasts in der integrierten Unternehmenskommunikation: Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» online.

Mein Informationsangebot zu Corporate Podcasting in Deutschland, Österreich und der Schweiz umfasst nun:

  1. Für Schnellleser: 10 Posts im Texterblog mit den wichtigsten Erkenntnissen, insbesondere die beiden letzten Posts Nummer neun und zehn mit den Handlungsempfehlungen
  2. Fürs Intensivstudium: die komplette Arbeit als PDF (9,4 MB)
  3. Für weiterführende Recherchen: komplette Bibliographie mit vielen online zugänglichen Quellen
  4. Um über Corporate Podcasting auf dem Laufenden zu bleiben: Die nun monaltich erscheinenden PodTalks - Expertengespräche über Corporate Podcasting (abonnieren in iTunes oder als RSS-Feed).
Für Fragen oder Diskussionen stehe ich gerne bereit. Entweder in den Kommentarfeldern hier im Blog oder per XING.

Und noch etwas: Das Copyright der Arbeit, der Posts und der PodTalks liegt bei mir. Für weiterführende Arbeiten dürfen alle Teile verwendet werden, wenn sie korrekt zitiert und - falls online - verlinkt werden. Es würde mich sehr freuen, jeweils einen Hinweis zu diesen neuen Arbeit zu erhalten. Am besten gleich hier in den Kommentaren verlinkt - dann können alle davon profitieren.

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4. Februar 2008

Tipps Nr. 6 bis 10 für erfolgreiches Corporate Podcasting

6. Gute Qualität schont die Ohren und Augen
Authentizität, Glaubwürdigkeit ist ein wichtiger Faktor im Podcasting. Doch Authentizität bedeutet nicht Amateurismus. Mit schlechter Tonqualität, schummrigem Licht wird kein Interview glaubwürdiger. Im Gegenteil: Professionelle Qualität steigert den Hör- und Sehgenuss eines Podcasts. Sehr viele Podcasts stammen von Radiostationen und darum sind sich Podcast-Nutzer hohe Qualitätstandards gewohnt. Da das Know-how für anspruchsvolle audiovisuelle Produktionen in den wenigsten Unternehmen vorhanden ist, empfiehlt es sich, externe Experten beizuziehen.

Eine Möglichkeit ist, mit internen Podcasts erste Erfahrungen zu sammeln. Wenn sich hier ein Sprecher verhaspelt oder die Ton- oder Bildqualität nicht perfekt ist, so ist das nicht so schlimm. Viele Unternehmen setzen beim Intranet und der Mitarbeiterzeitschrift die Messlatte der Perfektion etwas tiefer an als bei Publikationen, die nach aussen gehen. Wer Erfahrungen mit den Produktionsabläufen hat, wer weiss, welche Themen sich für einen Podcast eignen, und wer jene Personen im Unternehmen kennt, die mikrofon- oder kameratauglich sind, hat wertvolle Erfahrungen für einen externen Podcast gesammelt.

7. Zeigen, was man hat
Der beste Podcast bringt nichts, wenn ihn niemand kennt. In der Google-Welt bedeutet dies, dass der Podcast bei Suchmaschinen indiziert sein muss – sowohl bei der internen Suchmaschine der firmeneigenen Website als auch bei Google & Co. Bis Audio- und Video-Inhalte von Suchmaschinen vollständig erfasst werden, bedeutet dies: Website des Podcasts mit Shownotes versehen und auf Suchmaschinen optimieren, Metatags setzen …

Dazu kommt eine prominente Platzierung und Verlinkung innerhalb der firmeneigenen Website – selbst wenn der Podcast auf einer separaten Microsite platziert ist. Wenn er eine leicht zu merkende URL hat, kann der Podcast auch in Print-Produkten wie Kundenmagazinen beworben werden. Und natürlich gehört der Eintrag in Verzeichnisse, allen voran iTunes, aber auch Online-Verzeichnisse wie podster.de, podcast.de etc. dazu. Für fremdsprachige Podcasts gibt es fast in jeder Sprachregion eigene Verzeichnisse.

8. Für den Podcast werben statt im Podcast werben
Während werbliche Podcasts schlecht ankommen, wird ein Podcast ohne Werbung kaum bekannt. Zu hoffen, dass es das Viral-Marketing schon richten wird, reicht selten. Wer auf diesen Effekt setzen will, muss mindestens die entsprechenden Instrumente zur Verfügung stellen: Zum Beispiel eine Tell-a-Friend-Funktion oder einfaches Tagging in Social Bookmarking Netzwerken wie digg oder Mister Wong.

Ansonsten kann und muss ein Podcast wie jede andere Online-Aktion beworben werden: Suchwort-Anzeigen oder Bannerwerbung sind klassische Möglichkeiten – vor allem in der Einführungsphase. Werbung in Podcasts von Drittanbietern steckt noch in den Kinderschuhen – doch gibt es eine affinere Zielgruppe als jene, die bereits Podcasts konsumieren? Podverstising bietet sich für die Bekanntmachung von Corporate Podcasts geradezu an. Und wenn ein Corporate Podcast wirklich hörenswerte Inhalte vermittelt, sind auch Kooperationen mit Webportalen und den Online-Ausgaben traditioneller Medien denkbar. Der Helmholtz-Podcast «Schon gewusst?» auf Welt Online machts vor.

9. Für den Hörer, mit dem Hörer
Praktisch jede Radiostation oder Fernsehstation bindet auf irgendeine Art die Hörer in ihr Programm ein. Warum sollte dies mit Podcasts nicht funktionieren? Einerseits können E-Mail oder Kommentarfunktionen wie in Blogs als Rückkanal dienen. Besonders attraktiv ist es jedoch, wenn die Hörer im Podcast zu sehen oder zu hören sind: Ein Telefonbeantworter ermöglicht Audio-Feedback, Videos oder Photos können per Mail angefordert werden. Wichtig ist, dass die Hörer und Zuschauer regelmässig zum Mitmachen aufgefordert werden – und dass die Feedbacks dann auch wirklich im Podcast erscheinen.

10. Weiter denken als bis zur Pilotepisode
Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling – und eine Podcast-Episode macht noch keinen Podcast. Eine grosse Stärke von Podcasts ist die Bindung zwischen Sender und Empfänger, durch die regelmässig erscheinenden Episoden, die der Empfänger per RSS-Abo automatisch erhält.

Ein Podcast-Konzept kann durchaus auf eine limitierte Anzahl Episoden ausgelegt sein – etwa bei der Einführung eines Produkts, wie es Mercedes mit den Podcasts zu den CLS-, E- und R-Klassen gemacht hat. Auch kann ein Podcast mit einigen Episoden als Pilot gestartet werden. Damit der Pilot jedoch sinnvoll ist, muss die Auswertung so rasch erfolgen, dass nahtlos an die Pilotepisoden angeknüpft werden kann.


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Tipps Nr. 1 bis 5 für erfolgreiches Corporate Podcasting

Abgeleitet aus den Umfrageergebnissen und der Fachliteratur drehen sich die letzten beiden Posts um die wichtigsten Handlungsempfehlungen für erfolgreiches Podcasting.

1. Wissen warum man es tut
Einfach so mit einem Podcast loszulegen, können sich Unternehmen im Gegensatz zu Privaten nicht leisten. «Warum wollen wir podcasten?» ist die Frage, die am Ausgangspunkt konzeptueller Arbeit zu stehen hat. Ein Unternehmen ist dann für Podcasts bereit, wenn es auf diese Frage in etwa antwortet:
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marke spannende Geschichten zu erzählen hat.
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marken den Hörern Inhalte mit Mehrwert bieten kann.
  • Weil wir mit diesen Inhalten die Hörer auch über längere Zeit fesseln können.
  • Podcasts in der integrierten Unternehmenskommunikation
  • Weil unser Unternehmen oder unsere Marke dialogfähig ist.
(Adaptiert nach Wunschel, A.: Ein Blick auf Podcasting in Deutschland, in: Schwarz, T. (Hrsg.): Leitfaden Online Marketing, Waghäusel 2007.)

2. Vernetzt denken
Ein Podcast kommt selten allein, denn ein Unternehmen kommuniziert über verschiedene Kanäle. Der Podcast muss in diesem Kommunikationsmix seinen Platz finden. Was wird wie in den bestehenden Kommunikationskanälen kommuniziert? Zum Beispiel im Kundenmagazin, im Newsletter, auf der Website? Welche Inhalte kommen da ungenügend zur Geltung und könnten in einem Podcast besser transportiert werden? Wie verstärken sich die verschiedenen Kanäle?

Vor allem bestehende, multimediale Elemente sollten darauf untersucht werden, wie sie mit Podcasts zusammenspielen. Streaming-Medien und Podcasts schliessen sich nicht gegenseitig aus, nein, sie ergänzen sich.

3. Das Feuer entwickeln – und es spüren lassen
Audio ist Emotion – und diese müssen die Hörer spüren. Wer keine Leidenschaft für das Medium Podcast entwickelt, kann seiner Zielgruppe auch keine Leidenschaft vermitteln. Vorgegaukelte Begeisterung wird entlarvt – die Authentizität, die Glaubwürdigkeit fehlt. Und ohne diese werden sich die Hörer rasch vom Podcast abwenden.

4. Geschichten erzählen statt werben
Unternehmen greifen vor allem zu Podcasts, um Know-how zu vermitteln. Doch Podcast-Hörer wünschen sich Unterhaltung ebenso stark wie Informationen. Selbst trockene Themen können unterhaltsam präsentiert werden – Podcasts fordern dies geradezu. «Sex auch im Einzelbett möglich», «Fax verletzt Katze», «Unfallgegner muss Muckibude zahlen». Das sind nicht Schlagzeilen der Boulevard-Presse, sondern die Titel von Podcast-Episoden eines Versicherers. ARAG macht in seinem Rechtspodcast keine Werbung für seine Versicherungsprodukte – wer wollte sich das schon anhören? ARAG kommentiert mit einem Augenzwinkern aktuelle Rechtsfälle. Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten – und Geschichten machen sogar trockene Rechtsfälle interessant. Und damit einen guten Podcast.

5. Mut haben zum Experiment
Die Formate von Podcasts sind nicht vorgegeben. Sicher können Formate aus Radio und TV auch als Podcasts funktionieren, für die Informationsvermittlung kommen zum Beispiel klassische Magazinformate oder Talks in Frage. Doch wer sagt, dass nur diese Formate Bestand haben können? Die Podcast-Nutzer suchen nicht zuletzt Unterhaltung – und da bieten sich Chancen für aussergewöhnliche Experimente. Wie zum Beispiel das Horst Schlämmer Blog oder die «Bruno Bondi Show». Gerade auch die Agenturen sollten diesen Raum für kreative Formate nutzen.

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Welches sind die Erfolgsfaktoren im Corporate Podcasting?

In Teil acht der Ergebnisse der Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» sehen wir:
  • welche Faktoren für den Erfolg von Corporate Podcasts ausschlaggebend sind,
  • was aus Sicht der Unternehmen die Stärken von Podcasts ausmacht
  • und in welchen Bereichen der Unternehmenskommunikation Podcasts das grösste Potenzial zugemutet wird.
Der wichtigste Faktor für den Erfolg eines Corporate Podcasts ist sein Nutzwert für den Hörer.
Auf einer Skala von 0 = völlig unwichtig bis 4 = sehr wichtig wurde dieser Faktor mit 3,54 Punkten
bewertet – Corporate Podcaster und Podcasting-Experten waren sich absolut einig.

Was der Podcasting-Experte Markus Euler in Bezug auf interne Podcasts sagt, kann auf alle Podcasts angewendet werden: «Ein guter Podcast spricht den Hörer so an, dass er nicht abschaltet und Lust auf mehr bekommt. Dies wird über den Inhalt und über die Art der Vermittlung erreicht» (PodTalk Nr. 2 [10:54]).

Die Authentizität, also die Glaubwürdigkeit, wird von Corporate Podcastern annähernd gleich hoch gewertet wie von den Podcasting-Experten. Immer wieder wird betont, dass Podcasts nicht PR-lastig, nicht marktschreierisch daherkommen dürften. Da bleibe kein Hörer lange dabei. Thomas Wagensonner von newsaktuell sagt es so: «Man muss den Hörern Mehrwert und Geschichten bieten, keine Produktwerbung.» (PodTalk Nr. 1 [03:00]).

Auffallend ist, dass die Corporate Podcaster Faktoren, die mit der Produktion zusammenhängen, generell wichtiger einschätzen als die Podcasting-Experten: Professionelle Tonqualität, Profisprecher, atmosphärische Geräusche oder Jingles und Soundteppiche wie im Radio. Unternehmen legen also viel Wert darau, dass sie auch professionell klingen.

Zu einer professionellen Produktion gehört eigentlich auch, dass ein Podcast den Vorgaben der Acoustic Identity eines Unternehmens entspricht. Diese Bereich ist generell wenig entwickelt und darum wurde die Acoustic Identity als Erfolgsfaktor nicht aufgeführt. Lukas Bernays, Spezialist für Acoustic Identity, meint zwar, dass man auch ohne Acoustic Identity einen guten Podcast machen könne. Wenn man die Kernwerte seiner Marke aber auf allen Schnittschellen transportieren wolle, gehöre der Audio-Bereich dazu. (PodTalk Nr. 5 [08:36]).

Tief bewertet wird der Unterhaltungswert der Inhalte für den Hörer. In einer vorangehenden offenen Frage wird dieser Punkt jedoch häufig genannt. «Corporate Podcasts erlauben zu informieren, zu unterhalten und einen Blick hinter den Vorhang zu ermöglichen»(Rainer Müller-Müffelmann, BASF, PodTalk Nr. 3 [08:20]).

In Bezug auf den Unterhaltungswert zeigt sich eine grosse Diskrepanz zur Erwartung der Hörer: Für sie steht der Unterhaltungswert mit 86% der Nennungen noch vor der Information mit 82% und Weiterbildung mit 46%. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie «Die deutschen Podcast Hörer: Zusammenfassung der Ergebnisse und Erkenntnisse der zweiten Podcastumfrage». Um diese frappante Differenz zu überbrücken, müssen sich Corporate Podcaster wie Podcasting-Experten definitiv noch etwas einfallen lassen.


Erfolgsfaktoren im Corporate Podcasting
Corporate-Podcast-Umfrage: Erfolgsfaktoren
Nutzwert der Inhalte, durchdachtes Konzept und zielgruppengerechte Ansprache sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Corporate Podcasting (Mehrfachnennung möglich, 4 = sehr wichtig, 3 = wichtig, 2 = neutral, 1 = unwichtig, 0 = völlig unwichtig)


Neben den Erfolgsfaktoren interessiert auch, wo Corporate Podcaster und Podcasting Experten die Stärken des Mediums sehen.

Am häufigsten wird «neu und innovativ» genannt. Doch die Beurteilungen von Corporate Podcastern und Podcasting-Experten gehen deutlich auseinander: Corporate Podcaster legen deutlich höheren Wert hierauf als die Podcasting Experten Für diese ist Podcasting offensichtlich schon stärker zum Alltag geworden als für die Corporate Podcaster.

In den Augen der Experten sind zwei andere Stärken wichtiger: Dass Podcasting den Hörer frei über Zeit und Ort seines Konsums entscheiden lässt und die Hörerbindung per RSS-Feed. Im ersten Punkt stimmen die Corporate Podcaster zu doch die Hörerbindung per RSS-Feed erreicht bei den Corporate Podcastern nur gerade den siebten Platz.

Dieser Vorteil geht immer wieder vergessen. So bieten Unternehmen zum Teil audiovisuelle Inhalte auf ihren Websites an, die perfekt als Podcast geeignet wären – doch der entscheidende RSS-Feed und die Download-Möglichkeit fehlen. Ein Beispiel: M-Cooking von Migros. Die wöchentlich erscheinenden, rund viertelstündigen Koch-Videos wären perfekte Video-Podcasts – ein RSS-Feed würde dem Nutzer nicht nur jeweils das aktuelle Rezept frei Haus liefern, auf dem iPod käme das Video auch problemlos dahin, wo es gebraucht wird: in die Küche.


Die Stärken von Podcasting aus der Sicht von Unternehmen
Corporate-Podcast-Umfrage: Stärken des Podcasting
«Neu und innovativ» ist die grösste Stärke von Podcasts aus Unternehmenssicht. Die Podcasting-Experten bewerten diesen Punkt allerdings als deutlich weniger wichtig als Corporate Podcaster (Mehrfachnennung möglich).


Das grösste Potenzial für die weitere Entwicklung von Podcasting sehen Corporate Podcaster und Podcasting-Experten in der Produktkommunikation. Dicht darauf folgen die interne Kommunikation, das Corporate Publishing, die Medienarbeit und das Marketing.

In zwei Bereichen schätzen die Corporate Podcaster und die Podcasting-Experten das Potenzial recht unterschiedlich ein: Im Marketing sind die Corporate Podcaster deutlich optimistischer als die Podcasting-Experten, im Corporate Publishing verhält es sich gerade umgekehrt.

In der Krisenkommunikation wird das Potenzial von Podcasting deutlich tiefer eingeschätzt als in den vorher genannten. Dies dürfte an der mangelnden Reichweite von Podcasts liegen, denn in Krisensituationen gilt es viele Personen schnell zu erreichen. Auch zeigt sich in der Praxis, dass die Vorlaufzeiten zu lang sind (siehe Teil 5 der Resultate), als dass Podcasts dem volatilen Umfeld einer Krise gewachsen wären.


Potenzial von Podcasting in verschidenen Bereichen der Unternehmenskommunikation
Corporate-Podcast-Umfrage: Potenzial von Podcasting in verschiedenen Bereichen
In fünf von sechs Bereichen der integrierten Unternehmenskommunikation wird Podcasting grosses Potenzial vorausgesagt. Einzig in der Krisenkommunikation sind die Meinungen negativer.


In Teil neun und zehn der Resultate der Online-Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» gebe ich die wichtigsten Tipps erfolgreiches Corporate Podcasting.

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Wie erhält man Feedback auf einen Podcast? Und welche Reaktionen kommen zurück?

Im siebten Teil der Ergebnisse der Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» zeige ich auf:
  • welche Kanäle den Hörerinnen und Hörern für Feedback zur Verfügung stehen,
  • welche neuen Kanäle im Entstehen sind,
  • und welche Reaktionen - interne wie extern - Corporate Podcaster auf ihre Podcasts erhalten
Direkt in einem Podcast Feedback zu geben, ist nicht möglich – technisch bedingt ist Podcasting ein Einweg-Medium mit klar definiertem Sender und Empfänger.

Interaktion sei mit Podcasts schwierig, sagt dazu Rainer Müller-Müffelmann von BASF, Blogs seien dazu besser geeignet. «Podcasts eignen sich dazu aber sehr gut im Verbund mit anderen Kommunikationsmitteln» (PodTalk Nr. 3 [08:20]). Für das Hörer- und Zuschauer-Feedback müssen daher andere Kanäle bereitgestellt werden.

Kanäle für Feedback
Corporate-Podcast-Umfrage: Kanäle für Feedback
Eine E-Mail-Adresse ist die häufigste Feedback-Möglichkeit. Die Hälfte aller Corporate Podcasts verfügen auf der Website auch über eine Kommentarfunktion (Mehrfachnennung möglich).


Neben den am häufigsten genutzten E-Mail sind die Hälfte der Podcasts mit Kommentarfunktionen auf der Website ausgestattet. Wie eine gute integration aussieht - und wie Feedback in die Podcast-Episoden integriert werden kann - zeigt die Bruno Bondi Show.

Integration von Feedback in den Podcast
Corporate-Podcast-Umfrage: Feedback in der Bruno Bondi Show
«Hier geht gehören die Kommentare hin» - Bruno Bondi und sein Partner Reeto von Guten erklären die Feedback-Funktion ihrer Show.


Auffallend ist, dass Möglichkeiten für akustisches Feedback wenig angeboten werden. Erstaunlich eigentlich, denn das Hörertelefon ist im Radio ein altbekannter und populärer Feedback-Kanal.

Ebenso klassisch im Radio sind Gewinnspiele - und sie funktionieren auch in Corporate Podcasts. BASF bewies dies zum Beispiel mit dem «Chemie Reporter», der die Zuschauer dazu aufrief, Fragen einzusenden, die im nächsten Podcast behandelt werden sollen: 200 Fragen, und damit Material für viele, viele Podcast-Episoden, gingen bei BASF ein.


Kommentarfunktion im Podcast

Neue Formen von Feedback-Kanälen entstehen. Ein Beispiel ist die Video-Plattform Viddler. Sie ermöglicht es einerseits, die Inhalte eines Podcasts direkt auf der Zeitliste mit Tags zu versehen und so Suchmaschinen zugänglich zu machen. Auch ist es möglich, an jeder beliebigen Stelle im Podcast eine Kommentar zu hinterlassen - geschrieben oder als Video-Botschaft.

Ein Beispiel eines Podcasts, der auf Viddler setzt, ist winelibrary tv, ein amerikanischer Podcast über Wein. Der Gastgeber Gary erhält auch hunderte von normalen Kommentare - wer etwas in diese Show reinschaut, sieht schnell warum: Kein einziger der Corporate Podcasts aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ich für meine Diplomarbeit angeschaut habe, geht dermassen auf die Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Auch in Sachen Authentizität ist Gary kaum zu schlagen.

Reaktionen auf Corporate Podcasts
Corporate-Podcast-Umfrage: Interne und Externe Reaktionen auf Corporate Podcasts
Jene Reaktionen, die bis zu den Corporate Podcastern vordringen, sind überwiegend positiv.


Die externen wie internen Reaktionen, die über die verschiedenen Kanäle bei den Corporate Podcastern eintreffen, fallen vorwiegend positiv aus. Doch die Anzahl der Rückmeldungen ist häufig nicht sehr zahlreich – vor allem von Seiten der Öffentlichkeit bleiben die Rückmeldungen häufig aus. Negative Reaktionen hatte kein Corporate Podcaster entgegen zu nehmen. Hier liegt allerding die Vermutung liegt nahe, dass jene, denen ein Podcast nicht gefällt, sich ganz einfach abwenden und nicht kommentieren.


Im achten Teil der Resultate der Online-Umfrage «Podcasting in der integrierten Unternehmenskommunikation - Best Practices aus dem deutschsprachigen Raum» gehen wir dann den Erfolgsfaktoren des Corporate Podcastings und dem Entwicklungspotenzial in verschiedenen Bereichen auf den Grund.

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